aktualisiert: 02.02.2012 20:04 Uhr
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WIESBADEN/BERLIN
Migrantenkinder sind seltener in Kitas
Bundesfamilienministerin Schröder will Ausbau der Kindertageseinrichtungen vorantreiben
Eltern mit ausländischen Wurzeln betreuen ihre kleinen Kinder wesentlich häufiger ausschließlich zu Hause als Eltern ohne Migrationshintergrund. Im vergangenen Jahr seien in Deutschland 14 Prozent der Ein- und Zweijährigen mit mindestens einem Elternteil ausländischer Herkunft in einer Kita oder von Tageseltern betreut worden, berichtete das Statistische Bundesamt in Wiesbaden am Donnerstag. Bei den gleichaltrigen Kindern ohne Migrationshintergrund lag der Anteil bei 30 Prozent und damit mehr als doppelt so hoch. In beiden Gruppen stieg die Quote binnen eines Jahres leicht um zwei Prozentpunkte.
Auch bei den Drei- bis Fünfjährigen war der Anteil der Kinder ausländischer Herkunft in Kitas oder anderer externer Tagesbetreuung mit 85 Prozent deutlich niedriger als der bei Kindern ohne Migrationshintergrund, von denen 97 Prozent Kitas besuchten oder von Tageseltern betreut wurden. Hier hat sich die Betreuungsquote während der vergangenen beiden Jahre kaum verändert. Nach Darstellung des Statistikamtes wird einem Kind dann ein Migrationshintergrund zugeschrieben, wenn mindestens ein Elternteil ausländischer Herkunft ist. Die Staatsangehörigkeit der Eltern oder des Kindes spiele keine Rolle.
Der Ausbau der Kindertageseinrichtungen müsse konsequent vorangetrieben werden, sagte Bundesfamilienministerin Kristina Schröder (CDU) laut Mitteilung. Bis zum Sommer 2013 müsse der Bedarf gedeckt werden, denn dann gelte der Rechtsanspruch auf einen Betreuungsplatz für die Ein- und Zweijährigen.
Bildung verhindert Armut
„Je früher Max und Ali miteinander im Sandkasten spielen, umso besser für die Integration und für den gesellschaftlichen Zusammenhalt“, sagte Schröder. Hierfür sei die „Offensive Frühe Chancen“, in der insgesamt bis zu 4000 Kindertageseinrichtungen zu „Schwerpunkt-Kitas 'Sprache und Integration'“ ausgebaut würden, gestartet worden, so die Ministerin.
Der Vorsitzende des AWO-Bundesverbandes, Wolfgang Stadler, sieht das Kernproblem in der Finanzierung. „Gerade die klammen Kommunen haben oft kaum Mittel, um in die notwendige Förderung der Kinder zu investieren. Bund, Länder und Kommunen müssen an einen Tisch, damit alle Kinder die gleichen Bildungschancen bekommen, denn Bildung verhindert Armut“, sagte Stadler.
Die Grünen finden unter anderem die Betreuungskosten für die Eltern problematisch. „Wir brauchen massive Investitionen in die Kita-Qualität und perspektivisch die Abschaffung der Kita-Gebühren“, sagte Memet Kilic, Sprecher für Migrations- und Integrationspolitik. „In den ersten Lebensjahren werden wichtige Weichen für Kinder gestellt.“ Das geplante Betreuungsgeld werde aber verhindern, dass mehr Eltern ihre Kinder in Kitas schicken.
Auch die SPD ist gegen das Betreuungsgeld: „Das Ziel kann nicht sein, Kinder von den Betreuungsangeboten fernzuhalten. Wir müssen Hürden abbauen, die gerade Familien mit Migrationshintergrund noch davon abhalten, ihre Kinder in Kitas zu bringen“, sagte die stellvertretende SPD-Vorsitzende Manuela Schwesig laut Mitteilung.
Wenn der Bundestag im Frühjahr zustimmt, soll das Betreuungsgeld 2013 eingeführt werden. Es ist für Eltern von Kindern unter drei Jahren gedacht, die ihren Nachwuchs zu Hause betreuen.
