publiziert: 03.02.2012 19:22 Uhr
aktualisiert: 03.02.2012 19:26 Uhr
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Sahnetorte für Guttenberg

Netzaktivisten attackieren Ex-Minister
  • „Getorteter Guttenberg“: Szene aus dem Youtube-Video
    Foto: dpa
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Eigentlich wollte Karl-Theodor zu Guttenberg in Berlin in aller Ruhe über Internetthemen sprechen – dann landete eine Sahnetorte im Gesicht des Ex-Verteidigungsministers. Der EU-Berater für Internetfragen hatte sich am Donnerstag mit dem Piraten-Politiker und Netzaktivisten Stephan Urbach in einem Café in Berlin-Friedrichshain getroffen, als er, wie es später im Internet hieß, „getortet“ wurde. „Wir saßen zusammen, als gegen 20.15 Uhr einige Menschen hereinkamen und Herrn Guttenberg eine Sahnetorte ins Gesicht drückten“, sagte Urbach. „Herr Guttenberg hat das aber sehr locker genommen.“

Der Ex-Politiker war für eine Stellungnahme nicht zu erreichen, reagierte aber im Internet auf den Angriff mit Humor. „Hurra, eine Tortenattacke!“, schrieb er bei Facebook. „Ich dachte schon, ich würde in Friedrichshain verhungern. (...) Eine wunderbare Schwarzwälder Kirschtorte. Beim nächsten Mal dann gerne Käsesahne!“

Zu der Aktion bekannte sich die „Hedonistische Internationale“, die bereits mit anderen Spaßprotesten von sich reden machte. In einem Youtube-Video ist zu sehen, wie Guttenberg eine Sahnetorte ins Gesicht gedrückt wird. Auf der Webseite der Spaßguerilla-Gruppe hieß es: „Wir werden jeden weiteren Rückkehr-Versuch des Herren von und zu beobachten und süß torpedieren.“

Eigentlich sollte es bei dem Treffen um die Themen Netzpolitik und Internetfreiheit gehen. Seit Dezember ist der 40-Jährige EU-Berater für Internetfragen bei EU-Kommissarin Neelie Kroes. Für die Ernennung hagelte es Kritik, vor allem aus Deutschland. Auch Urbach, der Referent der Piraten-Fraktion im Berliner Abgeordnetenhaus ist, hatte Guttenbergs Berufung damals kritisiert und ihn zu einer Stellungnahme aufgefordert. Daraufhin hatte der EU-Berater ein Gespräch erbeten.

Im März 2011 war Guttenberg als Verteidigungsminister zurückgetreten, weil bekannt wurde, dass er Teile einer Doktorarbeit abgeschrieben hatte. Auf die Spur gekommen waren ihm Plagiatsjäger im Internet.

dpa
    
    

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