Anzeige
    

Meinung

    
    

Woher kommen die IS-Erfolge?

Nach der spektakulären Eroberung vom Ramadi (Irak) und Palmyra (Syrien) haben die Kämpfer des „Islamischen Staates“ am Wochenende ihre Schreckensherrschaft in den neuen Territorien gefestigt. In der syrischen Oasenstadt und ihrer Umgebung richtete sie nach Angaben von Menschenrechtlern mindestens 217 Menschen hin – die Mehrzahl Regimesoldaten, aber auch Frauen und Kinder. In Razzien durchkämmten sie die Wohnviertel, mehr als 600 Bürger wurden verhaftet. »mehr
    
    
Leitartikel: Je bunter der Protest, desto besser

Leitartikel: Je bunter der Protest, desto besser

Mit viel Kreativität ist die Zivilgesellschaft an Pfingsten in Stammheim den Neonazis entgegengetreten, die sich in ihrer Gemeinde breitmachen. Dass trotz besten Ausflugswetters weit über 1000 Menschen beim Gottesdienst in der Dorfmitte ihre Solidarität mit dem 850-Einwohner-Dorf zeigten, ist ein bemerkenswertes Zeichen gegen den braunen Ungeist. »mehr
    
    
Leitartikel: EU-Ostpartnerschaft in der Krise

Leitartikel: EU-Ostpartnerschaft in der Krise

Die EU-Ostpartnerschaftspolitik steckt in einer Identitätskrise. Als sie 2009 von der EU und der Ukraine, Georgien, Moldau sowie Aserbaidschan, Armenien und Weißrussland ins Leben gerufen wurde, waren Assoziierungsabkommen mit fünf der sechs Partnerländer geplant – Belarus ausgenommen. Heute, sechs Jahre später, halten nur noch drei davon daran fest. Georgien, Moldau, allen voran aber die Ukraine hoffen weiter auf den Status eines EU-Beitrittskandidaten. Armenien hat sich stattdessen der Eurasischen Wirtschaftsunion zugewendet. Aserbaidschan und Weißrussland wollen allenfalls ein loses Abkommen mit der EU treffen. Allerdings eher um an Finanzhilfen zu kommen, die ihre maroden Wirtschaften aufpäppeln sollen. »mehr
    
    
Leitartikel: Die Bundeswehr braucht mehr Geld

Leitartikel: Die Bundeswehr braucht mehr Geld

Der Kampfeinsatz der Bundeswehr in Afghanistan ist Vergangenheit. Ende 2014 lief das Mandat für die Internationale Schutztruppe ISAF aus, die Soldaten verließen die Stützpunkte im Norden des Landes und kehrten nach Hause zurück. Und doch bleibt die Bundeswehr eine Einsatzarmee. Allein in Afghanistan und Usbekistan sind noch 808 Soldaten im Rahmen der Nachfolgemission „Resolute Support“ stationiert, im Kosovo beteiligen sich 686 Armeeangehörige an dem seit 16 Jahren andauernden KFOR-Einsatz und am Horn von Afrika bekämpfen 328 Marinesoldaten somalische Piraten. Unterm Strich beteiligen sich derzeit 2567 Soldaten an 15 multinationalen Missionen im Ausland. »mehr
    
    
Leitartikel: Entrüstung muss Konsequenzen haben

Leitartikel: Entrüstung muss Konsequenzen haben

Wenn sich jemand entrüstet, dass am Coburger Schlachthof – wie das Gericht am Mittwoch feststellte – nicht ordentlich gearbeitet worden ist, dann kann man ihm getrost vorwerfen: Das ist unehrlich. Und zwar deshalb, weil nur ein winziger Teil der deutschen Bevölkerung konsequent auf Fleisch verzichtet, die Masse aber entweder weiter das Spiel von Gier und Geiz zwischen Produzenten und Kunden betreibt. Oder nur eine Teilzeitverantwortung übernimmt, als Teilzeit-Vegetarier. »mehr
    
