aktualisiert: 13.07.2008 15:08 Uhr
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BAD KISSINGEN
Sabine Meyer im Dienste von Wolfgang Amadeus Mozart
Crailsheimer Ausnahme-Klarinettistin begeisterte beim Kissinger Sommer
Anrührende Sehnsucht, eine beinahe abgeklärte Heiterkeit und ungebrochene Hoffnung auf etwas, für das es vielleicht keine Worte gibt, für das Mozart aber die Töne gefunden hat: All dies schenkte Sabine Meyer beim Kissinger-Sommer-Konzert dem Publikum. Zusammen mit dem BBC Symphony Orchestra unter Jiri Belohlavek erreichte die Ausnahmemusikerin den Gipfel dessen, was Musik bieten kann.
Grundlage des Könnens der in Crailsheim geborenen 49-Jährigen ist eine schier unglaubliche Technik. Auf dieser Basis war es ihr in Bad Kissingen möglich, in Mozarts Klarinettenkonzert weit gespannte Melodiebögen zu ziehen, glitzernde Skalen und Arpeggien wie selbstverständlich perlen zu lassen oder die sonore Tiefe des Instrumentes der strahlenden Höhe gegenüberzustellen. Sagenhaft, wie sie die auf der Klarinette kritische, weil mitunter fahle Mittellage zum farbigen Glühen brachte: Sie ist eine Virtuosin im Dienste Mozarts. Und eine Virtuosin ohne Allüren, die wie selbstverständlich mit dem akkurat dirigierenden Belohlavek und dem exquisiten Konzertmeister kommunizierte.
Souverän meisterte das BBC Symphony Orchestra die Zweite Sinfonie von Brahms, bei der Belohlavek auf satten Streicherklang und fein abgestuftes Zusammenspiel der Instrumentengruppen Wert legte. Überraschend Benjamin Brittens Serenade für Tenor, Horn und Orchester. Die gemäßigt moderne Vertonung von britischen Gedichten des vergangenen halben Jahrtausends überzeugte durch überschäumende Musizier- und Sangesfreude der hervorragenden Solisten, des auch in der Höhe voll tönenden Tenors Werner Güra und des grandiosen Hornisten Martin Owen.
Online-Tipp
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