Hierzulande haben manche im Moment Elektroherde oder gar die Abluft von Kühlschränken als zusätzliche Wärmequelle entdeckt. Es kursieren auch wieder wilde Geschichten über Hasardeure, die früher mit dem Auto auf dem zugefrorenen Main ihre Runden gedreht haben. Nicht wenige Mainfranken wünschen sich baldmöglichst warme Temperaturen und ein gutes Eis. In der nordschwedischen Provinz Västerbotten, deren Hauptstadt Würzburgs Partnerstadt Umeaa ist, hat man andere Sorgen. Dort wünschen sich die Schweden knackige Kälte und gutes Eis. Auf manchen ihrer Bergseen ist das Eis derzeit nämlich so katastrophal schlecht, dass sie für Schneemobile gesperrt werden müssen. Das schlägt einem Schweden natürlich aufs Gemüt. Gleichzeitig hat es Montagnacht auf Västerbottens Straßen neun Zusammenstöße mit Elchen und Rentieren gegeben. Dabei leben dort oben nur vier Leute pro Quadratkilometer. Ein Schelm, wer frustrierte Schneemobilfreunde hinter den „Unfällen“ vermutet. Aber nicht überall in Västerbotten gibt es zu wenig Eis. In der Provinzstadt mit dem schönen Namen Vilhelmina zum Beispiel gibt es offenbar genug. Das überschüssige Eis hat man dort dieses Jahr dazu verwendet, eine Eiskirche hinzustellen. Am Samstag soll sie feierlich eingeweiht werden, und zwar mit einer Hochzeit. Nur hat sich bislang noch kein Brautpaar gefunden. Ob es Heiratswilligen in der Eiskirche zu kalt oder zu warm ist, ist nicht klar. Wahrscheinlich haben sie aber momentan einfach keine Zeit zum Heiraten, weil rundherum das Eis für Schneemobilfreuden taugt.