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»Alle 7 Kommentare anzeigen Die neuesten Kommentare
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closs (1300 Kommentare) am 03.02.2012 08:12
IRgend was läuft da komisch.Das Problem scheint ja nicht das Kindergartenalter zu sein - ab 3 Jahre sind ja die allermeisten betreut. -Aber bei den 1- bis 2Jährigen hapert's - aber Moment: Was suchen eigentlich 1- bis 2-Jährige in KiTas, es sei denn Eltern wollen oder müssen unbedingt zu zweit arbeiten? Das wird ja fast so dargestellt, als sei es für die Kinder besser, wenn sie als 1- bis 2Jährige in KiTas betreut werden ?!?! Oder noch schlimmer: Ist das Familienleben inzwischen so im Keller, dass es tatsächlich für die Kinder ist, sie möglichst früh wegzugeben, weil daheim nur der Fernseher läuft? Man sollte aufpassen, den deutschen Prekariatshaushalt nicht zu vermischen mit tradierten Familienstrukturen. Insofern kann das auch als gesundes Zeichen gewertet werden, wenn Migranten ihre Kinder erst mit drei in den Kindergarten geben. Integration ja und natürlich - aber doch nicht auf Kosten der emotionalen Fähigkeiten, die man üblicherweise in der Familie und nicht in der KiTa lernst. - Oder kann es sein, dass die De-Emotionalisierung so weit in einer "modernen" Familie anhanden gekommen ist, dass der Verlust überhaupt nicht mehr wahrgenommen wird. - Puhh, da muss man sich sorgen. |
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doeshoemernitgewissgekoenn (674 Kommentare) am 03.02.2012 14:47
Niemand muß sein Kind in eine Kita gebenZunehmend wollen Eltern aber diese Möglichkeit nutzen, ihr Kind für eine individuell wählbare Zeit am Tag Gemeinschaft schnuppern zu lassen.Aktuell geht es doch darum, daß die Gelder, die Familienministerin Schröder als Betreuungsgeld ausgeben will, dringend zum Ausbau der Infrastruktur von Kindertagesstätten benötigt werden. Sie will aber Leute alimentieren, die das gar nicht nötig haben. Ich muß aber jetzt abbrechen; den ich bekomme gerade die Nachricht, daß eine aus Armenien stammende Frau, die ich vor kurzem in der Gemeinschaftsunterkunft (Kaserne!) kennenlernen konnte, nach vier Jahren Asylverfahrensdauer überraschend ihren Ausweisungsbescheid erhielt. Sie spricht recht gut deutsch und bringt innerhalb ihres Blocks die Menschen unterschiedlicher Herkunft miteinander ins Gespräch. Eine Schwester von ihr ist als Asylantin anerkannt. Durch diese Nachricht ist sie völlig durch den Wind. Und ich bin entsetzt, auf welch hirnverbrannte Weise Bayern Leute behandelt und rausekelt, die eindeutig eine Bereicherung unserer Gesellschaft sein könnten. Von Humanität und sogenannter christlicher Nächstenliebe will ich gar nicht sprechen ... |
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closs (1300 Kommentare) am 03.02.2012 16:09
Viel Erfolgund ich drücke alle Daumen.Apropos: Kann man Asyl-Aspiranten bei sich mal einladen oder ist das auch verboten? |
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doeshoemernitgewissgekoenn (674 Kommentare) am 03.02.2012 23:13
Kontakt mit AsylanwärternMan kann Bewohner der GU besuchen, muß am Kaserneneingang aber seinen Ausweis hinterlassen. Sie von ... bis ... einzuladen, ist möglich.Die Bewohner haben zum Teil Genehmigungen für Stadtbesuche, andere darüber hinaus auch für den Landkreis. Die Ausflüge können sie sich jedoch nur sehr selten leisten, weshalb die Teilnehmer des Würzburger Montagsspaziergangs ihnen einige Straba-6er-Karten spendiert haben. Gelegentlich können Angehörige besucht werden, wie das bei Mohammad Rashepar der Fall war, als er seine Schwester (anerkannte Asylantin) in Köln besuchte. Sein Antrag auf Verlegung in den Kölner Raum war abgelehnt worden. |
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closs (1300 Kommentare) am 03.02.2012 23:42
SChwierigbin von MSP |
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