publiziert: 29.03.2009 19:59 Uhr
aktualisiert: 30.03.2009 16:27 Uhr
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Nach Winnenden fühlen sich viele Schützen am Pranger

Bezirksschützentag in Marktheidenfeld

Natürlich blieb der unterfränkische Bezirkschützentag des Bayerischen Sportschützenbunds am Sonntag in Marktheidenfeld nicht unberührt vom Amoklauf eines Jugendlichen in Winnenden.

  • Nach dem Amoklauf von Winnenden fühlen sich viele Schützen am Pranger. Marktheidenfelds Bürgermeisterin Helga Schmidt-Neder (im Bild) plädierte in ihrem Grußwort für einen neuen Konsens, welche Waffen für Sportzwecke geeignet seien.
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Selten hatte man in den vergangenen Jahren wohl so viele Fahnenabordnungen der 313 unterfränkischen Schützenvereine bei einem Schützentag erleben können. Die Sportschützen fühlen sich unter Druck und wollten Einigkeit demonstrieren.

Marktheidenfelds katholischer Stadtpfarrer, Dekan Hermann Becker, bezog beim traditionellen Gottesdienst für die Lebenden und Verstorbenen der Schützen auch die 16 Opfer des Amoklaufs mit ihren Angehörigen ins Gedenken ein. In seiner Predigt mahnte er aber auch, dass es auf Erden wohl keine absolute Sicherheit geben könnte.

Nach einem prächtigen Umzug prallten bei der sich anschließenden Versammlung in der Aula der Staatlichen Realschule die gegensätzlichen Meinungen aufeinander. Marktheidenfelds Bürgermeisterin Helga Schmidt-Neder plädierte in ihrem Grußwort offen für einen neuen gesellschaftlichen Konsens, welche Waffen für Sportzwecke geeignet seien und wie mit ihnen sicher umgegangen werden könne. Außerdem sprach sich die Kommunalpolitikerin für ein Verbot so genannter „Killerspiele“ aus.

Als völlig zu Unrecht an den Pranger gestellt, sah der Bundestagsabgeordnete Wolfgang Zöller (Obernburg) die Schützenvereine und lobte deren verantwortungsvolle Jugendarbeit. Diesen Aspekt betonte auch der unterfränkische Bezirkstagspräsident Erwin Dotzel (Wörth) und mahnte dennoch einen jederzeit verantwortungsbewussten Umgang mit Waffen an.

Landesschützenmeister Wolfgang Kink (München) sah die Schützenvereine gar als Opfer politischer und medialer Kampagnen. Der SPD-Landtagsabgeordnete und Landesvorsitzende der Gewerkschaft der Polizei Harald Schneider (Karlstadt) bewertete das deutsche Waffengesetz als streng und völlig ausreichend, aber sein Vollzug und Umsetzung seien zu forcieren.

Der unterfränkische Bezirksschützenmeister Siegfried Schmitt dankte für die offene Worte, aber auch für die Unterstützung, bevor man sich mit der normalen Tagesordnung des Bezirkschützentags befasste. Bei Unterfrankens Schützen träfen auch kritische Worte auf offene Ohren, da sie in der Ausübung ihres Sports den verantwortungsvollen Umgang mit den Sportwaffen in vollem Umfang bejahen würden.

mh
    
    

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