aktualisiert: 28.04.2009 07:56 Uhr
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Sanaa/Berlin (dpa)
Öl-Tanker aus der Hand von Piraten befreit
Ein Sondereinsatzkommando der jemenitischen Marine hat am Montag ein von somalischen Piraten gekapertes Schiff zurückerobert. Nach Regierungsangaben töteten die Soldaten an Bord des Öl-Tankers «Qana» drei Seeräuber.
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Ein Schiff der spanischen Marine eskortiert das Kreuzfahrtschiff MS Melody.
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Attacke rechtzeitig abgewehrt: Die griechische Marine stellte am 1. April somalische Piraten im Golf von Aden.
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Befreier und Befreiter: Der am 12. April befreite Kapitän der "Maersk Alabama", Richard Phillips (r.), mit Frank Castellano, Kommandant der USS Bainbridge.
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Kenianische Polizisten schaffen somalische Piraten ins Gerichtsgebäude von Mombasa (Archiv).
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High-Tech-Fahndung nach Piraten: Das unbemannte Aufklärungsflugzeug Scan Eagle schoss dieses Foto des Rettungsbootes, von dem US-Kapitän Richard Phillips am 12. April 2009 aus Piratenhand gerettet wurde
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Ein französischer Marinesoldat führt im kenianischen Mombasa einen festgenommenen somalischen Piraten an Land.
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Drama vor Somalia: Piraten halten die Besatzung der später mit erheblichem Blutvergießen befreiten französischen Segeljacht "Tanit" in Schach (Foto vom 11.4.2009).
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Freibeuter in Lauerstellung: Somalische Piraten warten am Strand auf einen Beutezug.
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Ein Pirat an Bord einer vor Somalia gekaperten Jacht. (Archivbild)
Am Wochenende hatten bewaffnete Sicherheitskräfte einen Angriff auf das italienische Kreuzfahrtschiff «MSC Melody» vereitelt, das mit rund 1500 Menschen auf dem Indischen Ozean unterwegs war. Kapitäne und Reeder warnten erneut eindringlich vor der Bewaffnung von Handelsschiffen.
«Das führt nur zu einer Eskalation», sagte der Geschäftsführer des Verbands Deutscher Kapitäne (VDK), Karlheinz Follert, der Deutschen Presse-Agentur dpa in Hamburg. Es sei zudem unmöglich, «auf jedem Schiff eine Kampfgruppe zu stationieren». Auch der Verband Deutscher Reeder (VDR) sprach sich klar gegen die Bewaffnung ziviler Schiffe aus. «Wir glauben, dass das die Gefahr für die Besatzungen deutlich erhöht», sagte dessen Sprecher Max Johns.
Vor der Küste des ostafrikanischen Landes war am Wochenende der Getreidefrachter «Patriot» einer Hamburger Reederei entführt worden. Die Hamburger Staatsanwaltschaft nahm Ermittlungen wegen eines Angriffs auf den Seeverkehr auf. Das Verfahren laufe gegen Unbekannt, wie Behördensprecher Wilhelm Möllers in der Hansestadt sagte.
Bei der Rückeroberung des Tankers «Qana» wurden elf Piraten festgenommen. Die 23 Seefahrer an Bord, 20 Jemeniten und 3 Inder, blieben nach ersten Informationen unverletzt. Ein Mitarbeiter der Küstenwache sagte, die Seeräuber hätten am Sonntag außerdem versucht, drei kleinere Schiffe zu attackieren, die zur gleichen Zeit wie der Tanker «Qana» in der Nähe der jemenitischen Hafenstadt Balhaf unterwegs gewesen seien. Es sei ihnen jedoch nicht gelungen, an Bord dieser Schiffe zu gelangen.
Beim Kampf gegen Piraten vor Somalia dürften internationale Militäreinheiten nach Überzeugung des Seerechtlers Rüdiger Wolfrum deren Stützpunkte angreifen oder blockieren. Ein solches Vorgehen sei durch UN-Sicherheitsresolutionen gedeckt, sagte der Direktor des Heidelberger Max-Planck-Instituts für ausländisches öffentliches Recht und Völkerrecht dem Sender WDR 5: «Das schließt Gewaltmaßnahmen, also militärischen Einsatz, mit ein, sogar auch auf Land.» Deutschen Soldaten sei ein Einsatz an Land aber nicht erlaubt.
Ein somalischer Staatsangehöriger, der in Kenia in einem Piratenprozess vor Gericht steht, hat nach einem Beschluss des Berliner Verwaltungsgerichts keinen Anspruch auf deutsche Hilfe. Damit wurde am Montag ein entsprechender Eilantrag des Mannes zurückgewiesen. In der kenianischen Hafenstadt Mombasa stehen seit Mittwoch erstmals neun von der Deutschen Marine gefasste mutmaßliche Seeräuber vor Gericht. Die Somalier haben laut Anklage versucht, das deutsche Handelsschiff «MV Courier» im Golf von Aden zu kapern.
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