Leseranwalt

aktualisiert: 23.11.2011 10:11 Uhr
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Eines Kreisbrandmeisters Erfahrung: Im Internet wird respektloser kommentiert als in Zeitungen
Man sollte was ertragen können, wenn man im Lichte der Öffentlichkeit wirkt. Vor allem, wenn im Internet diskutiert wird. Dort geht es zuweilen respektloser zu als in Zeitungen. Dafür kann ein Feuerwehr-Beispiel stehen, das eines Kreisbrandmeisters. Ich habe es ausgewählt, weil der Mann sich durch einen Kommentar auf den Internetseiten einer Zeitung übler Nachrede und Verleumdung ausgesetzt sieht. Er beschwert sich beim Deutschen Presserat. Und von der Zeitung will er den Namen des Absenders erfahren. Der hat nämlich – wie in Internetforen meist üblich - lediglich mit einem „ZF“ gezeichnet. Klarnamen gibt aber die Redaktion grundsätzlich nicht an Dritte. Das regeln meist Geschäftsbedingungen.
Hier der Fall aus 2009: Der Wirt eines brennenden Lokals wird dort gefesselt aufgefunden. Kreisbrandmeister und Feuerwehrleute befreien ihn aus bedrohlicher Lage. Die Zeitung berichtet das im Internet, aber auch, dass eine Mordkommission alles aufklären soll.
Im Internet-Forum der Zeitung erscheinen nun heftige Vorwürfe jenes „ZF“ gegen den Kreisbrandmeister: „Ich bin etwas erschrocken: Was unser lieber Kreisbrandmeister (KBM) da mal wieder abgezogen hat, das ist so langsam nicht mehr tragbar. Er bringt nicht nur sich, sondern zeitweise auch andere Personen in Gefahr. Ein KBM sollte es eigentlich wissen. Wenn er Held spielen will, dann soll er wieder in die Reihe treten und seinen Posten an den Nagel hängen. Vielleicht ist es Zeit für einen Wachwechsel. Was muss noch alles passieren, bevor man dem Herrn KBM die Macht entzieht? <...> Man sollte <...> solche Eskapaden von unserem KBM aufzeigen und endlich abstellen.<...>.“
Das ist deutlich: Doch der Chefredakteur erklärt, dass die Online-Redaktion tagsüber prüfe und Beleidigungen oder Verunglimpfungen im Internet lösche. In diesem Fall bestehe dazu kein Anlass. Und auch der Presserat (www.presserat.de) erkennt nur eine zulässige Meinungsäußerung (BK2-330/09). Zulässig sei es auch, dass die Redaktion dem Kreisbrandmeister die Identität von „ZF“ nicht preisgibt. Die Situation im Internet lasse sich nicht vergleichen mit der in Zeitungen, wo Leserbriefe mit Verfasser-Namen erscheinen.
Wir erkennen: Deutlichkeit oder Respektlosigkeit sind hart, aber noch keine Beleidigung. Fehlender Respekt spricht freilich gegen den Absender. Selbst bei berechtigter Empörung sollte man sich nicht zu Entgleisungen im Ton hinreißen lassen. Das lege ich ausdrücklich auch Nutzern von www.mainpost.de ans Herz, wenn sie mit ihrer Meinung ernst genommen werden wollen. Dazu trägt auch bei, wer mit seinem richtigen Namen zeichnet.
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Die neuesten Kommentare
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antonsah (380 Kommentare) am 23.11.2011 14:05
Nicht wir ....... damit kein Missverständnis entsteht. Es handelt sich bei der Zeitung nicht um ein Produkt der Mediengruppe Main-Post...Anton Sahlender, Leseranwalt |
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Kauzenspiegel (548 Kommentare) am 21.11.2011 11:34
In diesem Sinne......"mimimimi".Schön, dass hier mal einem "typisch deutschem" gezeigt wurde, dass das Internet kein rechtsfreier Raum ist. |
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