publiziert: 16.08.2009 14:08 Uhr
aktualisiert: 17.08.2009 09:15 Uhr
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"Toutou" im Torturmtheater: Ein Hund sorgt für Gefühlschaos

Zur Premiere der Sommerkomödie „Toutou“ in Sommerhausen
  • Peter Kempkes, Markus Fisher und Heide Hoffmann in der Sommerkomödie „Toutou“ im Sommerhäuser Torturmtheater.
    FOTO Theresa Müller
Bild von

Toutou ist weg. Toutou ist der Hund von Alex und Zoé. Er gibt der Komödie von Daniel Besse und Agn?s Tutenuit den Titel. Die Premierenvorstellung im Torturmtheater in Sommerhausen, eine deutschsprachige Erstaufführung, wurde heftig beklatscht. Denn das Gefühlschaos, in das Hundeherrchen und -frauchen ohne ihren Vierbeiner stürzen, ist von Oliver Zimmer temporeich und voller witziger Einfälle in Szene gesetzt.

War Toutou nun grau oder goldfarben? Vernachlässigt, frustriert, beleidigt, missverstanden? Oder einfach nur scharf auf eine schöne Hündin – dummerweise kommen Hunde in Paris selten zur Befriedigung ihrer Triebe. Oder war er etwa ein undankbares Mistvieh, das die Freiheit dem Familienrudel vorgezogen hat? Das Herrchen und Frauchen nie geliebt, ja sogar auf die Orchidee aus Bangladesh gepisst hat?

Auf der kahlen Bühne, auf der lediglich ein überdimensionierter Hundenapf steht, der je nach Situation als Sitzplatz, Kampfring, Kuscheleckchen dient, stürzen die Eheleute von einem Schock in den nächsten und immer heftiger übereinander her. Es geht ans Eingemachte. Immer dramatischer werden die Gefühlsausbrüche, immer heißer kocht hoch, was wohl schon lange unter der Oberfläche gebrodelt hat.

Unvermittelt stecken Alex (Peter Kempkes), ein erfahrener Krisenberater, und Zoé (Heide Hoffmann) bis über beide Ohren in der eigenen Krise. Doch alles hat sein Gutes: Dank des Verlusts des Hundes ist im Falle einer Trennung das Besuchsrecht kein Problem mehr . . . In die familiäre Tragödie platzt mitten in der Nacht auch noch Pavel (Markus Fisher) mit ganz anderen Problemen. Die Geschichte ist nicht nur deswegen urkomisch, weil sie von Minute zu Minute mehr haarscharf an der Wirklichkeit vorbeischrammt, aber trotzdem aus dem prallen Leben kommt und dem Zuschauer jede Menge Identifikationsmomente bietet. Doch wie es sich für eine Sommerkomödie gehört, gibt's zum Schluss weder eine Scheidung noch das Ende einer jahrelangen Männerfreundschaft – und wegen der tollen Schauspielleistung viele lachende Gesichter unter den Zuschauern.

Auf dem Spielplan bis 10. Oktober, jeweils Dienstag bis Freitag um 20 Uhr, an Samstagen um 16.30 und 19 Uhr. Karten: Tel. (0 93 33) 268.

Von unserer Mitarbeiterin Ursula Düring
    
    

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