aktualisiert: 08.02.2012 19:19 Uhr
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WÜRZBURG/MÜNCHEN
Millionen-Klage gegen Naser sorgt für Aufsehen
Ex-Sparkassenpräsident wies Kritik zurück
Als Landrat in Kitzingen war Siegfried Naser (CSU) einst ein Freund klarer Worte. Doch nun zeigt sich der frühere Oberaufseher der BayernLB wortkarg zur 200-Millionen-Euro-Klage gegen ihn.
„Mir ist aus rechtlichen Gründen im Hinblick auf das laufende Verfahren keine inhaltliche Stellungnahme möglich“, schrieb er am Mittwoch auf Anfrage dieser Zeitung.
Die BayernLB nimmt nicht nur acht frühere Vorstandsmitglieder in die Haftung, sondern auch zwei Spitzen des Kontrollgremiums, das in der BayernLB Verwaltungsrat heißt. Im Vorsitz wechselten sich Vertreter der Eigentümer ab: Naser als Präsident der Sparkassen und Finanzminister Kurt Faltlhauser für den Freistaat.
Weitere CSU-Politiker waren einfache Mitglieder: Günter Beckstein, Erwin Huber sowie Georg Schmid, Vorsitzender der CSU-Fraktion im Landtag. Als die BayernLB 2007 die marode österreichische Bank Hypo Alpe Adria kaufte, um bessere Geschäfte auf dem Balkan machen zu können, sollen auch sie das Geschäft nicht sorgfältig kontrolliert haben. Das meint die Bank heute nach Analyse der Vorgänge, die die Landesbank 3,7 Milliarden Euro kosteten.
Doch die einfachen Mitglieder des Verwaltungsrates bleiben von Klagen verschont. Naser und Faltlhauser wird dagegen besondere Verantwortung und grobe Fahrlässigkeit vorgeworfen, weshalb sie zur Kasse gebeten werden. Statt in einer Sondersitzung des Kontrollgremiums sorgfältig nachzufragen, hätten sich die zwei „auf nicht belastbare Eindrücke aus oberflächlichen mündlichen Informationen verlassen“, heißt es in einer Erklärung der BayernLB.
Naser hat die Kritik im Untersuchungsausschuss des Landtages und in einem vertraulichen Brief an Weggefährten zurückgewiesen: Er habe sich nichts vorzuwerfen, heißt es in dem Schreiben vom 2. Februar 2010. Berichte darüber, dass er die Übernahme der Hypo Group Alpe Adria maßgeblich vorangetrieben oder sich nach dem Kauf persönlich um das österreichische Finanzinstitut gekümmert habe, seien böswillige Falschmeldungen. „Ich würde auch heute, bezogen auf meinen damaligen Informationsstand, die Entscheidung wieder so treffen, auch wenn sie sich heute leider als falsch erweisen hat“, schrieb er damals.
Am Mittwoch streute die in Bayern mitregierende FDP Salz in die Wunde der CSU. FDP-Haushaltsexperte Karsten Klein (Aschaffenburg), der im Untersuchungsausschuss saß, sagte: „Es ist richtig und alternativlos, ohne Ansehen der Person aufzuklären und die Verantwortlichen zur Rechenschaft zu ziehen. Dass dies möglich ist, dafür hat die FDP im Ausschuss den Weg bereitet.“
Die Klagen sorgen bundesweit für Aufsehen: Auch Hamburg, Schleswig-Holstein, Sachsen, Nordrhein-Westfalen und Baden-Württemberg hatten Probleme mit ihren Landesbanken. Auch dort sollten Politiker in Verwaltungsräten die Geschäfte kontrollieren. Blieben bislang aber – im Gegensatz zu ihren Kollegen in Bayern – von Forderungen verschont.
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klausburkard (868 Kommentare) am 09.02.2012 11:02
200 mille Klage?Wer kann das bezahlen,.... so heißt ein alter Faschingsschlager .... wohl niemand. Dieser feine Herr wird wohl sein Leben lang dafür abzahlen, oder aber hat er vorsorglich schon mal mehrere Millionen abgezoggt um sich irgendwann ins Ausland abzusetzen?;-) |
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Du_di_ned_oo (2890 Kommentare) am 09.02.2012 08:05
Da die mageren Pensionen und Diäten nicht ausreichen......braucht es Parteispenden und Insiderdeals:Diese "Spezialisten" würden in der Privatwirtschaft sicherlich ein mehrfaches dessen "verdienen" was sie als "Staatsbedienstete" erhalten. Nicht ohne Grund bildet die Gruppe der Juristen eine weit überrepräsentierte Gruppe unter den Parlamentariern. Sie wissen am allerbesten, wie man sich schamlos bereichern kann ohne belangt zu werden. Insiderdeal Hypo Alpe Adria: Erst kommt die Gier und dann die Moral http://www.spiegel.de/video/video-1040702.html Hypo Alpe Adria: Spekulation über Parteispenden http://www.mopo.de/news/banken-hypo-alpe-adria--spekulation-ueber-parteispenden,5066732,5086874.html Hypo Alpe Adria - BayernLB - Parteispenden http://www.diewunderbareweltderwirtschaft.de/2010/01/hypo-alpe-adria-bayernlb-parteispenden.html |
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adam10s (34 Kommentare) am 09.02.2012 07:28
Millionen für MilliardenWenn ein Schaden von 3,7 Milliarden entstanden ist, warum werden die Verantwortlichen "nur" für ein paar Millionen verklagt? |
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jahnel (157 Kommentare) am 09.02.2012 05:54
3,7 Milliarden € Steuergelder Bayerns im Wörthersee/ Klagenfurt s versenkt !das 2007/08 hier ein rechter LH= Landeshauptmann/ Kärntens das Ruder/ Regie führte, beim überteuerten Verkauf der HGAA an Bayern LB, bei der zwischen Händler dicke dicke Kohle abgeräumt haben,wird in den CSU gefälligen Medien gerne übersehen ! Wie dieser LH ums Leben gekommen ist auch ? Sonst würden CSU Generalsekretäre gestern heute nicht weiter eine Hohlraum-versiegelung nach der anderen los lassen, um von eigenen CSU Regierungsfehlern abzulenken ? |
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evergreen (158 Kommentare) am 08.02.2012 19:55
Wer so dreist die Milliarden einer Bank verschleudert,der darf keine Gande erwarten. Herr und Frau Naser sind in goldenen Zeiten weltweitunterwegs gewesen und haben das viele Geld der LB aus Bayern den Bedürftigen nachgeworfen. Beste Hotels, nur Businessclass ! Jetzt kommt die Zeit der Abrechnung. Aber wir kennen das Verhalten dieser Schnorrer: Wir sind unschuldig ! Für den Prof. Faltlhauser waren die Museen in MUC auch wichtiger als das Bilanzcontrolling und Riskmanagement. |
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