aktualisiert: 17.11.2008 10:29 Uhr
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Hannover (dpa)
Todesbus-Fahrer bricht sein Schweigen
Knapp zwei Wochen nach der Buskatastrophe mit 20 Toten auf der A 2 bei Hannover hat sich der 51 Jahre alte Fahrer erstmals zu Wort gemeldet. Er forderte für Busse einen Notausstieg im hinteren Bereich, wie das in vielen anderen Ländern bereits Pflicht sei.
Der Bus sei innerhalb von Sekunden ein «Flammenmeer» gewesen, erklärte der Mann laut Medienberichten.
«Alle die überlebt haben, saßen in den vorderen Reihen», sagte der Fahrer der «Hannoverschen Allgemeinen Zeitung». «Die Frage nach der Ursache beschäftigt mich Tag und Nacht.»
Er habe keine zusätzlichen Elektrogeräte an Bord gehabt, die hätten durchschmoren können. Er habe auch keine besonders entflammbaren Reinigungsmittel benutzt.
Zudem seien keine gefährlichen Gegenstände an Bord gewesen.
Der Anwalt des Busunternehmens Mommeyer, Matthias Waldraff, sagte am Samstag der dpa: «Wir sind nur dieses eine Mal an die Öffentlichkeit gegangen, um verschiedene Spekulationen auszuräumen.»
Die Ursache für das schwerste Busunglück in Deutschland seit 16 Jahren ist immer noch unklar. Am 4. November war der Bus auf dem Rückweg von einer Kaffeefahrt in Flammen aufgegangen, 20 Menschen starben, 13 wurden teils lebensbedrohlich verletzt. Unter den Toten ist auch ein 13-jähriges Mädchen.
Brandexperten aus ganz Deutschland untersuchten das Wrack, laut Polizei spricht nach den bisherigen Erkenntnissen vieles für einen technischen Defekt im Bereich der Bordtoilette.
Das Gutachten der Sachverständigen wird in den kommenden zwei Wochen erwartet. «Wir haben im Moment nichts Neues», sagte die Sprecherin der Staatsanwaltschaft Hannover, Kathrin Söfker.
Für die 20 Opfer der Flammentragödie sind mittlerweile an der Autobahn nahe dem Unglücksort 20 Holzkreuze aufgestellt worden.
Der psychisch schwer angeschlagene Busfahrer hatte nach dem Unglück zunächst geschwiegen und auch nicht an den Trauerfeiern teilgenommen. «Ich bin am Boden zerstört, ich fühle mich wie tot», sagte er.
Der Selbstständige fährt nach Angaben des Anwalts seit 19 Jahren Reisebusse.
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