aktualisiert: 21.02.2012 20:23 Uhr
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BERLIN
Unerwartet heftige Kritik an Gauck
Der unterfränkische CSU-Abgeordnete Norbert Geis rügt die „wilde Ehe“
Viel zu sehen war seit seiner Kandidatenkür noch nicht von Joachim Gauck. Nur in der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ gab es am Dienstag noch einmal die ganzseitige Anzeige zu bestaunen, in der Gauck im Liegestuhl vor dem Schloss Bellevue für die Zeitung wirbt, hinter der sich doch immer ein „kluger Kopf“ verbergen soll.
Die Werbung ist eineinhalb Jahre alt, damals hatte Gauck gerade gegen Christian Wulff verloren. Im Gegensatz zu 2010 ist seine Wahl zum Bundespräsidenten am 18. März aber so gut wie sicher.
Was aber macht Gauck in den knapp vier Wochen bis dahin? Bei aller Wertschätzung und Zustimmung in den Parteien, die ihn gekürt haben, ist auch unerwartet heftige Kritik auf den 72-Jährigen eingeprasselt. Oft unvollständige oder aus dem Zusammenhang gerissene Zitate aus Reden und Interviews kursieren im Netz.
Sie rücken Gauck in die Nähe der Migrationsthesen des umstrittenen Ex-Bundesbankers Thilo Sarrazin, unterstellen ihm Sympathie für die Vorratsdatenspeicherung sowie Antipathie gegen Harz-IV-Empfänger und die Occupy-Bewegung. Sogar angebliche Stasi-Kontakte des ehemaligen DDR-Bürgerrechtlers werden thematisiert.
Grünen-Fraktionschef Jürgen Trittin rät dem designierten Bundespräsidenten, auf seine Kritiker zuzugehen. „Damit wird er sich auseinandersetzen müssen“, sagte Trittin zu „Spiegel online“. Aber wo und wie? Welche Termine nimmt Gauck in den 25 Tagen bis zu seiner Wahl überhaupt noch wahr? Nur ganz wenige, heißt es aus seiner Umgebung.
Noch arbeitet Gauck daran, ein kleines Team zusammenzustellen, das ihn bis zum 18. März begleitet.
Nicht alle mögen Gauck. Der frühere Linke-Chef Oskar Lafontaine etwa meinte, im Osten seien „Stimmen nicht zu überhören, die darauf hinweisen, dass auch Gauck sich wie andere evangelische Pfarrer mit dem DDR-Regime arrangiert“ und Privilegien von der Staatssicherheit erhalten habe. Reagiert Gauck auf solche Vorwürfe, oder schweigt er?
Zum großen Thema des Boulevards wurde – für Gauck vermutlich unerwartet – auch ganz schnell sein Privatleben. Die „wilde Ehe“ mit seiner Lebensgefährtin Daniela Schadt sorgt auch in der Union für Irritationen: „Es dürfte wohl im Interesse des Herrn Gauck selbst sein, seine persönlichen Verhältnisse so schnell als möglich zu ordnen, damit insoweit keine Angriffsfläche geboten wird“, sagte der CSU-Familienpolitiker Norbert Geis aus Aschaffenburg.
Gauck ist seit zwölf Jahren mit der Nürnberger Journalistin Daniela Schadt liiert, die ihn im Falle seiner Wahl als First Lady ins Schloss Bellevue begleiten würde. Vor seiner Kandidatur 2010 hatte Gauck versichert, seine Lebensgefährtin heiraten zu wollen, wenn er Präsident werde. Die Ehe mit seiner ersten Frau ist noch nicht geschieden.
Bundestagsvizepräsident Wolfgang Thierse (SPD) sagte: „Ich unterstelle mal, dass er seine Lebenspartnerin auch liebt.“ Die Frau, mit der man zusammenlebe, könne man doch auch heiraten.
Auch Bundesaußenminister Guido Westerwelle (FDP) schaltete sich in die Debatte ein. „Die Kritik an den persönlichen Lebensverhältnissen des nominierten Bundespräsidenten ist stillos.“
Transparency will „Integritätsoffensive“
Die Antikorruptionsorganisation Transparency International mahnt Konsequenzen aus der Affäre um den zurückgetretenen Bundespräsidenten Christian Wulff an. Die Vorsitzende der deutschen Sektion, Edda Müller, nannte es am Dienstag in Berlin „weder fair noch angemessen“, jetzt alle Hoffnungen allein auf den designierten Bundespräsidenten Joachim Gauck zu projizieren. Nötig sei vielmehr eine „Integritätsoffensive der Politik“, um Vertrauen in Demokratie und Politiker zurückzugewinnen, verlangte Müller.
Konkret sprach sich die Transparency-Vorsitzende unter anderem für verschärfte Regelungen beim Sponsoring von Parteien und Verwaltung aus. So sollten etwa alle Parteispenden ab 2000 Euro veröffentlicht werden. Derzeit müssen diese erst ab 10 000 Euro veröffentlicht werden. Nötig seien darüber hinaus Transparenz- und Verhaltensregeln für Abgeordnete und eine Regulierung des Lobbyismus. So sollten etwa der Straftatbestand der Abgeordnetenbestechung verschärft und direkte Spenden an Abgeordnete verboten werden.
Erweiterte Verhaltensregeln sollten für Abgeordnete in Bezug auf Einladungen, Geschenke, Reisen und andere Zuwendungen gelten, forderte Müller weiter.
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»Alle 103 Kommentare anzeigen Die neuesten Kommentare
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Berge (552 Kommentare) am 28.02.2012 19:41
SpötterWastl-one ,du wirst es schon noch erwarten können und denk daran, auch Spöttermüssen sterben, vor allem, wenn sie dauernd so dämliche Komentare loslassen. Der große Spötter Voltaire ist gar jämmerlich zu Kreuze gekrochen, als zu Ende geht. Gott hat keine Eile, über kurz oder lang vergeht jedem der Spott. |
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frei100 (423 Kommentare) am 29.02.2012 07:09
Jesus ist der SiegerVor Jesus werden sich einmal alle beugen: alle Mächte im Himmel, alle Menschen auf der Erde und alle im Totenreich. Und jeder ohne Ausnahme soll zur Ehre Gottes, des Vaters, bekennen: Jesus Christus ist der Herr! Phil.2, 10-11 |
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Hingucker (1481 Kommentare) am 25.02.2012 18:51
Gauckbrauchen wir so einen"alten Sack "in der Politik? Gibt es keine jüngeren? Und es wird immer schlimmer. |
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Groschi (416 Kommentare) am 28.02.2012 17:56
Jüngst erstwurde es ja mit einem Jüngeren versucht ... |
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freierchrist (252 Kommentare) am 24.02.2012 09:30
Pfarrer Gauck - Ein Narziss !Verliebt in sein eigenes Spiegelbild.Lies: KLICK AN - Gauck ist die falsche Perston |
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