Meinung
Standpunkt: Kein Konsens bei der Organspende
An guten Absichten hat es nicht gemangelt. Gemeinsam und im größtmöglichen Konsens wollten die Regierungs- wie Oppositionsparteien im Bundestag das Transplantationsgesetz neu regeln, um auf diese Weise die Bereitschaft der Bundesbürger für Organspenden zu erhöhen. Denn allen Lippenbekenntnissen zum Trotz ist die Zahl derer, die tatsächlich einen Organspendeausweis ausgefüllt haben, im internationalen Vergleich äußerst gering. Viele Patienten müssen sterben, weil sie nicht rechtzeitig ein neues Organ erhalten. »mehrPromis werben für Organspenden
George Clooney tut es in seinem Testament, Justin Bieber auf Twitter und deutsche Promis auf Partys und in Schulen: Immer mehr Schauspieler und Musiker machen sich für das Thema Organspende stark. Weil ihre Botschaften besondere Aufmerksamkeit erregen. Sie tun es aber vor allem aus Überzeugung. »mehrLeitartikel: Mr. Facebook und seine Freunde
Mal ehrlich, kennen Sie Dustin Moskovitz, Eduardo Saverin oder Peter Thiel? Die beiden ersten haben vor acht Jahren Facebook mitgegründet, Thiel ist ein 45-jähriger Internetinvestor aus Frankfurt. »mehrStandpunkt: Keine Eurobonds – jetzt!
Wird Europa beim Wachstum zu einem ähnlichen Kraftakt fähig sein, wie mit dem Fiskalpakt bei den Staatsfinanzen? Am Tag nach dem Sondergipfel stellt sich diese Fra- ge umso drängender, weil die Staats- und Regierungschefs jetzt einen vergleichbar großen Wurf brauchen, um die Spekulanten und Kritiker zum Schweigen zu bringen. Dafür reicht es nicht, die Vergabekriterien für europäische Fördergelder neu zu justieren oder sich um den Abbau der Bürokratie (endlich?) zu kümmern. Das Motto für den Fiskalpakt hieß „nicht weniger, sondern mehr Euro- pa“. Wer damit Ernst macht, kommt an den Eurobonds nicht mehr vorbei. Natürlich hat die Bundeskanzlerin recht, wenn sie solche Anleihen als Mittel zur Entschuldung Griechenlands, Italiens, Spaniens und Portugals ablehnt. Aber als Schlussakt einer genesenen Union könnten auch die umstrittenen Bonds ein geeignetes Instrument sein, um eine wahrhaft gemeinsame Wirtschafts- und Arbeitsmarktpolitik zu demon-strieren. Dagegen hat nicht einmal Angela Merkel Einwände. Die Diskussion, die der französische Staatspräsident vom Zaun gebrochen hat, kommt dennoch zur Unzeit. Zum einen, weil François Hollande nicht wirklich konkret gesagt hat, was er sich für welchen Zeitpunkt vorstellen will. Und zum anderen, weil die Eurobonds nicht bewirken können, was jetzt notwendig ist: schnelle, wirksame Hilfe für die von der Krise erschütterten Regionen Europas. »mehr
WÜRZBURG
Auch krumme Gurken schmecken
Jeder zweite Kopfsalat wird bei der Ernte aussortiert. Und jedes fünfte Brot wird vom Handel entsorgt. Es sind erschreckende Erkenntnisse, die Valentin Thurn in seinem Kinofilm „Taste the Waste“ präsentiert: Das Essen, das wir in Europa wegwerfen, würde zweimal reichen, um alle Hungernden der Welt zu ernähren. Ein Gespräch über Nahrungsmittelverschwendung. »mehr
(2) Leitartikel: Abrüsten im Waffenschrank
Noch ein Kommentar zum deutschen Waffenrecht? Was soll das bringen, fragte ich mich, nachdem die Umstände des Amok-Alarms von Memmingen publik geworden waren. Ist nicht alles gesagt worden zum Thema, seit der Erfurter Sportschütze Robert Steinhäuser vor zehn Jahren mit einer Pumpgun und einer Glock-17-Pistole bewaffnet an seinem Gymnasium 17 Menschen tötete? »mehr(8) Leitartikel: Sarrazin provoziert – Na und?!
