aktualisiert: 26.01.2011 07:53 Uhr
Text
Text
WÜRZBURG
Kollegen zu mieten: Coworking gestartet
Anlaufstelle für Freiberufler und Kreative – Projekt „Coworking“ startet in Würzburg
In der Veitshöchheimer Straße 14 drängen sich die Leute – über 50 Interessierte wollen bei der Eröffnung von „Coworking Würzburg“ (co-working: englisch für „zusammenarbeiten“) dabei sein.
„Formlos, wie eine Art WG-Eröffnung“, sollte der Startschuss für Coworking Würzburg laut Tilman Hampl, einem der Initiatoren des Projekts, werden. Das Konzept scheint aufzugehen: Pizzakartons stapeln sich auf den Tischen, überall stehen Menschen zusammen und plaudern.
„Coworking – nach New York und Hamburg nun auch in Würzburg“, heißt es in einer Pressemitteilung der Stadt Würzburg. In der Tat ist Coworking ein Trendthema: Die Arbeitsform, die vor allem unter Freiberuflern und Kreativen Anklang findet, ist bereits in vielen anderen Städten verbreitet. Beim Coworking arbeitet jeder für unterschiedliche Firmen und Projekte, teilt sich aber mit anderen die Räumlichkeiten. Der Vorteil des Coworking liegt in der Flexibilität: Je nach Bedarf kann man tage- oder monatsweise einen Schreibtisch mieten.
Das Projekt bietet auch für die Stadt Würzburg Vorteile: „Coworking trägt zur Stadtentwicklung und -erhaltung bei“, erklärt Markus Heurung, Vorstand des Coworking-Vereins. Klaus Walther, Geschäftsleiter von Congress-Tourismus-Wirtschaft (CTW), sieht das ähnlich: „Es steigert die Attraktivität des Wirtschaftsstandortes Würzburgs und bietet Berufseinsteigern und Studienabgängern eine Gelegenheit, zum Arbeiten in der Stadt zu bleiben.“ Diese sollen so an Würzburg gebunden werden. „Dahinter steckt natürlich auch die Hoffnung, dass sich der ein oder andere aus dem Coworking-Büro heraus mit einer eigenen Firma in Würzburg selbstständig macht“, so Heurung.
Er und seine Mitstreiter freuen sich über die Unterstützung Würzburgs: Die Miete für die von der Stadt gestellten Räumlichkeiten gegenüber dem Kulturspeicher ist gering, der Mietvertrag mit einer Kündigungsfrist von lediglich drei Monaten flexibel. Auch beim Marketing greift die Stadt dem Coworking-Team unter die Arme.
In dem Projekt, das im Sommer 2010 ins Leben gerufen wurde, steckt viel Herzblut: Von anderen Coworking-Spaces haben sich die Gründer Anregungen geholt, Vorträge zum Thema besucht – und im November mit insgesamt 13 Leuten einen Coworking-Verein gegründet. Das Mobiliar für die drei großen Büroräume haben die Mitglieder von überall her zusammengetragen: Die Schreibtische stammen aus einer Büroauflösung, die Stühle sind ein Geschenk der Stadt, die Lampen an den Decken eine Leihgabe. Für andere Dinge werden noch Sponsoren gesucht. „Auf unserem Wunschzettel stehen eine Küchenzeile, ein Beamer, Grünpflanzen . . .“, zählt Heurung auf.
Er möchte durch das Projekt Coworking vor allem eines erreichen: „Verschiedenste Leute, die allein vor sich hinwerkeln, zusammenbringen“, das sei das Hauptanliegen von Coworking. Mitmachen ist einfach: Wer einen Arbeitsplatz sucht – sei es für einen Tag oder einen Monat – geht ins Coworking-Haus, lässt sich einmalig registrieren, sucht sich einen Platz an einem der Schreibtische – und kann direkt loslegen. Die Nutzungsgebühren variieren; eine Tageskarte gibt es schon ab zehn Euro.
„Wir werden sehen, inwieweit sich Coworking in Würzburg etablieren lässt“, sagt Heurung. Läuft das Ganze nach Plan, gibt es bereits neue Ideen, zum Beispiel für eine „Computertafel“, bei der – analog zur Tafel, wo Lebensmittel an Bedürftige verteilt werden – Computer aus Restbeständen repariert und an Hartz-IV-Empfänger weitergegeben werden sollen.
ONLINE-TIPP
Fotos und ein Video von der Eröffnung sowie Infos zu Öffnungszeiten und Preisen: www.coworking-wuerzburg.de
Diesen Artikel
Die neuesten Kommentare
Krankenhaus finden
Multimedia-Lexikon
Wir erklären Ihnen die wichtigsten Begriffe aus der digitalen Welt. »mehr

Wetter
