publiziert: 16.05.2010 20:47 Uhr
aktualisiert: 16.05.2010 20:53 Uhr
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Schrift vergrößern Text    Schrift verkleinern Text Venice/Washington (dpa)
Riesige Ölschwaden verseuchen Golf von Mexiko

Im Golf von Mexiko ist ein neuer Versuch zur Eindämmung der Ölpest vorerst fehlgeschlagen. Experten gelang es nur für kurze Zeit, ein Absaugrohr in die defekte Steigleitung einzuführen und Öl abzupumpen.

  • Geborstenes Ölrohr Unterwasser-Aufnahme des geborstenen Ölrohrs im Golf von Mexiko.
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Dann habe sich das Absaugrohr erneut verschoben und die Operation musste abgebrochen werden. «Das ist zwar enttäuschend, aber angesichts der äußerst schwierigen Bedingungen nicht unerwartet», teilte das Informationszentrum am Sonntag mit. In einer Erklärung war von einem «erfolgreichen Test» die Rede. Man habe bereits mit einem neuen Anlauf begonnen.

Beobachter sprachen von einem ersten Hoffnungsschimmer: Erstmals seit dem Unfall der Bohrinsel «Deepwater Horizon» vor fast vier Wochen endete eine Operation nicht mit einem völligen Fehlschlag. «Es handelt sich zwar nicht um einen Durchbruch, aber um einen ersten Fortschritt», meinte der TV-Sender CNN.

Zugleich gab es aber neue Negativ-Nachrichten: US-Wissenschaftler entdeckten riesige Unterwasser-Ölschwaden. Diese seien bis zu 16 Kilometer lang, sechs Kilometer breit und hätten eine Höhe von rund 100 Meter. «Im Vergleich zu dem, was wir an der Wasseroberfläche sehen, gibt es eine erschreckenden Menge an Öl in der Tiefe», sagt die Meeresforscherin Samantha Joye von der University of Georgia. Laien wie Experten hatten sich immer wieder gefragt, warum der Ölteppich an der Meeresoberfläche nicht viel dicker ist.

Der Sauerstoffgehalt in der Nähe der Ölschwaden liege bereits rund 30 Prozent unter den Normalwerten, dies könnte sich zu einer echten Gefahr für Meerestiere auswachsen. «Dies ist alarmierend», sagte die Forscherin der «New York Times». Ursache könnte der Einsatz jener Chemikalien sein, die das Öl bereits unter Wasser zersetzen sollen.

Dabei hatte der britische Ölkonzern BP erst kurz zuvor Erfolg mit dem Einsatz der Chemikalien gemeldet: Das Mittel zersetze das Öl, damit es natürlich im Meer abgebaut werden könne. Die US- Umweltbehörde hatte den Unterwasser-Einsatz der Mittel erst kürzlich zugelassen - entgegen Bedenken von Umweltschützern.

Die Methode, mit der die BP-Experten das austretende Öl auffangen wollen, gilt als extrem schwierig. «Die Prozedur ist noch niemals zuvor in einer solchen Tiefe versucht worden...», hieß es. Um in der eisigen Kälte der Tiefe Kristallbildung zu verhindern, müsse Methanol in das Absaugrohr geleitet werden.

Zugleich warnen die Experten vor allzu hohen Erwartungen: Die Methode könne nicht das gesamte austretende Öl aufsaugen. «Diese Methode ist aber ein wichtiger Schritt, die Menge des austretenden Öls zu verringern.» Auch Obama verliert allmählich die Geduld: In ungewöhnlich scharfer Form griff er die Ölindustrie wegen ihrer gegenseitigen Schuldzuweisungen an. «Was jetzt wirklich zählt: Hier fließt Öl ins Meer. Und das müssen wir so schnell wie möglich stoppen», sagte Obama am Freitag. Er versprach, die Ölkonzerne künftig schärfer zu kontrollieren. Es habe viel zu lange ein «behagliches Verhältnis» zwischen staatlicher Aufsicht und Ölindustrie gegeben.