    
Leitartikel: An der Grenze zum Verfassungsbruch

Leitartikel: An der Grenze zum Verfassungsbruch

Der Eindruck täuscht. Obwohl das halbe Land stillzustehen scheint, wenn Lokführer, Erzieherinnen und die Zusteller bei der Post gleichzeitig die Arbeit niederlegen, sind die Gewerkschaften in Deutschland ausgesprochen pflegeleichte Tarifpartner. Auf 1000 Arbeitnehmer umgerechnet fallen zwischen Flensburg und Freilassing nur 16 Arbeitstage im Jahr durch Streiks aus, deutlich weniger als in Frankreich mit 139 Tagen oder in Dänemark mit 135 Tagen. Dass bei der Bahn eine Tarifrunde außer Kontrolle geraten ist, ändert daran nichts: Von wenigen Ausnahmen abgesehen lösen Arbeitgeber und Gewerkschaften in der Bundesrepublik ihre Konflikte friedlich und nicht auf dem Rücken von Eltern oder Kunden. »mehr
    
    
Standpunkt: Die allzu legale Droge Alkohol

 (3) Leitartikel: Warum die CSU auf der Leitung steht

Die bayerische Wirtschaftsministerin Ilse Aigner (CSU) hat vorgeschlagen, die Stromautobahn SuedLink weitgehend über Hessen und Baden-Württemberg zu verlegen. Das erhellt schlagartig, dass die Staatsregierung eine Gleichstromhochspannungsleitung vom Norden in den Süden der Republik für notwendig hält – nur halt nicht über bayerisches Territorium. »mehr
    
    

„Spielen ist erfüllte Zeit“

Monopoly, Kniffel, Uno, Schach und Rollenspiele. Wir Menschen spielen gerne – ob als Kinder oder Erwachsene. Dabei ist Spielen mehr als nur ein Zeitvertreib. Im Spiel lernen wir unsere Umwelt kennen und entwickeln unsere sozialen Fähigkeiten. Alle alten Kulturen haben das Spiel als heiliges Geschehen und wichtigste spirituelle Praxis gefeiert. Schon Platon lehrte, der Mensch könne sein Leben nicht besser zubringen denn als eine unablässige Folge von Spielen zu Ehren der Götter. „Wenn wir im Spiel sind, vergessen wir nicht nur unser Ego mit all seinen Sorgen, sondern erfahren darin auch eine Freiheit und Lebendigkeit, die uns außerhalb unserer Spielzeiten nicht gewährt sind“, sagt der Philosoph Christoph Quarch. Im Benediktushof in Holzkirchen bei Würzburg wurden kürzlich bei einem Symposium unterschiedliche Perspektiven zu dem Phänomen Spiel zusammengetragen. »mehr
    
    
Leitartikel: An der Grenze zum Verfassungsbruch

Leitartikel: Gabriel fordert die Kanzlerin heraus

Sigmar Gabriel lässt die Muskeln spielen, aber er scheut den entscheidenden Schlag. Die Frage, ob die Große Koalition am Geheimdienstskandal um BND und NSA zerbrechen könnte, hat der Vizekanzler am Wochenende zwar als „Quatsch“ abgetan. Unter den vielen Brocken allerdings, die er Angela Merkel schon in den Weg gelegt hat, ist seine Forderung, die streng geheime Liste mit den Spionagezielen der Amerikaner in Deutschland zu veröffentlichen, der mit Abstand schwerste. In ihr steckt so viel destruktives Potenzial, dass die Kanzlerin es eigentlich nur falsch machen kann. Folgt sie Gabriels Linie, bleibt das nicht ohne Folgen für das transatlantische Verhältnis und die künftige Zusammenarbeit der Dienste. Weigert sie sich, wird ihr das den Vorwurf einbringen, sie habe kein Interesse an Aufklärung oder gar etwas zu verbergen. »mehr
    
    
„Normalverdiener ist abgekoppelt“

„Normalverdiener ist abgekoppelt“

Es war eine Fachbuch-Sensation, für manche „das Buch des Jahrhunderts“ (Nobelpreisträger Paul Krugmann). Der Autor Thomas Piketty wurde zum neuen „Rockstar unter den Wirtschaftsforschern“ gekürt. Vor einem Jahr katapultierte sich Pikettys „Kapital im 21. Jahrhundert“ weltweit in die Bestsellerlisten und heizte eine Debatte an – die über die Verteilung des Reichtums. Der Kapitalismus, so die These, produziere stets Ungleichheit: Die Reichen würden immer reicher, der Abstand zu den Armen immer größer. Die Leser griffen zu, doch es gab auch Kritik. Vor allem seine Kollegen nahmen das 800-Seiten-Werk des Pariser Ökonomen auseinander. Einer der größten deutschen Kritiker: Peter Bofinger. Pikettys Theorie werde von den im Buch verwendeten Zahlen widerlegt, moniert der Wirtschaftsweise aus Würzburg. Nun hat er als Mitherausgeber ein Buch zur Debatte vorgelegt: „Thomas Piketty und die Verteilungsfrage“. Wir sprachen mit Bofinger über seine Kritik, den modernen Kapitalismus – und warum er die Verteilungsfrage für wichtig hält. »mehr
    
