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Leitartikel: Europas Gegner sind die Spekulanten

Europa schadet sich selbst. Die Art und Weise, wie die Debatte um die Zukunft Griechenlands geführt wird, entlarvt entweder eine erschreckende Unkenntnis oder aber eine ebenso schockierende Kurzsichtigkeit. Als ob mit dem Schlagwort „Nehmt den Griechen den Euro weg“ schon alles gelöst sei.  »mehr

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mumbel (329 Kommentare) am 24.07.2012 19:46

Spekulanten

Jeder sollte sich selbst einmal klarmachen, daß er auch spekuliert. Allein wenn er Sonderangebote kauft (in der Erwartung, daß er ein Schnäppchen macht).Wenn er bei eBay schaut, ob er einen Artikel günstiger als im Laden kaufen kann, oder bei der nächsten Ölbestellung, bei der er herauszufinden hofft, den günstigsten Zeitpunkt zu erwischen.

Was haben Spekulanten mit Griechenland zu tun? Nichts.

Sind Journalisten etwa angehalten, vom Versagen der Politik abzulenken und das Volk darauf vorzubereiten, wie "gerecht" es ist den sie den bösen Kapitalanleger weiter höher zu besteuern?

Warum wird nicht konkretisiert, wenn es darum geht die Spezies von Spekulanten zu benennen, die prächtig am Griechenland-Desaster verdient haben?

Ist man etwa zu feige sich mit den großen Institutionellen, die ihre Gewinne oft in Steueroasen ins Trockene bringen anzulegen?

Welche Maßnahmen sieht denn der Autor gegen Institutionelle vor? Hier wäre in der Tat ein Angriff auf die Steuerprivilegien angebracht.
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Du_di_ned_oo (4958 Kommentare) am 24.07.2012 21:47

@mumpel - Die Rolle der Spekulanten zur Lage Griechenlands

Ich stimme Ihnen weitgehend zu - jedoch nicht wenn Sie behaupten:
Zitat von mumpel
Was haben Spekulanten mit Griechenland zu tun? Nichts.


Indem Spekulanten u.A. auch Versicherungen auf das "Abbrennen fremder Häuser" abschließen können (siehe CDS) treiben sie die Renditen von Staatsanleihen.

siehe z.B:
Was haben Spekulanten mit Griechenland Krise zu tun?
[gute Frage ..]

Griechenland im Griff der Spekulanten
Banken und Hedge-Funds haben kein Interesse an Beruhigung
Banken und Hedge-Funds profitieren von der griechischen Krise. Sie haben kein Interesse an einer Beruhigung. Ein Insider erklärt die Mechanismen und leuchtet die fragwürdige Doppelrolle aus, die etwa Goldman Sachs spielt.
[Artikel in der Neuen Züricher Zeitung]
Aber sicherlich sind nicht nur Spekulanten schuld.
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mumbel (329 Kommentare) am 24.07.2012 22:30

@Du_di_ned_oo

Ich wollte mit meinem Beitrag nur herausstellen, daß der Begriff "Spekulant" ein so weit gefasster ist, daß er dem Sachverhalt Finanzkrise nicht gerecht wird.

Man könnte die betroffenen Akteure ebenso Insider oder Arbitrageure nennen.
Das Rezept für das derzeitige Finanzchaos sind Inkompetenz, "sich nicht an Regeln halten", das "Nicht-Verfolgen derer, die sich nicht an Regeln halten". Heraus kommen dann Gewinne, die kein Spekulant erwirtschaften kann, wenn er nicht gleichzeitig Insider ist.

Eine Aufarbeitung der Fehler ist dringend nötig. Spätestens Steinbrück hätte damit anfangen müssen. Dann erst kann man Schuldige benennen (Spekulanten sind wir alle- Alle sind aber nicht als schuldig zu benennen) und erst dann können die benannt werden, die die Hauptlasten zu tragen haben.

Der Kern des Problems ist doch die Abstimmung zwischen Politik und Finanzindustrie. Dort wurden und werden die größten Fehler gemacht.Dort müssen auch die Lasten am stärksten verteilf werden.
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closs (1766 Kommentare) am 25.07.2012 09:44

Grundsätzliche Zustimmung

Man sollte sich einmal bewusst werden, dass sich überhaupt nicht viel geändert hat. - Es gab Zeiten, in denen priviligierte SChichten (Adel/Kirchen) vom Volk den "Zehnten" (und mehr!) eingezogen haben, um ihren Besitz zu mehren. - Heute läuft das internationaler und passiert über die Finanzmärkte über die Formel "Gewinne privatisieren - Verluste sozialisieren".

Insofern ist der internationale Finanzmarkt die Enteignungs-Plattform der Bevölkerung zugunsten der Priviligierten. Gäbe es diesen Bereicherungsmechanismus nicht (wir reden hier ausdrücklich NICHT von Investitionsgeldern) und würden zudem alle SChwarzkonten der Welt ordentlich versteuert werden, gäbe es keine Staats-SChuldenkrise.

Es wird wieder einmal zu einer Revolution kommen müssen wie 1789 in Frankreich. - Aber das dauert wahrscheinlich noch 2 Generationen.
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