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publiziert: 03.07.2012 19:37 Uhr
aktualisiert: 05.07.2012 10:06 Uhr
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Am Protest iranischer Asylbewerber scheiden sich die Geister

Zur Berichterstattung über die iranischen Asylbewerber in Würzburg:

Dass Asylbewerbern so viel Gehör und Aufmerksamkeit geschenkt wird, kann ich nicht verstehen. Sie kommen in unser Land, werden aufgenommen und bekommen von unserem Sozialstaat Unterstützung. Das reicht aber nicht, nein es werden Forderungen gestellt und unsere Ämter damit beschäftigt und belastet – das kann nicht sein. Leider wird auch von den Medien viel zu viel Beachtung hierfür aufgewendet. In einem fremden Land aufgenommen und soziale Unterstützung zu bekommen, dann aber auch noch Forderungen zu stellen, ist schon dreist. Für mich ist diese Aktion schlichtweg eine Erpressung, auf die man auf keinen Fall eingehen darf. Wer etwas anderes erwartet hat und nicht zufrieden ist, kann ja wieder zurück in seine Heimat gehen. Unser Sozialsystem ist eh schon sehr belastet, wer soll dies alles finanzieren? Wen sollen wir noch alles unterstützen?

Irene Kümpel, 97526 Sennfeld

 

Hier sind Menschen auf der Flucht aus dem Iran wirklich in existenzieller Not und bringen das durch drastische Maßnahmen zum Ausdruck. Gibt es gar kein Mitgefühl, dass diese Menschen nicht aus Langeweile leiden, sondern weil sie ein Anliegen haben? Sicherlich ist das schockierend, aber wenn man auf das Anliegen nicht eingeht, es nicht ernst nimmt, radikalisiert sich halt die Aktion, wie es ja in anderen Bereichen auch der Fall ist. Sehr viele Deutsche leben weltweit in anderen Ländern und werden sehr gastfreundlich aufgenommen. Wo bleibt unsere Gastfreundlichkeit? Uns sind diese wenigen Migranten schon zu viel? Und dabei brauchen wir doch in verschiedenen Bereichen dringend Arbeitskräfte. Die meisten Migranten kommen eh nicht nach Deutschland, das Problem überlassen wir wesentlich Griechenland, Italien und Spanien. Erfreulicherweise gibt es in Würzburg aber auch grandiose Aktionen der Solidarität mit den Migranten, nicht zuletzt durch diese Zeitung.

Stefan Schranner, 97084 Würzburg

 

Von manchen wird es als „Frechheit“ oder gar als „Vergewaltigung der Bevölkerung“ aufgefasst, wenn auch Flüchtlinge eine menschengemäße Behandlung fordern oder für ihre Anerkennung als Asylbewerber demonstrieren. Nun, ein Angehöriger der einheimischen Bevölkerung bin auch ich. Auch ich bin einer der Bürger, denen dieses Land gehört. Und als Bürger und „Mitbesitzer“ dieses Landes erkläre ich ausdrücklich, dass ich es nicht als „Frechheit“ gegen mich empfinden und mich nicht aufregen kann, wenn auch Flüchtlinge Forderungen stellen und für ihre Anerkennung demonstrieren. Menschengemäße Behandlung wünsche ich auch für mich und fordere sie ein, wenn sie verweigert wird. Bleiberecht in diesem Land genieße ich als Bürger sowieso. Und noch nie hatte ich es nötig, zu fliehen und eine sichere Bleibe in einem anderen Land zu suchen. Warum soll ich es anderen verdenken, wenn auch sie ein paar elementare Rechte fordern, die für mich selbstverständlich sind? Auch wenn ich diese Zeilen nur als einzelner Bürger schreibe, stehe ich damit unter den Einheimischen keineswegs allein. Nicht „die Deutschen“ entrüsten sich, wenn Asylbewerber Forderungen stellen. Darüber entrüsten sich nur manche – und denen gehört Deutschland nicht allein.

Michael Fey, 97816 Lohr

    
    

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