Wieder einmal ist Entrüstung auf allen Kanälen und in unzähligen Zeitungsspalten angesagt. Deutschlands Politik-Elite empört sich über Thilo Sarrazin. Über sein Buch „Europa braucht den Euro nicht“. Über seinen TV-Auftritt im „Ersten“ bei Günther Jauch. Die Erregung zieht Kreise. »mehrLeitartikel: Die NATO wird gebraucht
Das Bündnis hält nicht mehr. Zwei Jahre vor dem offiziellen Ende des Afghanistan-Einsatzes der NATO packen die Ersten bereits ihre Sachen zusammen. Der vorzeitige Abzug der Franzosen lässt vergessen, dass die Belgier und Niederländer schon im Sommer mit der Heimreise beginnen. »mehr(2) Leitartikel: Katerstimmung nach dem Finale
Nur die Fußball-Nationalmannschaft hat noch deutlich bessere Quoten. Fast 17 Millionen Zuschauer im Durchschnitt haben am Samstagabend das Finale der Champions League vor dem Fernseher verfolgt – nach einem stundenlangen, weitgehend sinnfreien Vorprogramm des übertragenden Senders Sat1. Nicht wenige Betrachter waren nach dem Finale in Katerstimmung und die hält womöglich noch ein paar Tage an. Denn es war schon fast absurd nachlässig, wie der FC Bayern München den Titel an den FC Chelsea verschenkte und letztlich im Elfmeterschießen scheiterte. Dabei hätte dem deutschen Fußball – ganz gleich, welcher Vereinscouleur man angehört – mal wieder ein Sieg in der europäischen Königsklasse gut zu Gesicht gestanden. »mehr„Ein Volk in Kinderschuhen“
Im Februar vor einem Jahr haben die Ägypter ihren Staatschef Hosni Mubarak, der dreißig Jahre lang über das Land bestimmte, in die Wüste geschickt. Seither ist Ägypten in einer Übergangsphase von einer Diktatur zu einem demokratischen System. Nach Wahlen der Volksversammlung im vergangenen Jahr stehen jetzt am 23. Mai die ersten demokratischen Präsidentenwahlen an. Läuft in Ägypten also alles nach Plan – oder läuft alles aus dem Ruder? Darüber sprachen wir mit der Würzburger Oberärztin Wafaa Shehata-Dieler, die aus Ägypten stammt und dorthin noch viele verwandtschaftliche Kontakte hat. »mehrStandpunkt: Merkels wichtigster Gipfel
Allmählich löst sich die Schockstarre in CDU, CSU und FDP, die Angela Merkel mit dem knallharten Rauswurf ihres Umweltministers und Stellvertreters Norbert Röttgen ausgelöst hat. Dieser Schritt stellt eine Zäsur dar. Ausgerechnet Merkel, die sonst das Moderieren des Konflikts bevorzugt, hat den Hammer herausgeholt und sich mit einer Eiseskälte von einem Minister getrennt, den sie für zu schwach hält, die Mammutaufgabe der Energiewende zu bewältigen. »mehrEs gärt nach Röttgens Rauswurf
Die Chefin ist erst einmal weg, weit weg. Nach den heftigen Turbulenzen in ihrer Regierung, die sie selber durch den überraschenden Rauswurf ihres Umweltministers und Stellvertreters Norbert Röttgen am späten Mittwochnachmittag ausgelöst hat, kehrt Bundeskanzlerin Angela Merkel der Innenpolitik erst einmal für vier Tage den Rücken, um sich fern der Heimat mit den Großen und Mächtigen der Welt zu treffen. Erst der G8-Gipfel am Wochenende in Camp David, dann der NATO-Gipfel in Chicago. »mehrLeitartikel: Dauerkampf gegen den Hunger
Die Staats- und Regierungschefs auf beiden Seiten des Atlantiks machen kein Hehl daraus, dass sie den G8-Gipfel dazu nutzen wollen, ihre jeweiligen Ansichten zum Umgang mit der europäischen Schuldenkrise zu bekräftigen. Die Argumente sind allerdings längst ausgetauscht, weshalb die Übernachtung im rustikalen Ambiente von Camp David mehr wirkt wie eine zwanglose Landpartie vor der Weiterreise zur NATO-Tagung in Chicago – nur Russlands Premierminister Dmitri Medwedew fliegt nach Hause. »mehr(13) Facebook-Börsengang: "Die Facebook-Blase wird platzen"
Heute geht Facebook an die Börse. Der Wert des Unternehmens wird auf 100 Milliarden Dollar geschätzt; der Ansturm auf die Aktien ist riesig. »mehrLeitartikel: Merkels letztes Aufgebot
