publiziert: 04.12.2011 18:03 Uhr
aktualisiert: 11.12.2011 20:08 Uhr
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Im Spannungsfeld zwischen Schweinfurt und Würzburg

Ohne Lokalpatriotismus geht es auch in Zeitungen kaum. Aktuelles Beispiel: Ein Schweinfurter kritisiert, dass der Basketball-Riese Dirk Nowitzki im Blatt so groß vorkommt, dass ein „Würzburger Basketballverein“ auch in Schweinfurt umfangreich erscheint und dass Würzburgs Feinstaubbelastung am 26. November gar auf dem Titel des Schweinfurter Tagblattes zu lesen war.

Die Redaktion nimmt das ernst, weil ein bekanntes Spannungsfeld sichtbar wird: Schweinfurter sehen sich gegenüber der größeren Bezirkshauptstadt Würzburg gelegentlich im Blatt benachteiligt. Sie wollen da nicht zurückstehen.

Das kann man verstehen. Aber die Redaktion bringt das zuweilen in arge Seelennöte, weil sie dieser Spannung wegen keine Leser verärgern mag. Grundsätzlich ist das Schweinfurter Tagblatt für sie ein gleichwertiges Produkt der Mediengruppe Main-Post. Ihr Problem dabei: Die Nachrichten selbst sind – unabhängig von ihrer Herkunft – meist von unterschiedlichem Gewicht.

Es gilt, sie danach zu bewerten, weil die Titel Main-Post und Schweinfurter Tagblatt auch für Mainfranken stehen. Über Lokalteile hinaus, in der Gesamtausgabe wird Bedeutendes oder Interessantes verbreitet – nicht nur aus den Städten.

Über ihre Bedeutung komme ich auf die kritisierten Beispiele zurück. Ja, Nowitzki ist Würzburger, damit Unterfranke. Aber er ist längst ein weltweit bekannter Sportstar. Seine Erfolge – gerade 2011 – sind einzigartig, zumal für Sportler dieser Region. Und es kommt hier Zustimmung an, zu Nowitzki und zu dem über ihn in dieser Redaktion entstandenen Buch – auch aus dem Gebiet des Tagblattes.

Der „Würzburger Basketballverein“ spielt in der Bundesliga eine gute Rolle. Er hat sich regionales Interesse erkämpft. Sollen seine Spiele in Schweinfurt wegbleiben?

Und man kann angesichts einer tagesaktuellen Nachrichtenlage auch mal entscheiden, schon auf dem Titel zu berichten, dass Würzburg in Bayern die am drittstärksten mit Feinstaub belastete Stadt ist. Ich setze hinzu: Die Redaktion hätte alles das, beträfe es Schweinfurt, gleichermaßen platzieren müssen.

Ich zitiere eine Mahnung aus der Schweinfurter Redaktion: „Außerhalb des Würzburger Dunstkreises reagiert man sensibel auf solche Veröffentlichungen. Die Leserkritik überrascht mich nicht.“

In der Redaktion sind sich Würzburg und Schweinfurt täglich mit Stärken und Schwächen sehr nahe. Gewiss auch in den Augen vieler Leser. Dennoch kommt der Schweinfurter Wink an. Manchmal kann es eben auch des Guten zu viel sein.

    
    

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Die neuesten Kommentare

barockschloss (59 Kommentare) am 02.01.2012 22:02

Die Zeitung der Zukunft

Schön wäre doch eine wirklich individualisierbare "Zeitung" - wie auch immer das möglich ist (online ginge das, zum Beispiel). Dann könnte ich Korbball oder anderen Sport, der mich nicht interessiert, einfach weg lassen. Und auch kein unnötiges Altpapier damit erzeugen... Und jede/r der/die das lesen möchte, hätte immernoch Zugang. Okay, ich bin ein Träumer...
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christel2 (451 Kommentare) am 12.12.2011 10:58

an a.schmidt

ich finde die Argumentation kleinlich und kann Kommentator antonsah nur zustimmen.
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a.schmidt (2 Kommentare) am 06.12.2011 12:46

Überdimensionierte Basketball-Berichte

Bei mir geht es nicht um Lokalpatriotismus, da ich weder in Schweinfurt noch in Würzburg wohne. Bei der wöchentlich ganzseitigen Berichterstattung über den Würzburger Basketballverein geht es schlicht darum, dass diese angesichts der Bedeutung von Basketball völlig überdimensioniert ist. Bundesliga schön und gut. Aber in weiten Teilen des Verbreitungsgebiets der Main-Post spielt Basketball so gut wie keine Rolle. Den zuständigen Sportredakteuren sollte nicht so viel Platz für ihr "Privathobby" eingeräumt werden. Letztlich ist der Mannschaftsname automatisch auch mit einer Werbebotschaft für ein Privatunternehmen verbunden.
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antonsah (267 Kommentare) am 06.12.2011 19:16

Ich kann Sie verstehen, Frau/Herr A. Schmidt,

...gebe aber zu bedenken, dass anderer Spitzensport, etwa Formel 1, in weiten Teilen unseres Verbreitungsgebietes auch keine Rolle spielt. Trotzdem gibt es eine ausgeprägte Interessenslage und es wird dementsprechend ausführlich darüber berichtet. Wir erkennen in weiten Teilen der Region nun durchaus Interesse am Basketball, zumal ein Nowitzki aus dieser Region hervorgegangen ist. Immerhin sind wir nicht gerade mit zuschauerträchtigem Spitzensport verwöhnt. Lohnt es da nicht, etwas ausführlicher auf die Sportler oder Teams einzugehen, die da eine Ausnahme machen?
Anton Sahlender, Leseranwalt
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