publiziert: 16.08.2010 16:59 Uhr
aktualisiert: 17.08.2010 13:03 Uhr
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Schrift vergrößern Text    Schrift verkleinern Text Köln (dpa)
Wenig Spenden für Pakistan

Lässt das Leid in Pakistan die Deutschen kalt? Von der sonst großen und verlässlichen Spendenbereitschaft ist diesmal noch wenig zu sehen. «Nach ersten groben Schätzungen sind bisher ein bis zwei Millionen Euro für die Opfer in Pakistan gespendet worden.

  • Wenig Spenden für Flutopfer in Pakistan Bei der Hilfe für die Flutopfer in Pakistan fließen die Spenden aus Deutschland bisher nur spärlich.
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Beim Tsunami 2004 waren da schon dreistellige Millionensummen zusammengekommen, ähnlich war es in Haiti», sagt Burkhard Wilke, Geschäftsführer des Deutschen Zentralinstituts für soziale Fragen (DZI), der Nachrichtenagentur dpa.

Verunsicherung spielt eine Rolle. Pakistan werde von vielen auch mit Terror, Taliban, Islamisten und Korruption verbunden, meinen Wilke und viele Hilfsorganisationen. «Wenn es Spendern auf den ersten Blick schwerfällt, Gut und Böse in einem Land zu unterscheiden, ist es grundsätzlich auch schwieriger mit der Spendenbereitschaft. Leichter ist es immer, wenn es sich um politisch unbelastete Gebiete handelt», sagt Wilke. Bei Unicef in Köln wird von wenigen Einzelstimmen gesprochen, die auf Vorurteile und Ablehnung hinweisen. «Ich helfe keinem Muslim», heißt es da einmal.

    
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«Pakistan hat ein schwieriges Image», sagt Birte Steigert vom Bündnis Aktion Deutschland Hilft - kurz ADH. «Es gibt eben auch Leute, die sagen: "Für Pakistan keinen Cent". In den meisten Fällen bestehen aber Ängste und Sorgen, dass die Gelder in Pakistan nicht bei den Notleidenden ankommen, sondern in die Hände von Taliban oder korrupter Regierung gelangen.»

Bisher gingen beim ADH 600 000 Euro ein, beim Erdbeben in Haiti waren es zum gleichen Zeitpunkt 1,4 Millionen Euro. «Das reicht bei 20 Millionen Opfern natürlich hinten und vorne nicht, auch wenn es allmählich etwas besser wird. Die Deutschen sind sonst ganz große Spender», meint Steigert und hofft auf Zuwachs - auch die Ferienzeit geht schließlich zu Ende. Andere Organisationen wie Help oder Care befürchten ebenfalls, dass bei Pakistan viele an Terror und Gewalt denken und dass das die spontane Hilfsbereitschaft schmälert.

Erstaunlich wirkt aber, dass die Spendenbereitschaft beim Erdbeben in Pakistan 2005 riesig war. «Es muss also noch andere Gründe geben. Wir haben es diesmal mit einer schleichenden Katastrophe zu tun. Die Ausmaße und die Dramatik werden erst allmählich deutlich und damit auch darstellbar und bebilderbar», sagt Steigert. Ein Erdbeben mit vielen Toten auf einen Schlag gehe sofort unter die Haut und löse Mitgefühl aus, glaubt die Sprecherin des ADH, dem zehn Hilfsorganisationen wie Care, Malteser oder World Vision angehören.

Auch Wilke meint, es könne an vergleichsweise wenig eindringlich wirkenden Bildern liegen: «Private Spenden sind an das Gefühl der persönlichen Betroffenheit geknüpft, dafür braucht man Berichte und Bilder, die aufrütteln», betont der DZI-Geschäftsführer. «Beim Tsunami waren die Bilder ungewöhnlicher und aufrüttelnder. Und so tragisch es klingt: Hohe Zahlen von Todesopfern schockieren mehr als Bilder von Überlebenden aus Überschwemmungsgebieten, auch wenn gerade diese ja die Hilfe dringend brauchen.»

Laut den Vereinten Nationen die Katastrophe noch größer als das Beben in Haiti oder der Tsunami 2004. Die nationale Katastrophenschutzbehörde zählte bisher 1463 Tote und 2024 Verletzte. Rund 20 Millionen Menschen sind obdachlos - jeder achte Einwohner Pakistans.

Doch wenn nur wenig Spenden eingehen, könnte weitere Not- und Überlebenshilfe gefährdet sein, befürchten die Hilfsorganisationen.

