publiziert: 15.03.2010 20:41 Uhr
aktualisiert: 15.03.2010 20:43 Uhr
» zur Übersicht Zeitgeschehen
    
    
Artikel
 

Schrift vergrößern Text    Schrift verkleinern Text BERLIN
Schutz vor Finanzschrott

Aigner fordert kundenfreundlichere Banken
  • Ilse Aigner
    Foto: dpa
Bild von

(dpa) Die Banken müssen nach Ansicht von Bundesverbraucherministerin Ilse Aigner (CSU) kundenfreundlicher werden. „Ich sehe die Branche in der Pflicht, umzusteuern und ihre internen Vertriebsanreize neu zu justieren: Die Zufriedenheit der Kunden muss das Ziel sein“, sagte Aigner anlässlich des Weltverbrauchertages der „Passauer Neuen Presse“. Die Bankmitarbeiter wollten ihre Kunden in der Regel seriös beraten, sähen sich aber „durch einen oft viel zu hohen Vertriebsdruck daran gehindert“.

Aigner verlangt, ähnlich wie bei Versicherungsmaklern, eine Mindestqualifikation auch für Finanzvermittler. Sie strebt einen Qualifikationsnachweis über die Industrie- und Handelskammern an. Der Bankkunde müsse wissen, ob sein Berater auf Provisionsbasis arbeite oder unabhängig sei und welche fachliche Qualifikation er habe.

Auch die Verbraucherzentralen dringen auf einen besseren Schutz der Anleger vor „Finanzschrott“. Der Chef des Bundesverbands der Verbraucherzentralen, Gerd Billen, forderte ein Verkaufsverbot für gefährliche Anlagen und mehr Kontrolle. „Die Finanzaufsicht hat derzeit keinen gesetzlichen Auftrag, den Markt aus Verbrauchersicht unter die Lupe zu nehmen“, sagte er. „Deshalb landet der Finanzschrott bei den Verbrauchern.“ Symbolisch schredderte Billen Zertifikate und prangerte mangelnde Angaben über drohende Verluste an. Die Bundesbürger verlieren bis zu 30 Milliarden Euro pro Jahr durch schlechte Finanzberatung, ergab eine Studie von 2008 im Auftrag von Aigner.

Gegen Online-Abzocke vorgehen

Die Opposition warf Aigner Versagen beim Verbraucherschutz vor. „In Sachen Anlegerschutz und Datenschutz gibt es seit Monaten nur Ankündigungen“, kritisierte SPD-Verbraucherpolitikerin Elvira Drobinski-Weiß. Auch die Grünen-Fraktion warf Aigner Tatenlosigkeit vor. Bisher gebe es weder ein Verbrauchertelefon noch einen Gesetzentwurf gegen „Online-Abzocke“ oder eine nachgebesserte EU-Spielzeugrichtlinie, sagte Grünen-Verbraucherexpertin Nicole Maisch dem Onlinedienst „Bild.de“.

    
    

Diesen Artikel

  • Webnews einstellen
  • Teilen
Kontakt Redaktion     An Bekannten versenden     Druckversion
    
    

Die neuesten Kommentare

Es wurden noch keine Kommentare geschrieben...
Zum Kommentar abschicken bitte vorher einloggen
Benutzername Passwort
 
     
Sie sind noch kein Mitglied auf mainpost.de? Dann jetzt gleich »hier registrieren
    
    

Rubriken

    
Anzeige
    

Gelesen

 
    

Kommentiert

 
    
    

Zeichen setzen 

Förderpreis für
engagierte Bürger
Lesen Sie alles über den Preis und machen Sie Vorschläge, wer ihn bekommen soll. »mehr
    
    

Leserbriefe 

Schreiben Sie uns
Wenn Sie uns einen Leserbrief schreiben wollen, dann können Sie das direkt hier tun. »mehr