publiziert: 02.01.2012 18:27 Uhr
aktualisiert: 02.01.2012 18:31 Uhr
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Wer von Herdprämie spricht, disqualifiziert sich selbst

Zur Debatte über das Betreuungsgeld:

Ich kann die Hetzkampagnen gegen das Betreuungsgeld nicht verstehen, die von Wirtschaft, Grünen, SPD, FDP und sogar teilen der CDU geführt werden! Wo verhindern 150 Euro als Anerkennung für Erziehungsleistung, das Kinderkrippen für bis zu dreijährige Kleinkinder geschaffen werden? Denn das sind doch nur 10 Prozent der Kosten, die ein Krippenplatz verursacht! Und wer wird wegen 150 Euro auf eine Arbeit verzichten, wo man doch schon als ungebildeter Zeitarbeiter in der Familiensteuerklasse über 1000 Euro im Monat netto bekommt? Es gibt aber Eltern, die sich engagiert selber um die Kinder kümmern wollen und dafür bereit sind Opfer zu bringen. Was spricht dagegen, diesen eine kleine Anerkennung zu zahlen? Würden diese Eltern auch noch ihre Kinder in die kollektive Betreuung geben, käme das den Staat wesentlich teurer! Und auch die Wirtschaft sollte die Ergebnisse der Bindungsforschung beachten, wie wichtig feste Bezugspersonen in den ersten Lebensjahren sind? Welche Kita macht den morgens um fünf Uhr auf, damit Mütter um sechs Uhr am Fließband stehen sollen und schließt um 23 Uhr? Wer so familienfeindliche Praktiken fordert, sollte sich nicht wundern, wenn immer Paare auf Kinder verzichten und damit die zukünftigen Fachkräfte und Konsumenten fehlen werden. Vielleicht wäre es einer sozialen Marktwirtschaft angemesssen, die Rahmenordnung familienfreundlich zu gestalten, statt die Familie zu zwingen, sich der Wirtschaft anzupassen.  Das würde bedeuten, das Eltern nach der Erziehungspause Hilfen brauchen, wieder Anschluss an das Berufsleben zu finden und dass die Kindererziehung in der Karriere (Gehalt und Rente) so anerkannt wird, wie eine durchgehende Erwerbsarbeit. Geradezu entsetzlich ist es, wenn Kritiker des Betreuungsgeldes immer wieder von Herdprämie sprechen! Das war mal Unwort des Jahres und wer das für seine Argumentation nutzt, disqualifiziert sich selber.
Felix Staratschek, 42477 Radevormwald,
    
    

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Die neuesten Kommentare

muttzier (151 Kommentare) am 17.01.2012 21:57

Kindererziehung

soll so anerkannt werden, dass sie wie eine durchgehende Erwerbsarbeit angesehen wird.

Leider sieht es in der Praxis anders aus. Eine Mutter mit 9 Kindern - 2x Zwillinge - hatte einen Fulltimejob. Sie war über 30 Jahre ehrenamtlich aktiv in verschiedenen Elternbeiräten tätig.

Die Kinder waren vom Schulalter an in Jugendgruppen engagiert und im Jugendalter als Leiter der Gruppen: bei den Pfadfindern, der Malteserjugend, den Pfarreiministranten.

Sie alle haben mittlerweile einen Beruf,den sie gerne ausüben, zahlen Steuern und liegen dem Staat nicht auf der sog. Tasche.

Mit der Anerkennung der Kindererziehungszeit wird betr. Mutter im Rentenalter nur 337 € erhalten. Ist das gerecht ????:-(
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