Meinung
(3) „Ratzinger war nicht von Anfang an stockkonservativ“
Magnus Lux sieht man seine Streitbarkeit ebenso an wie seinen Humor. Lux, Jahrgang 1943, lebt in Schonungen im Landkreis Schweinfurt, ist Diplom-Theologe und pensionierter Gymnasiallehrer. Und er ist einer von sechs Sprechern des Bundesteams der Kirchenvolksbewegung „Wir sind Kirche“ und als solcher ein profilierter Kritiker des Papstes und vor allem der deutschen Bischöfe, die sich seiner Meinung nach als reine Befehlsempfänger Roms verstehen. Zusammen mit der Initiative „Kirche von unten“ und der „Leserinitiative Publik“ veranstaltet „Wir sind Kirche“ vom 16. bis 20. Mai ein Alternativ- oder Ergänzungsprogramm zum Katholikentag in Mannheim, bei dem all die Themen angesprochen werden sollen, die von der Kirche nicht diskutiert werden. Referenten sind etwa der Sozialethiker Friedhelm Hengstbach oder Eugen Drewermann. Der Forderungskatalog von „Wir sind Kirche“ umfasst unter anderem die Überwindung der Kluft zwischen Klerus und Laien, die volle Gleichberechtigung der Frau bis hin zur Priesterweihe, die Abschaffung des Pflicht-Zölibats, eine positive Bewertung der Sexualität, in der Empfängnisverhütung und Abtreibung nicht mehr gleichgesetzt werden. »mehrStandpunkt: Das Pfeifen im Walde
Es sind erste, behutsame Signale. Aber sie könnten für den Widerstand gegen die europäischen Auflagen für Spanien, Griechenland oder Italien viel bedeuten. Werden die Sparvorgaben gelockert? Gut eine Woche vor dem so wichtigen Treffen der EU-Staats- und Regierungschefs und angesichts der Regierungskrise in Athen wächst in Brüssel auf allen Ebenen die Bereitschaft, über die verordneten Spardiktate noch einmal nachzudenken. Das klingt einfacher als es ist. Denn eine Aufweichung der Ziele käme einem Rückschritt gleich und könnte im schlechtesten Fall von den Finanzmärkten mit höheren Kreditzinsen bestraft werden. »mehr„Im Blog rumquäken reicht nicht“
Markante Persönlichkeiten und Parteien mit unverwechselbarem Image punkteten bei den Wahlen an den beiden vergangenen Wochenenden. Interessieren sich Wähler noch für Inhalte? Das wollten wir von dem Würzburger Politikwissenschaftler Dr. Thomas Leuerer wissen. »mehrLeitartikel: Merkel ist das stärkste Pfund der CDU
Es ist diese kleine, fast schon rührende Szene, die so gut wie alles erklärt: Als sich SPD-Spitzenkandidatin Hannelore Kraft und ihre grüne Kollegin Sylvia Löhrmann am Sonntagabend im Fernsehstudio erstmals sehen, fallen sie sich in die Arme, herzen sich intensiv und wollen gar nicht mehr voneinander loslassen. Keine einstudierte Pose, keine vorbereitete Aktion, sondern eine spontane Geste voller Emotion und Ehrlichkeit. Da sind zwei, die sich verstehen, vertrauen und aufeinander verlassen und gerade deshalb die Wahl in NRW gewonnen haben. »mehrOhrfeige für die Kanzlerin
Im Kleinreden und Beschönigen selbst schwerster Wahlniederlagen hat CDU-Generalsekretär Hermann Gröhe mittlerweile eine wahre Meisterschaft entwickelt. An Erfahrung jedenfalls mangelt es dem 51-jährigen Nordrhein-Westfalen nicht, in seine bald dreijährige Amtszeit fielen unter anderem die Abwahl der schwarz-gelben Landesregierung in Nordrhein-Westfalen im Mai 2010, die bittere Niederlage der CDU in Baden-Württemberg im März 2011 und zuletzt das Aus für Schwarz-Gelb in Schleswig-Holstein vor genau einer Woche. Seit der Bundestagswahl 2009 hat Schwarz-Gelb keine einzige Wahl gewonnen – und Gröhe wusste jedes Mal eine Begründung, warum das Ganze für die CDU nicht so schlimm sei. »mehrLeitartikel: Rot-Grün hat wieder eine Machtoption
Hannelore Kraft und die SPD sind die alles überragenden Sieger der Landtagswahlen in Nordrhein-Westfalen. CDU-Herausforderer Norbert Röttgen verliert desaströs. Kraft hat gezeigt, dass auch im bunter gewordenen Parteiensystem, zweifarbige Mehrheiten noch möglich sind. Damit gibt sie der eigenen Partei enormen Rückenwind fürs Superwahljahr 2013. Angela Merkel hingegen verliert eine Machtoption nach der anderen. Norbert Röttgen wäre der Mann für Schwarz-Grün gewesen. Er führte einen so katastrophalen Wahlkampf, dass man ihm nicht mal mehr zutraut, die Scherben zusammenzukehren. Nicht nur in NRW hat seine Karriere ihren Höhepunkt überschritten. »mehrLeitartikel: Grün-Rot in Stuttgart muss sparen
Alles schielt nach Nordrhein-Westfalen. Wird sich die rot-grüne Koalition dort bewähren? Vertrauen ihr die Bürger weiterhin? Toppt dort eine Regierungschefin mit Landesmutter-Image einen alerten Merkel-Buben? Was in dem strukturell sozialdemokratisch aufgestellten Bundesland als fast natürliche Option gilt, ist in Baden-Württemberg mit dem Hauch von Exotik versehen. Noch immer, auch ein Jahr nach der Regierungsübernahme einer Koalition aus Grünen und Roten. »mehrStandpunkt: Bittere Niederlage
Für Norbert Röttgen gilt die alte Fußballer-Weisheit: Erst hat man kein Glück und dann kommt auch noch Pech dazu. Bei seinem Versuch, Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen zu werden, hat der smarte CDU-Vize so ziemlich alles falsch gemacht, was man nur falsch machen konnte, und auch in seinem eigentlichen Brotberuf als Bundesumweltminister ist der Lack erst einmal ab: Das klare Veto des Bundesrats zu der von der schwarz-gelben Koalition beschlossenen Solarkürzung ist eine bittere Niederlage für Röttgen. »mehrFrei, aber nicht kostenfrei
Ist das deutsche Urheberrecht ein Relikt aus längst vergangenen Zeiten? Zeiten, in denen Bücher noch auf Schreibmaschinen getippt und Musik auf große schwarze Scheiben gepresst wurde. Ist der gesetzliche Schutz des geistigen Eigentums gar verzichtbar in der Welt des Internets, in der ohnehin jedes Buch, jeder Film und jedes Musikstück vielleicht nicht immer legal, dafür aber jederzeit und kostenlos verfügbar ist? »mehr
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Leitartikel: Staat muss für gleiche Rechte sorgen
Vor dem Gesetz bleibt vorerst alles, wie es war, aber die symbolische Wucht ist kaum zu überschätzen: Erstmals hat ein amtierender US-Präsident sich für die vollkommene Gleichberechtigung von hetero- und homo- sexuellen Menschen ausgesprochen. Für Bürgerrechtler ist der Streit darüber, wer wen heiraten darf, die letzte staatlich geschützte Diskriminierung im Land; manche Kommentatoren siedeln Obamas Bekenntnis nur knapp unter den Verdiensten von Lyndon B. Johnson an, der in den 60er-Jahren den Afro-Amerikanern zu ihren Rechten verhalf. »mehr
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