Auch die Deutsche Welthungerhilfe ist in Sorge und ruft eindringlich zu Spenden auf. Erst 250 000 Euro sind zusammengekommen - viel zu wenig, wie Präsidentin Bärbel Dieckmann beklagt. Es sei eine «humanitäre Pflicht, Pakistan zu helfen», appelliert sie in der «Berliner Zeitung» und macht deutlich: «Die meisten Opfer haben keine Häuser mehr, keinen Acker, keine Lebensgrundlage. Jetzt drohen Krankheiten und Seuchen.»

Auch Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) zeigt Anteilnahme, ihr neuer Sprecher Steffen Seibert bedauert, dass die Spendenbereitschaft noch nicht so groß sei.

Zwar ist die Soforthilfe längst angelaufen, aber: «Es geht jetzt darum, diese Hilfe auszuweiten, da sind wir dringend auf mehr Spenden angewiesen. Allein 2,7 Millionen Mädchen und Jungen brauchen schnelle Hilfe zum Überleben, Zelte, sauberes Trinkwasser», betont Unicef- Sprecherin Helga Kuhn.

Nach ersten Schätzungen gingen nach einem schleppenden Start beim UN-Kinderhilfswerk in Deutschland nun gut 600 000 Euro ein. «Da kommt noch was», hofft Kuhn. «Wir können nur immer wieder deutlich machen, dass viele unschuldige Opfer dringend Hilfe brauchen und dass die Hilfsgüter - streng überwacht - wirklich und ausschließlich bei den Notleidenden ankommen.»

Von Yuriko Wahl, dpa
    
    

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»Alle 32 Kommentare anzeigen Die neuesten Kommentare

lifeexplorer (2908 Kommentare) am 19.08.2010 02:15

Einige Nachtgedanken dazu ...

Sollte unser Land, unsere "kritischen" -- was auch immer man jetzt darunter verstehen mag -- unsere ablehnenden Bürger, die sich explizit GEGEN eine großzügige und rasche Nothilfe für die Millionen Opfer der Flut in Pakistan fast überall im Internet, leider nicht nur hier im MP-Forum, teils sehr emotional und manchmal aggressiv äußern, nicht besser inne halten und darüber nachdenken, wirklich ernsthaft reflektieren, WARUM in dieser wichtigen Frage in den letzten Tagen eine geradezu geschlossene und über alle Mediengrenzen hinweg-reichenden PRO_OPFER_KAMPAGNE in TV, WWW, Print und Radio erst nötig ist, um die Einsicht in die unverschuldete Not der Menschen dort, die Spendenbereitschaft hierzulande überhaupt erst in Gang zu bringen?

• Was sagt das über unseren Stand des Humanismus generell im Lande aus?

• Was sagt das über unserer ethische REIFE als Mitglied in der Weltgemeinschaft (+UN) aus, wenn Millionen das Wasser bis zum Halse steht?

• Wie werden sich Deutschland und seine Bürger bei der nächsten großen Katastrophe verhalten, wenn jetzt schon laut Stimmen zu hören ist: "Germany FIRST!"?

• Und was sagt das über ein Land aus, das zu den reichsten und wirtschaftlich stärksten der Welt gehört, mit Pakistan gute Geschäfte macht, das jederzeit Milliarden zur Rettung von angeblich "systemrelevanten Zockerbanken" locker machen kann, aber wie eine eitle Diva 'rumzickt, wenn ganze Völker buchstäblich 'am Absaufen' sind?

• Das Unsummen Geld und Manpower für einen Krieg in Afghanistan aufbringt, um am 'Hindukusch unsere Freiheit zu verteidigen' (Zitat), aber sich nicht berufen fühlt den Nachbarn massiv und unbürokratisch zu helfen?


Es wäre halt schön und m.E. viel, viel wichtiger gewesen, über solche eklatanten WIDERSPRÜCHE zu debattieren, als die verbliebenen mahnenden 2 Stimmen im Forum mit Abwertungen und verbalem Dreck zu bewerfen. Offenbar ist auch diese Hoffnung leider vergebens, wie man schon wieder an dem völlig bezugslosen Beitrag von "Troja" sehen kann.

