aktualisiert: 18.02.2009 18:25 Uhr
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SCHWEINFURT/HERZOGENAURACH
Schaeffler-Betriebsrat fordert Staatshilfe
Wirtschaftsausschusssitzung bringt keine Klarheit – Ringen um Zukunft von Opel geht weiter
(fan/dpa) 2000 Beschäftigte der Schaeffler-Industriesparte FAG in Schweinfurt haben am Mittwoch ein Konzept für die Sanierung der angeschlagenen Gruppe gefordert und damit für die Sicherung ihrer Arbeitsplätze demonstriert.
Der Gesamtbetriebsratsvorsitzende Norbert Lenhard brachte von der Sitzung des Schaeffler-Wirtschaftsausschusses keine guten Nachrichten mit. Die Aufträge im Automotive-Bereich seien noch stärker eingebrochen als im Januar, ähnlich entwickelt sich der Industriebereich. Der Betriebsrat befürworte eine Staatsbeteiligung. Denn ein „weißer Ritter“ als Privatinvestor mit den benötigten vier bis fünf Milliarden Euro stehe nicht vor der Tür. Um eine Zerschlagung der Unternehmen, einher gehend mit Arbeitsplatzverlusten zu verhindern, sei eine Staatsbeteiligung nötig. Lenhard forderte auch den Einsatz der Kredit gebenden Banken an der Sanierung durch einen Verzicht auf einen Teil ihrer Forderungen. Ein Zukunftskonzept seitens der Geschäftsleitung gebe es noch nicht.
IG-Metall-Vertreter Peter Kippes forderte den Kapital-Einsatz der Eigentümer und Banken bei der Sanierung. Die Arbeitnehmer dürften das nicht ausbaden müssen. Dass die Schaeffler-Spitze immer noch behaupte, sie trage keine Verantwortung an der jetzigen Lage, sei eine einzige Unverschämtheit. Die größte Aktion fand am Sitz des Konzerns in Herzogenaurach statt. Dort zogen rund 5000 Arbeiter und Angestellte vom Werkstor zum Marktplatz des Ortes. Die Eigentümerin des fränkischen Zulieferers, Maria-Elisabeth Schaeffler, die die Demonstranten am Werkstor begrüßte, zeigte sich von der Aktion ihrer Mitarbeiter sichtlich gerührt. Mit Tränen in den Augen dankte sie den Beschäftigten für ihre Unterstützung. Auf Transparenten forderten die Demonstranten die Bundesregierung zu einer „Bürgschaft für die Zukunft“ auf. Bei einer Kundgebung auf dem Marktplatz von Herzogenaurach sprachen sich Betriebsräte, Gewerkschafter und Vertreter einer Beschäftigteninitiative für eine rasche staatliche Überbrückungshilfe für den Schaeffler-Konzern aus. Das Unternehmen sei im Kern gesund. Am Mittwoch wurde bekannt, dass Schaeffler-Finanzchef Thomas Hetmann das Unternehmen verlässt. Für ihn kehrt Mary Jo Gresens zurück, die von 1999 bis 2006 bei Schaeffler für die Finanzen zuständig war. Unterdessen öffnet sich der Rüsselsheimer Autobauer Opel angesichts einer möglichen Insolvenz der US-Mutter General Motors (GM) offenbar für den Einstieg neuer Partner: Denkbar seien Beteiligungen von Ländern über einen gewissen Zeitraum, als auch fremdes Kapital anderer Unternehmen. Die GM-Gruppe hatte in der Nacht zu Mittwoch angekündigt, 26 000 Stellen außerhalb der USA streichen zu wollen.
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