publiziert: 10.06.2010 18:15 Uhr
aktualisiert: 11.06.2010 11:56 Uhr
» zur Übersicht Kulturüberblick
    
    
Artikel
 

Schrift vergrößern Text    Schrift verkleinern Text BAD KISSINGEN
Cecilia Bartoli als Barockheldin im antikischen Kleid

Die italienische Mezzosopranistin und das Ensemble „La Scintilla“ begeistern bei Gala-Abend im Bad Kissinger Regentenbau
  • Cecilia Bartoli
    Foto: dpa
Bild von

Einen Hochgenuss bereitete Cecilia Bartoli bei ihrer musikalischen Reise in die Welt des Barock. Bei ihrem zehnten Auftritt beim Kissinger Sommer gab die stimmgewaltige Römerin im Großen Saal des Regentenbaus ein sehr gut besuchtes Galakonzert, bei dem sie das Publikum immer wieder zu Beifallstürmen hinriss. Begleitet wurde die Mezzosopranistin, die vor einer Woche 44 Jahre alt geworden ist, vom Zürcher Barockensemble „La Scintilla“, das unter Konzertmeisterin Ada Pesch spritzig und versiert aufspielte. Die zwei Dutzend Musiker überzeugten zudem in den reinen Instrumentalnummern, während der die Bartoli von der Bühne verschwand, um sich umzuziehen. Sie trat in Männer-Outfits des Rokoko auf.

Anfangs noch mit Umhang und Dreispitz angetan, warf sie Letzteren gleich zu Beginn beiseite und entledigte sich im Laufe des Programms weiterer Kleidungsstücke, bis sie nur noch in Rüschenhemd, Hosen und Reitstiefel ihr erstaunliches vokales Können präsentierte. Und ein Raumen, das lauter war als die einleitenden Takte des Orchesters, ging durch das Publikum, als die Bartoli gegen Ende des Konzertes als Barockheldin im antikischen Kleid erschien, das vorne hochgerafft war, sodass darunter immer noch Stiefel und Reithose zu sehen waren. Feuerrot waren die mehrere Meter lange Schleppe ihres Kleides, das Innenfutter des Umhangs und die Federbüsche über ihrem Haupt. Und feurig war das phänomenale Stimmvermögen der Bartoli an diesem Gala-Abend.

Egal ob Triller, Skalen oder Akkordbrechungen über mehrere Oktaven: Cecilia Bartoli präsentierte die Koloraturen der barocken Kastraten-Arien mit genauso viel Coolness und Bravour wie auf ihrem jüngsten Album „Sacrificium“. Insbesondere in dem fantastisch interpretierten „Come nave“ von Nicola Porpora (1686-1768). Und wie sie „Parto, ti lascia o cara“ vom selben Komponisten darbot, wie sie da in der Höhe die Töne mit zartester Stimmgebung und dennoch wunderbar plastisch gestaltete, das war so anrührend und persönlich, dass man fast glauben mochte, die Bartoli gab mit diesen seelenvollen Melodien einen Einblick in ihr eigenes Seelenleben.

Für ihre zwei Zugaben erntete die Bartoli tosenden Applaus, stehende Ovationen und viele viele Rosen. Weil es ihr in Bad Kissingen so gut gefällt, wird sie länger als geplant in der Kurstadt bleiben und erst am Freitag abreisen.


Von unserem Mitarbeiter Frank Kupke
    
    

Diesen Artikel

  • Webnews einstellen
  • Teilen
Kontakt Redaktion     An Bekannten versenden     Druckversion
    
    

Die neuesten Kommentare

Es wurden noch keine Kommentare geschrieben...
Zum Kommentar abschicken bitte vorher einloggen
Benutzername Passwort
 
     
Sie sind noch kein Mitglied auf mainpost.de? Dann jetzt gleich »hier registrieren
    
    

Rubriken

    
    

Stadtkultur Schweinfurt 

Theater, Kabarett,
Kunst und mehr
Die Stadt Schweinfurt hat kulturell eine ganze Menge zu bieten. »mehr
    
    

Kino 

Lust auf Kino?
Das regionale Kinoprogramm finden
Sie hier. »mehr
    
    

Online-Tickets 

Hier bestellen
Ob Konzert, Theater oder Gala - kaufen Sie hier Ihre Eintrittskarten »mehr
    
    

Leserbriefe 

Schreiben Sie uns
Wenn Sie uns einen Leserbrief schreiben wollen, dann können Sie das direkt hier tun. »mehr
    
Anzeige