aktualisiert: 02.08.2009 18:34 Uhr
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HERZOGENAURACH
Conti-Chaos: Kritik an Schaeffler
Autobauer kritisieren Verhalten des Zulieferers
Der Autozulieferer Schaeffler hat sich mit seinem Machtkampf gegen Continental scharfe Kritik von Politik und Wirtschaft eingehandelt. Die deutsche Autoindustrie sei zunehmend sauer auf die Schaeffler-Familie, berichtete der „Spiegel“.
Diese habe als Mehrheitseigentümerin des Autozulieferers Continental ein Chaos angerichtet, zitierte das Magazin einen hochrangigen VW-Manager, ohne ihn namentlich zu nennen. Dies sei für die Branche gefährlich, weil Conti eine zentrale Rolle bei der Entwicklung alternativer Antriebe spiele.
Gleichzeitig stellte Seehofer Schaeffler Staatshilfe für den Fall in Aussicht, dass die Zukunftskonzepte des Unternehmens wirtschaftlich tragbar seien. Zeil hatte Schaeffler am Wochenende mit einem Nein zu Staatshilfen gedroht.
Seit Schaeffler bei Conti einstieg, mussten Aufsichtsratschef Hubertus von Grünberg, Vorstandschef Manfred Wennemer und Finanzvorstand Alan Hippe ihre Posten räumen – und auch Conti-Chef Karl-Thomas Neumann droht nach weniger als einem Jahr an der Konzernspitze das Aus. „Diesen Aderlass kann das Unternehmen kaum verkraften“, sagte der VW-Manager.
Appelle an Banken
Ähnlich kritisch beurteilen dem Bericht zufolge auch Manager bei BMW und Daimler die Entwicklung. Sie fordern, dass die Banken, bei denen Schaeffler und Conti in Milliardenhöhe verschuldet sind, ihren Einfluss geltend machen – vor allem Martin Blessing. Der Chef der Commerzbank und der Dresdner Bank müsse verhindern, dass die Familie Schaeffler und das Conti-Management sich weiter Schlammschlachten lieferten.
Endgültig entschieden ist der Machtkampf nicht: Laut der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ erwägen mehrere Aufsichtsratsmitglieder auf Seiten der Anteilseigner, ihre Mandate niederzulegen. Das könne den Plan von Schaeffler durchkreuzen, Neumann abzulösen. Nach Angaben von Conti ist für den 12. August eine weitere Aufsichtsratssitzung einberufen.
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