Meinung
„Man dachte, der Ofen heilt alles“
Mäusekot, Ungeziefer, sonstige Hygienemängel: In der Großbäckerei Müller-Brot in Neufahrn bei München ruht die Produktion. Nur zögerlich kam heraus, wie es in den Hallen der Backfabrik um die Sauberkeit bestellt war. Dabei hatten die Lebensmittelkontrolleure die Missstände schon seit über zwei Jahren im Visier, die Staatsanwaltschaft ermittelt seit Monaten. Gerade in Anlagen wie bei Müller-Brot, wo nun eine Fläche von sieben Fußballfeldern komplett saniert werden muss, sei das Reinigungsmanagement heikel, sagt Lebensmittelhygieniker Dr. Gero Beckmann vom Bad Kissinger Institut Romeis. »mehr
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Leitartikel: Mangelnde Kontrolle an der Spitze
Im Idealfall arbeiten ein funktionierendes Unternehmen oder eine Bank mit einer Doppelspitze: cleveren Managern in der Führung, dem Vorstand – und einem Rat der Weisen, der verhindert, dass der Vorstand außer Kontrolle gerät. Schon dessen Bezeichnung Aufsichtsrat beschreibt die zwei Kernaufgaben, die der Posten mit sich bringt: Beaufsichtigen und guten Rat geben – und sich durch beide Tätigkeiten auch mitverantwortlich zeigen für das Wohl des Unternehmens. »mehr
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Gastbeitrag: Wenn die Seele kein Asyl findet
Der Suizid des Asylbewerbers Mohammad Rahsepar in der Würzburger Gemeinschaftsunterkunft hat schockiert. Hat Betroffenheit hervorgerufen und Nachdenklichkeit. Der tragische Fall lenkt den Blick auf die Lebenssituation von Menschen, die auf engem Raum zwangsweise in einer früheren Kaserne am Stadtrand leben – oft über Jahre. Asylseelsorger Rainer Behr hat sich in einem offenen Brief an Bayerns Sozialministerin Christine Haderthauer gewandt: Sehr geehrte Frau Christine Haderthauer, »mehr
Leitartikel: Hoffnungsträgerin eines ganzen Volkes
Richtet meiner Schwester in Yangon Grüße aus!“ Mit Unverständnis reagieren wir als Touristen Mitte Januar 2012 in einem Straßencafé in Mawlamyaing, einer Küstenstadt weit in Myanmars Süden, auf diesen englischen Zuruf eines Einheimischen. Gut, wir reisen in ein paar Tagen zurück in die frühere Hauptstadt des südostasiatischen Landes. Aber woher sollen wir die Schwester des freundlichen Mannes kennen? Da schickt dieser erklärend hinterher: „Ich meine unsere Schwester Aung San Suu Kyi. Sie wird uns die Freiheit schenken!“ »mehrLeitartikel: Athen hat sich ins Abseits manövriert
Ob Sparkommissar oder Sperrkonto – beide Vorschläge sind genau genommen unfassbar. Denn diese Ideen laufen de facto auf eine Erniedrigung Griechenlands zum EU-Protektorat hinaus. Ohne Haushaltshoheit wäre jede griechische Regierung eine Marionette der EU-Kommission. »mehr
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Leitartikel: Die Grenzen der Diplomatie
Der westlichen Diplomatie sind ihre Grenzen aufgezeigt worden, hart, brutal und unmissverständlich. Sie steht mit leeren Händen da. Bei ihren chinesischen wie russischen Gesprächspartnern stießen sowohl die Bundeskanzlerin, die eben auf höchster Ebene in Peking Gespräche führte, und ihr Außenminister, der auf der Münchner Sicherheitskonferenz die Rolle eines Maklers und Vermittlers übernahm, wie auch US-Außenministerin Hillary Clinton und alle anderen hochrangigen Vertreter des Westens in Sachen Syrien auf Granit. »mehr
Der sanfte Mann als Grobian
Alexander Dobrindt, Generalsekretär der CSU, hat unlängst den bisherigen Gipfel seiner Bekanntheit erklommen: Linkspartei-Chef Klaus Ernst ernannte ihn öffentlich zum „politischen Quartalsirren“. Eine derart schöne Schmähung ist für einen CSU-Generalsekretär geradezu ein Adelsprädikat und dem Ansehen an der eigenen Basis eher förderlich als schädlich. »mehrStandpunkt: Der Willkür ausgeliefert
Das Veto Russlands und Chinas gegen eine Verurteilung Syriens im Weltsicherheitsrat hat eines klargemacht: Die Demonstranten bleiben weiter auf sich selbst angewiesen. Im Gegensatz zu den Rebellen in Libyen, die von der NATO Deckung aus der Luft erhielten, werden die Syrer vorerst keinen militärischen Schutz aus dem Ausland erhalten. Sie bleiben der Willkür ihres Herrschers ausgeliefert. Was das bedeutet, zeigte das blutige Massaker in Homs. Die Opferzahlen werden noch lange unbekannt bleiben, es ist aber bereits deutlich, dass Hunderte Zivilisten im wahllosen Artilleriebeschuss der Armee ums Leben kamen. Vieles deutet darauf hin, dass dies nur der Startschuss für den Beginn einer noch blutigeren Phase in Syriens Freiheitskampf war. Die Vertreter Russlands und Chinas, die mit ihrem Votum Assad Rückendeckung gaben, tragen potenziell auch die Verantwortung für den Tod Zehntausender weiterer Menschen. »mehrLeitartikel: Abzug hat Züge einer Kapitulation