    
Leitartikel: An der Grenze zum Verfassungsbruch

Leitartikel: Stillstand im Land nutzt der FDP

Mehr als sieben Prozent in Hamburg, gut sechs Prozent in Bremen. Dafür, dass die FDP nach dem Debakel bei der Bundestagswahl totgesagt worden war, macht sie bei ihrem Parteitag gerade einen ziemlich lebendigen Eindruck. An den beiden telegenen Spitzenkandidatinnen, mit denen die Liberalen in die Wahlkämpfe im hohen Norden gezogen sind, liegt das aber allenfalls zu einem kleinen Teil. Auch die neue Bescheidenheit, die Parteichef Christian Lindner predigt, macht die FDP nicht automatisch sympathischer. Erfolg hat sie im Moment vor allem, weil Union und SPD ihr den Gefallen tun, das Land zu sedieren, anstatt es zu regieren. »mehr
    
    

Schule ist mehr als nur Messstation

Klaus Wenzel ist seit 1970 im Bayerischen Lehrer- und Lehrerinnen Verband (BLLV) engagiert, in den vergangenen acht Jahren stand er dem fast 60 000 Mitglieder starken Verband als Präsident vor. Rund 550 Delegierten tagen seit Donnerstag in Augsburg und wollen am Freitag ein neues Präsidium wählen. Kandidatin ist Simone Fleischmann, Rektorin der Volksschule in Poing. Eine Gegenkandidatur wird nicht erwartet. »mehr
    
    
Leitartikel: Europa muss mehr Solidarität üben

Leitartikel: Europa muss mehr Solidarität üben

Kaum ein Begriff fiel so häufig wie das Wort „Solidarität“, als Kommissionsvizepräsident Frans Timmermans in Brüssel die neue Migrationsstrategie vorstellte. Dabei gibt es nichts, was der Europäischen Gemeinschaft in diesem Moment mehr fehlt. Zwar wird in Brüssel versichert, dass Europa dem Sterben nicht tatenlos zusehen könne. Doch offenbar endet die Hilfsbereitschaft einiger Mitgliedsstaaten bereits am italienischen Ufer. »mehr
    
    
Leitartikel: Die Bundeswehr braucht mehr Geld

Leitartikel: Protestpartei oder Teil des Systems?

Wenn in der Politik die Gesetze der Ökonomie gelten würden, dann hätte Bernd Lucke, der (beurlaubte) Professor für Makroökonomie an der Universität Hamburg, alles richtig gemacht. Er hat zur richtigen Zeit ein Produkt auf den Markt gebracht, für das es eine enorme Nachfrage gibt, weil die Konkurrenz kein entsprechendes Angebot vorlegt. Mit der Kritik an den milliardenschweren Euro-Rettungsprogrammen hatte die AfD zu einem Zeitpunkt, als Bundeskanzlerin Angela Merkel die Euro-Rettung als alternativlos bezeichnete, ein Alleinstellungsmerkmal. »mehr
    
    
Leitartikel: An der Grenze zum Verfassungsbruch

Leitartikel: Freundschaft mit Israel ist ausbaufähig

Reuven Rivlin steht mitten in der wütenden Menge. Die Tomaten jedoch, die er wirft, verfehlen ihr Ziel – die Limousine des ersten deutschen Botschafters in Israel, Rolf Friedemann Pauls. Jerusalem kocht, als der Diplomat aus dem Land der Täter seinen Dienst im Land der Opfer antritt. Normale Beziehungen zu einem Staat, der für den Tod von sechs Millionen Juden verantwortlich ist? Wie der Student Rivlin denken 1965 viele in Isreal: Sechs Millionen Mal nein! »mehr
    
