publiziert: 31.07.2011 16:18 Uhr
aktualisiert: 21.08.2011 18:07 Uhr
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Kurz vor den Ferien: Pluspunkt für Schulklasse bringt Minus für Redaktion

Schüler reifen zu bewussten Mediennutzern, wenn sie im Rahmen unseres Schulprojektes KLASSE! Zeitung lesen. So durfte ich der Klasse HTH11 der Schweinfurter Adolph Kolping-Berufsschule kurz vor Ferienbeginn einen Pluspunkt geben. Sie hat mich darauf aufmerksam gemacht, dass Montag, 25. Juli, in zwei Beiträgen über das Massaker in Norwegen, dem von Daniel Wirsching (Seite 2) und dem von dpa-Korrespondent Peter Zschunke (S. 3), jeweils ein Wort für Wort identischer Absatz erschienen ist. Die Schüler haben mich gefragt, wer hat von wem abgeschrieben? Eine Antwort darauf interessiert gewiss mehr Leser.

Ich bekenne, solche Fehler sollten nicht passieren. Sie treten zuweilen leider auf, wenn die Zeit knapp ist und mehrere Redakteure an einem vielschichtigen Thema arbeiten. So war das am Sonntag, 24.7., bei der Bearbeitung vieler Beiträge über die schrecklichen Ereignisse in Norwegen für die Montagausgabe, 25.7..

Festzuhalten ist also ein Minus für die Redaktion: Den Fehler hat sie gemacht. Die beiden Korrespondenten in Norwegen haben absolut nichts voneinander abgeschrieben.

Und wie konnte das der Redaktion passieren? – Fast alle deutschen Zeitungen beziehen internationale Nachrichten von der Deutschen Presseagentur, der dpa. Deshalb ist in ihren Redaktionen, auch der unseren, der Text des dpa-Korrespondenten Zschunke eingelaufen. Er stand uns, als dpa-Kunden, zur Verfügung.

Die Redaktion der Augsburger Allgemeine Zeitung, mit der wir uns inhaltlich austauschen, hatte mit Daniel Wirsching kurzfristig einen eigenen Korrespondenten nach Oslo entsandt. Dessen Beiträge standen uns nun ebenfalls zur Verfügung.

Der dpa-Beitrag war frühzeitig eingetroffen. Länger wartete man auf den des Augsburgers. Ihm wurde vorsorglich genug Platz freigehalten. Noch vor Redaktionsschluss traf sein Text ebenfalls ein – kürzer als erwartet. Der freie Platz konnte nicht ganz gefüllt werden. Die Redaktion hat getan, was sie in solchen Fällen oft routinemäßig tun muss: durch Textteile aus Agenturen ergänzen, in diesem Fall von der dpa.

Gegenlesern fiel am Sonntagabend die Doppelung nicht mehr auf. Und nicht genug damit: Die Redaktion hat auch vergessen, in der Autorenzeile hinter „Von Daniel Wirsching“ hinzuzufügen „... und dpa“. Die dpa selbst verlangt diesen Hinweis nicht unbedingt. Aber es ist für Medien eine Frage von Ehrlichkeit und Glaubwürdigkeit, alle Quellen und Autoren den Nutzern eines Beitrages kenntlich zu machen.

Ich entschuldige mich für den Fehler und danke der Klasse für ihre Aufmerksamkeit.

    
    

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Die neuesten Kommentare

kampfdackel (269 Kommentare) am 01.08.2011 17:29

Neuer Namen

Wenn dies so ist, warum heißt dann Mainpost seit längerem nicht DPA@Mainpost
(0)
antonsah (267 Kommentare) am 03.08.2011 14:06

@kampfdackel

... die Main-Post heißt weiterhin Main-Post, weil die Nachrichten aus der Region, die eigenen Themensetzungen und Recherchen die dpa-Beitäge bei weitem überwiegen. Empfehle Ihnen lesen und aus der Kampfdackelperspektive herausfinden... zwinkern)
(0)
kampfdackel (269 Kommentare) am 04.08.2011 10:31

Sie haben recht

Sollte öfters mal nachdenken und weniger trollen zwinkern
(0)
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