Der Abzug der NATO aus Afghanistan hat Züge einer Kapitulation. Zehn Jahre nach Beginn des Einsatzes am Hindukusch ist man von den ursprünglichen Zielen wie Wiederaufbau, Stabilisierung und Demokratisierung weit entfernt. Selbst der Tabubruch, sich mit den gemäßigten Taliban zu Verhandlungen an einen Tisch zu setzen, brachte keine greifbaren Fortschritte. Und das Schlimmste: Noch immer sterben ausländische Soldaten und einheimische Zivilisten bei Anschlägen, Attentaten und am Rande der Kampfeinsätze. »mehr(3) Leitartikel: Weltpolizist mit neuer Strategie
Rom wurde nicht an einem Tag erbaut, der Niedergang des römischen Imperiums zog sich über Jahrhunderte hin. Die USA wurden vergleichsweise schnell zur Weltmacht, und schon wird spekuliert, ob angesichts neuer Akteure auf der globalen Bühne der Weltpolizist USA die Kraft verlöre, seines Amtes zu walten. Derlei Spekulationen setzt US-Präsident Barack Obama seine neue Militärstrategie entgegen. »mehrLeitartikel: Das Ende des Bionade-Märchens
Es war fast zu schön, um wahr zu sein. Ein Wirtschaftsmärchen aus der Provinz, eine Familiensaga aus Ostheim vor der Rhön, eine echte „Story“. Am Höhepunkt des Erfolgs, also im Jahr 2007, da lag Deutschland Bionade zu Füßen. Die Biobrause hatte mit einer lässigen Mixtur aus ökologischem Gewissen, regionaler Nachhaltigkeit und unverkrampfter, weil ungeplanter Coolness, die Sympathien nicht nur der Bio- und Kneipenszene erobert. »mehrLeitartikel: Der Integrationsgipfel hat wenig bewegt
Integration ist keine Einbahnstraße und ein Integrationsgipfel keine Wunderwaffe. So sehr sich die Politik auch bemüht, mit Migranten und ihren Verbänden im Gespräch zu bleiben, die Wirtschaft stärker für deren Probleme zu sensibilisieren und ganz allgemein für ein neues, verständnisvolleres Miteinander zu werben: Ob tatsächlich gelingt, was die kreative Plauderrunde da im Kanzleramt verabredet hat, entscheidet sich weit weg von ihr – in Schulen und Vereinen, in Betrieben und Behörden, im richtigen Leben eben. »mehrLeitartikel: Mehr Geld ist keine Lösung
Die Schuldenkrise ist zum Poker um astronomische Summen verkommen. Es ist zweifellos wichtig, dass die inzwischen viel zitierte „Brandmauer“ dick genug ausfällt, damit kein Feuer überspringt und nach Griechenland auch weitere Länder ansteckt. Aber das täglich neue Geschacher um immer höhere Beträge für den Rettungsschirm oder den neuen dauerhaften Krisenmechanismus führt nicht weiter. Sie verdeckt sogar die weitaus wichtigeren und wirkungsvollen Weichenstellungen dieses Gipfeltreffens, bei denen es eben nicht nur um Strukturen zur Sicherung stabiler Haushalte in Zukunft geht, sondern um begleitende, sogar vorbeugende Hilfe. »mehr
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Leitartikel: Die Milliarden für Berlin
Berlin, sagt Klaus Wowereit gerne, sei zwar arm, aber sexy. Unter den Metropolen der Welt sieht der Regierende Bürgermeister seine Stadt auf Augenhöhe mit Paris, Rom oder London: Bunt und lebensfroh, unkonventionell und von jenem etwas maroden Charme, den der Städtetourist nur im Urlaub schätzt. Zu Hause empfindet auch er Straßen voller Schlaglöcher, heruntergekommene Schulen und verwahrlosende Parks als Zumutung. Berlin dagegen verzeiht er fast alles – er muss hier ja nicht leben. »mehr
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SPD sucht Rezept gegen Merkel
Sigmar Gabriel steht dick eingepackt am schneebedeckten Ufer des Templiner Sees – benannt nach dem Ort, in dem einst Angela Merkel aufgewachsen ist. Der SPD-Chef, sonst bekannt für scharfe Attacken, überrascht am Rande einer SPD-Vorstandsklausur am Sonntag mit neuen Tönen. „Es geht nicht um einen Wahlkampf gegen die Kanzlerin Merkel“, sagt er mit Blick auf die Bundestagswahl 2013. Die Zeit der Lagerwahlkämpfe erklärt er für beendet, es gehe vor allem gegen die Finanzmärkte und um die Kluft zwischen Arm und Reich. Er kämpfe gegen niemanden, „sondern für ein besseres Deutschland“. »mehr
Gastbeitrag: Laptops in die Schulen – und dann?