Diesen Skalp darf sich Horst Seehofer persönlich an den Gürtel hängen. Mit seinem fulminanten Auftritt im „heute-journal“, bei dem er sich frank und frei seinen Frust nach dem Unionsdebakel in Nordrhein-Westfalen von der Seele redete, trug der CSU-Chef fast im Alleingang zum endgültigen Sturz des gescheiterten Spitzenkandidaten Norbert Röttgen bei. Seine geharnischte Philippika vor einem Millionenpublikum, im Internet ein Hit, brachte Merkel in Zugzwang und durchkreuzte ihre Pläne, nach dem schwarzen Wahlsonntag so schnell wie möglich zur Tagesordnung überzugehen. Die Kanzlerin musste handeln, um nicht selbst in den Sog der Niederlage gezogen zu werden. »mehrStandpunkt: Der Preis der Zustimmung
Der große Auftritt der SPD-Troika war vor allem ein dramaturgischer Effekt. Sigmar Gabriel, Peer Steinbrück und Frank-Walter Steinmeier haben nur noch einmal bekräftigt, was ohnehin schon alle wissen: Dass die Zustimmung der Sozialdemokraten zum Fiskalpakt ihren Preis haben wird, beispielsweise in Form eines Programmes gegen die Jugendarbeitslosigkeit in Spanien, Portugal oder Griechenland. Solange dafür noch Geld in den europäischen Töpfen vorhanden ist, kann die Kanzlerin der Opposition dabei problemlos entgegenkommen. Der kritische Punkt wäre erst erreicht, wenn der Wachstumspakt auf Pump erkauft werden soll. »mehrStandpunkt: Keine Schonfrist
Die Schonzeit für François Hollande endete spätestens an seinem ersten offiziellen Tag als französischer Präsident, wenn nicht schon vorher. Die EU-Kommission hat Frankreich in ihrer Konjunkturprognose für 2013 ein Defizit von 4,2 statt der von ihm angepeilten drei Prozent vorausgesagt. Auch die Arbeitslosigkeit, derzeit bei zehn Prozent, dürfte noch steigen. Jetzt gab das Statistikbüro auch noch ein Nullwachstum für Frankreich im ersten Quartal bekannt. Das Mandat beginnt unangenehm für Präsident Hollande. »mehr
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Leitartikel: Athen braucht Europas Hilfe
Griechenland geht erneut zur Wahl. Dass der zweite Urnengang innerhalb weniger Wochen zu klaren Mehrheitsverhältnissen führt und die Bildung einer stabilen Regierung zulässt, ist alles andere als sicher. Egal, wie die nächste Regierung in Athen aussehen wird, eines kann sie ganz sicher nicht: einfach weitermachen wie bisher. Und auch Griechenlands europäische Partner müssen sich etwas Neues einfallen lassen, wenn sie den drohenden Zusammenbruch des Landes noch abwenden wollen. »mehr
(3) „Ratzinger war nicht von Anfang an stockkonservativ“
Magnus Lux sieht man seine Streitbarkeit ebenso an wie seinen Humor. Lux, Jahrgang 1943, lebt in Schonungen im Landkreis Schweinfurt, ist Diplom-Theologe und pensionierter Gymnasiallehrer. Und er ist einer von sechs Sprechern des Bundesteams der Kirchenvolksbewegung „Wir sind Kirche“ und als solcher ein profilierter Kritiker des Papstes und vor allem der deutschen Bischöfe, die sich seiner Meinung nach als reine Befehlsempfänger Roms verstehen. Zusammen mit der Initiative „Kirche von unten“ und der „Leserinitiative Publik“ veranstaltet „Wir sind Kirche“ vom 16. bis 20. Mai ein Alternativ- oder Ergänzungsprogramm zum Katholikentag in Mannheim, bei dem all die Themen angesprochen werden sollen, die von der Kirche nicht diskutiert werden. Referenten sind etwa der Sozialethiker Friedhelm Hengstbach oder Eugen Drewermann. Der Forderungskatalog von „Wir sind Kirche“ umfasst unter anderem die Überwindung der Kluft zwischen Klerus und Laien, die volle Gleichberechtigung der Frau bis hin zur Priesterweihe, die Abschaffung des Pflicht-Zölibats, eine positive Bewertung der Sexualität, in der Empfängnisverhütung und Abtreibung nicht mehr gleichgesetzt werden. »mehrZeichen setzen
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