Verdammt schade. traurig

Bye ... LE
(0)
Isschorechd (1353 Kommentare) am 18.08.2010 20:33

Auch hier nochmal

Kurz zu Troja: Was bitte hat die Christenverfolgung in Pakistan mit der Spendenbereitschaft an Unschuldige Opfer einer Katastrophe zu tun?
Auch hier nochmal:
ZU menschenkind möchte ich noch mal folgendes sagen, weil sie ja zuletzt mich persönlich "kommentiert" hatten und auf den Nonsens von meinem Misthaufen hingewiesen haben. Ich hatte in meinem Beitrag bewusst übertrieben, da ich so manche Kommentare wirklich nicht nachvollziehen konnte (z.B. keinen Cent mehr an diese Korrupten, die sollen erst mal die Terroristen ausliefern etc.) und ich wollte das zwar ansprechen, dabei aber nicht unbedingt persönlich werden. Nun, sie haben sich offensichtlich angesprochen gefühlt und werfen mir eine selbstherrliche Haltung vor, die ich angeblich gemeinsam mit le immer dann zum Ausdruck bringe, wenn jemand mal anderer Meinung ist und meine bzw, die "unsere" nicht teilt. Darüber hinaus merkten sie an, dass dies auch in früheren Kommentaren auffällig gewesen sei, die ich "losgetreten" hätte und fügen noch hinzu, dass meine Kommentare arrogant, selbstherrlich und sehr fadenscheinig wären. Dabei wollte ich nur zum Ausdruck bringen, dass es zu diesem Zeitpunkt zum Spenden oder anderweitig gearteter Hilfe keine Alternative gibt und manch oberflächliche Kommentare zu der im Artikel beschriebenen Zurückhaltung haben mich schon sehr erschüttert. Im übrigen ist mir die Lage in dem Land bekannt, ich wäre nur nie auf die Idee gekommen, deswegen nicht zu helfen oder mich angesichts dieser Katastrophe in irgendwelchen Debatten über ein für und wider zu verlieren. Ebenso wenig habe ich irgendjemand persönlich mit dem Vorwurf der Unwissenheit konfrontiert. Aber die aus manchen Kommentaren deutlich zu erkennenden Welt-und Menschebilder die lehne ich ab und dazu stehe ich auch. Warum sie mich in dieser Form persönlich und verallgemeinernd angreifen kann ich nicht ganz nachvollziehen. Ihre Kommentare mir gegenüber sind abwertend, während ich mich gar nicht daran erinnern kann, sie in ähnlicher Weise angegriffen zu haben. Und anders als Sie habe ich auch niemanden zum Schweigen oder zum Unterlassen von Kommentaren aufgefordert. Würden sie sie sich an ihre eigenen Maßstäbe halten, so wäre ihr Kommentar mir gegenüber möglicherweise auch anders ausgefallen. Insofern kann ich abschliessen dazu nur sagen...isschorechd!
(0)
unbekannt (1 Kommentare) am 18.08.2010 20:00

Wie abstoßend:

erst heftig rundumpöbeln und bei Kritik losflennen.

Nebenbei zum Thema: schon mal was von Christenverfolgung in Pakistan gehört? Google auf katholischen Seiten klärt auf.
(0)
lifeexplorer (2908 Kommentare) am 18.08.2010 13:58

@ALL: Zu den von Ignoranz & Hass ...

... nur so strotzenden, echt widerlichen 'Kommentaren' der üblichen Verdächtigen hier, bleibt wohl nur noch resignierend zu sagen:

Wie abscheulich dunkel, wie finster muss es in Ihren Seelen schon sein, dass Sie es glauben nötig zu haben, all IHRE Frustrationen, IHREN aufgestauten Unmut, IHRE Wut auf die Welt, absurder Weise lieber auf MICH zu projezieren, statt sich mit dem wahren Problem, der wirklichen N_O_T in einem Land mit einem bisschen MENSCHLICHKEIT, einem Funken REST-Empathie zu befassen?

Sie es offensichtlich nötig haben, all die sorgsam gepflegten Klischees und die totale Ignoranz gegenüber einer komplexen Welt zu pflegen, die nun mal nicht in "Gut & Böse" Schubladen funktioniert, auch wenn man versucht dies u erzwingen?






Zitat von © peter e. schumacher, (*1941), deutscher Aphorismensammler und Publizist

In der Respektlosigkeit begegnen sich Arroganz und Ignoranz.




Und ich hatte mal geglaubt, die Deutschen wären einst das Volk der 'Dichter & Denker' gewesen.
Es scheint Jahrtausende her zu sein .... traurig traurig traurig

LE
(0)
schonda (1146 Kommentare) am 18.08.2010 08:37

Wer spendet überhaupt...

...für ein Land der Eselskarren aber mit unnötigen teuren Atom-Waffen ? Wieviel haben die [b]10 reichsten Leute in Pakistan gespendet : [/b]
http://paknama.blogspot.com/2010/01/who-are-10-richest-people-in-pakistan.html / Wieviel wurde denn schon von den reichen islamischen Staaten (Kuwait, Oman, Dubai, Saudiarabien....) gespendet, oder kam wieder nur ein Flugzeug voller Koran-Bücher ? Bei den Spenden hört man auch nichts von anderen EU Ländern wie Frankreich,Italien,England, nix von USA oder Israel,dabei müssten gerade die einem Atom-Waffen-Bruderland doch helfen ! Lächerlich auch die Titelüberschrift : "... schwillt an..." Das einzige was anschwillt ist der Unmut der Bevölkerung ! traurig
(0)
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