    
Leitartikel: Der Streik an den Kitas ist wichtig

Leitartikel: Der Streik an den Kitas ist wichtig

Eigentlich ist der heute in Bayern beginnende Streik bei den kommunalen Kindertagesstätten kontraproduktiv. Im Gegensatz zur Bahn oder einem produzierendem Gewerbe, entsteht dem Arbeitgeber kein Schaden. Im Gegenteil, er muss keine Löhne zahlen und die Eltern dennoch ihren Beitrag. Die Kommunen profitieren dadurch sogar. Leidtragende sind die Eltern, doch die unterstützen die Erzieherinnen und Kinderpfleger sogar, haben Verständnis. Denn dieser Streik ist symbolisch. Er thematisiert, was uns die Betreuung unseres Nachwuchses wirklich wert ist, was wir wirklich bereit sind, in unsere Zukunft zu investieren. Und das ist erschreckend wenig. Darum ist dieser Streik so wichtig. »mehr
    
    
Leitartikel: Übertriebene Furcht vor Brexit

Leitartikel: Übertriebene Furcht vor Brexit

David Cameron ließ sich feiern wie der große Gewinner. Warum auch nicht? Die Konservativen siegten bei der Parlamentswahl. Sie straften die Meinungsforscher Lügen, indem sie eine absolute Mehrheit erreichten, und der künftige Premierminister bleibt der alte. Warum also nicht? Weil Cameron anstatt gestärkt vielmehr angeschlagen aus dieser Abstimmung hervorgehen wird. Zu mächtig sind die Stimmen einiger lautstarker Hinterbänkler in den eigenen Parteireihen, die Cameron von nun an noch massiver auf den Füßen stehen. Auf sie wird er jedoch bei einer so hauchdünnen Mehrheit mehr denn je angewiesen sein. »mehr
    
    
Leitartikel: Je bunter der Protest, desto besser

Leitartikel: Deutschland muss dankbar sein

Der 8. Mai 1945 war ein Tag der Befreiung.“ Vor 30 Jahren, als Bundespräsident Richard von Weizsäcker diesen Satz zum 40. Jahrestag des Kriegsendes sagte, war längst nicht jeder Deutsche zu dieser Erkenntnis bereit. Viele, die zwischen 1939 und 1945 ihre Liebsten, ihr Hab und Gut, zu Millionen auch die Heimat verloren hatten, taten sich noch schwer mit der Einsicht, dass die Katastrophe, die weltweit über 60 Millionen Tote forderte, mit Hitlers Machtübernahme am 30. Januar 1933 begann. »mehr
    
    
Leitartikel: An der Grenze zum Verfassungsbruch

Leitartikel: Bei den Grünen weht ein frischer Wind

Gegärt hat es schon lange im grünen Biotop – mit der Ankündigung des Kieler Umweltministers Robert Habeck, sich um die Spitzenkandidatur für die nächste Bundestagswahl zu bewerben, weht nun endlich wieder ein frischer Wind durch die Partei. Ob er sich in den nächsten Monaten zu einem politischen Hurrikan auswächst, der am Ende die ganze Grünen-Führung durcheinanderwirbelt, ist im Moment zwar noch nicht absehbar. Je unauffälliger und unglücklicher das gegenwärtige Spitzenquartett jedoch agiert, umso größer ist auch die Versuchung, sich auf etwas ganz Neues einzulassen. Auf einen Mann wie Robert Habeck vielleicht. »mehr
    
    
Leitartikel: Gerechte Bezahlung für Richter

Leitartikel: Gerechte Bezahlung für Richter

Der weltweit beneidete Wohlstand in Deutschland hat eine Schattenseite: Das Leben kommt uns immer teurer. Doch leider haben Gehaltserhöhungen beileibe nicht in allen Berufsgruppen mit den Preiserhöhungen Schritt gehalten – oder sind vernachlässigbar wie bei VW-Chef Martin Winterkorn (Jahressalär 17 Millionen Euro) oder Josef Ackermann, der zuletzt als Chef der Deutschen Bank 9,4 Millionen nach Hause brachte. »mehr
    
    
bereits am Anfang 1 2
    

Zeichen setzen 

Förderpreis für
engagierte Bürger
Lesen Sie alles über den Preis und machen Sie Vorschläge, wer ihn bekommen soll. »mehr

Leserbriefe 

Schreiben Sie uns
Wenn Sie uns einen Leserbrief schreiben wollen, dann können Sie das direkt hier tun. »mehr
Anzeige