Jedes Kind soll einen eigenen Laptop haben, Schüler sollten möglichst früh an Computer herangeführt werden, und in der Lehrerausbildung sollte die Medienkompetenz eine wichtige Rolle spielen.“ Das fordert der Vorsitzende der Enquete-Kommission „Internet und digitale Gesellschaft“, der Karlsruher CDU-Abgeordnete Axel E. Fischer, in einem Interview dieser Zeitung (23. Januar). Diesen Forderungen werden viele Leserinnen und Leser mit gemischten Gefühlen gegenüberstehen. Einerseits sind heute Internet, Computer und Laptop zentrale Medien und Werkzeuge in unserer beruflichen und privaten Welt, und natürlich muss die Schule auf diese sich ständig verändernde Welt adäquat vorbereiten. Andererseits werden viele aber auch fragen, ob eine zu starke Technologisierung der Schule nicht vom eigentlichen Lernen ablenkt und dadurch heute vorhandene Probleme und Schwierigkeiten der Schulen sogar noch verstärkt werden. »mehrLeitartikel: Es wird auch ohne US-Soldaten gehen
Keine sechs Wochen ist es her, dass Schweinfurts Oberbürgermeister Sebastian Remelé die Betriebsjubilare bei den Zivilbeschäftigten der US-Garnison Schweinfurt als „unsere Botschafter bei der amerikanischen Armee“ gelobt hat. Er erinnerte an weniger freundschaftliche Zeiten, gleich nach dem Krieg, als es noch „Ami go home“ hieß. „Heute sagen wir ,Ami stay here'“, rief Remelé und hoffte sehr, dass bei der Frage, welcher US-Garnisonsstandort erhalten bleibt, auch das gute Verhältnis der hiesigen Deutschen zu den Amerikanern eine Rolle spielen werde. »mehrZitat des Tages
„Man fragt eine Gans ja auch nicht, was sie von Weihnachten hält.“ Finanzminister Wolfgang Schäuble in Davos zur Kritik aus dem Finanzsektor an einer möglichen »mehrStandpunkt: Recyceln leicht gemacht
Ob altes Handy oder ausgedienter Mixer – selbst bei den Deutschen wandert noch zu viel Elektroschrott in den Hausmüll. Obwohl doch gerade die Bundesbürger für ihre Sammelleidenschaft in Sachen Wertstoffe bekannt sind. Dabei geht es längst nicht mehr nur um die Vermeidung von Abfall, sondern um schonenden Umgang mit Ressourcen. Wer sein Mobiltelefon wegwirft, darf sich nicht wundern, wenn das neue teurer wird. Eine Million Telefone enthalten neun Kilo Palladium. Der Preis für ein Kilo dieses wertvollen Rohstoffes beträgt rund 19 500 Euro. »mehrEU-Krise: Merkel unter Druck
Nicolas Sarkozy, José Manuel Barroso, Mario Monti: Wer in Europa heute etwas erreichen will, versucht sein Glück nicht mehr in Brüssel, sondern in Berlin. An diesem Dienstag sitzt der neue spanische Ministerpräsident Mariano Rajoy im Kanzleramt, ein Mann aus einem Land, dem die Krise besonders schwer zu schaffen macht, und der sich nun ein paar seltene Streicheleinheiten abholt. „Genau das Richtige“ tue die neue Regierung in Madrid mit ihren Reformen, lobt Angela Merkel nach dem Gespräch – und fügt mitfühlend hinzu: „Ich weiß, dass das sehr hart ist.“ »mehrZeichen setzen
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