Insider in Washington meinen, Obama müsse nun Kritik aus den eigenen Reihen fürchten. Manche Demokraten lehnen Off-Shore-Bohrungen ab. Dies könne vor den Kongresswahlen im Herbst zu einem Risiko werden. Bisher hätten die Demokraten direkte Angriffe auf ihren Präsidenten vermieden, meinte die «New York Times».

Allzu starke Kritik an den Ölkonzernen wiederum könnte andere Industriezweige verschrecken - die ihre Wahlspenden dann eher den Republikanern zukommen lassen. Die Wahlen im November sind entscheidend, es geht um die Parlamentsmehrheit des Präsidenten.

    
    

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lifeexplorer (2908 Kommentare) am 20.05.2010 17:24

Ökologische Katastrophe verantwortungsloser...

Die noch gar nicht abzusehende ökologische Langzeitkatastrophe am Golf von Mexico ist vor allem deshalb so unfassbar, weil ein solches Unglück vorhersehbar war, da die Konzerne und Betreiber der "Deepwater Horizon" KEINEN PLAN B für den Ernstfall jemals entwickelt hatten, oder gar die Genehmigungsbehörden diesen gefordert hätten.

Diese Region im Süden der USA gehört zu den verletzlichsten Ökosystemen der ganzen Küste: Tausende von Vogelarten, ein reichhaltiges fragiles Leben im Mississippi-Delta in Flora & Fauna, vielgestaltige Fischgründe, Vogel-Brutgebiete. Delphine, Meeresamphibien, Mangrovensümpfe und ein Naturschutzreservat nach dem anderen an der Küste bis hinüber zum 'Florida-Panhandle'. Es war ein Paradies ...

Dennoch durfte BP / Transocean / Halliburton noch unter der Genehmigung der mit der Öl-Lobby verquickten Regierungs-Mafia Bush/Cheney in einer Tiefe von über 1500 Metern erstmals direkt dort ein riesiges Ölvorkommen anzapfen. Bis zum heutigen Tage, gibt es außer den "BlowOut Preventern", die allesamt versagt haben, KEIN erprobtes alternatives System, das eine solches Desaster dann verhindern oder schnell eindämmen könnte!

Das hat nicht nur zum Tod von 11 Besatzungsmitgliedern des Off-Shore Rigs geführt, sondern zeitigt mittlerweile die möglicherweise größte Ölpest seit der EXXON-Valdez-Havarie in Alaska. Hinzukommt, dass unser "Golf Strom" im Golf von Mexico seinen Ursprung hat, d.h. die jetzt schon in den "Loop Current" festgestellten Ölschwaden werden mit großer Wahrscheinlichkeit sogar den Atlantik erreichen, auf dem Weg dorthin die Florida Keys / Kuba und wertvollste, kristallklare Korallenriffe passieren und auch dort noch ihre Schäden anrichten.

Und alle nur wegen der unersättlichen Gier nach Öl, nach Profiten und Gewinne mit möglichst geringem finanziellen Aufwand. traurig

Bereits mit einigen Millionen $ an Investitionen -- so sagen Experten des Geschäfts! -- wäre die Sicherheit solcher Plattformen deutlich zu verbessern. Techologien zu installieren, die das Risiko eines ungebremsten Oil-Spills deutlich minimieren würden.


Und dann dies noch: Gestern scheiterten Barack Obamas Versuche im Parlament die Haftungsobergrenzen für die Konzerne und deren Versicherungen aufzuheben bzw. auf realistische Werte zu erhöhen an den REPUBLIKANERN im Parlament!

Getreu dem schon im Wahlkampf verbreiteten Motto: "Drill, Baby, drill!" Egal wie.


Wie lange wird der Planet uns degenerierte Menschen wohl noch ertragen?
Unsere Verantwortungslosigkeit gegenüber den eigenen Lebensgrundlagen?
Unser Handeln wider jede Vernunft, wider jedes bessere Wissen?
Unseren Lebensstil auf Kosten der Zukunft unserer Kinder und Kindeskinder?


Man könnte verzweifeln, ob dieser Ignoranz, Gier und Borniertheit bis hinauf in die höchsten Etagen von Industrie und Politik ... traurig traurig traurig

Wütende Grüße
LE
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