publiziert: 02.02.2012 19:12 Uhr
aktualisiert: 02.02.2012 20:06 Uhr
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Teure Dienstreisen der EU

Europäisches Parlament legt Zahlen vor

Nicht weniger als 24 von 27 EU-Mitgliedstaaten stehen unter verschärfter Beobachtung der EU-Kommission, weil sie zu viele Schulden angehäuft haben. Ausgabendisziplin ist das Stichwort, immer häufiger auch für die EU selbst.

Nun macht eine Aufstellung die Runde, die der Generalsekretär des Europäischen Parlamentes, Klaus Welle, selbst auf Anfrage preisgegeben hat und die die teuersten Dienstreisen der Parlamentarier im Jahre 2010 auflistet.

Eine Million für acht Tage Afrika

Spitzenreiter ist ein achttägiger Trip von 50 Volksvertretern ins afrikanische Kinshasa, wo man sich mit Vertretern des karibischen und pazifischen Raums traf. Der „Ausflug“ kostete 1,02 Millionen Euro, rund 20 500 Euro pro Kopf (umgerechnet 2564 Euro für jeden Teilnehmer pro Tag).

5259 Euro pro Tag

Sage und schreibe 5259 Euro pro Person und Tag fielen für eine Dienstreise von vier Abgeordneten ins argentinische Buenos Aires an.

Trip nach Teneriffa

Über 707 133 Euro teuer war der siebentägige Aufenthalt von 64 Parlamentariern auf der Urlaubsinsel Teneriffa, wo man sich ebenfalls mit Kolleginnen und Kollegen aus dem afrikanisch-asiatisch-pazifischen Raum austauschte.

Für vier Tage nach Ecuador

463 193 Euro kostete eine Vier-Tages-Reise für 39 Parlamentarier nach Cuenca in Ecuador zu einem Meeting europäischer und lateinamerikanischer Politiker.

Spritztour nach Washington

204 671 Euro wurden für eine 36-stündige Spritztour nach Washington fällig, an der 28 Abgeordnete teilnahmen.

Das Europäische Parlament, die Volksvertretung der EU-Bürger, selbst legt nach eigenen Angaben strenge Maßstäbe an die Genehmigung von Dienstreisen an. Nicht die Verwaltung oder der Generalsekretär alleine genehmigen solche Fahrten. Dies geschieht in enger Zusammenarbeit mit der sogenannten Konferenz der Präsidenten (damit sind die Fraktionsvorsitzenden gemeint). Sie alle müssen Anträge für Dienstreisen genehmigen.

In diesem Gremium sind somit alle politischen Strömungen vertreten und alle müssen auch ihre Zustimmung geben. Oder widersprechen. Was sie nicht taten.

Von unserem Korrespondenten Detlef Drewes
    
    

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