aktualisiert: 04.01.2012 10:59 Uhr
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WÜRZBURG
Wie Sie Ihre Urlaubstage 2012 gezielt einsetzen
Arbeitnehmerfreundliches Jahr: viel Freizeit mit wenig Urlaub
Beliebt bei Ihren Kolleginnen und Kollegen machen Sie sich damit wohl eher nicht: Wer jetzt schnell handelt und sich seine Urlaubsplanung vom Arbeitgeber genehmigen lässt, kann sich im Laufe des Jahres umso länger auf die faule Haut legen. Denn nach zwei ziemlich arbeitgeberfreundlichen Jahren fallen die Feiertage diesmal so günstig, dass 30 Tage Urlaub mehr als doppelt so viel Freizeit ergeben können.
Es geht ja schon angenehm los: An diesem Freitag ist Dreikönig, da gibt es bereits ein langes Wochenende für umsonst. Sie müssen dazu weder Gold, Weihrauch oder Myrrhe irgendwohin bringen – könnten allerdings zum Kurzurlaub nach Bethlehem fliegen. Vielleicht nutzen Sie die Tage aber auch einfach zum Planen – und reichen am kommenden Montag ihre Urlaubskarte ein.
Da könnte als hübsches Osterei etwa der Zeitraum 2. bis 13. April draufstehen: Acht Urlaubstage ergeben mal eben 16 freie Tage: Da könnten Sie wunderbar in die Sonne fliegen. Oder sich mit Holländern und Gigalinern in Megastaus Richtung Italien oder Spanien einreihen. Oder, falls der Winter doch noch eine Spätschicht einlegt, Schnee, Bergpanorama und Frühlingssonne genießen.
Wer Christi Himmelfahrt und Pfingsten kombiniert, sich also vom 18. Mai bis 1. Juni freinimmt, bekommt für zehn Urlaubstage 18 Tage frei. Variante zwei hieße, Pfingsten mit Fronleichnam zu verbinden: Dann ergeben sich für acht Urlaubstage vom 29. Mai bis 8. Juni 16 Tage Auszeit vom Job. Laut Beispiel eins wären Sie Ostern und Pfingsten 34 Tage nicht am Arbeitsplatz – mit 18 Urlaubstagen. Plus zwei Brückentage vor dem Tag der Arbeit (1. Mai) sowie nach Fronleichnam (7. Juni), und mit 20 Urlaubstagen wären Sie beachtliche 42 Tage fern von Firma und Chef.
Willkür ist ausgeschlossen
Allerdings muss dabei der Grundsatz beachtet werden, dass Willkür bei der Gewährung von Urlaub ausgeschlossen ist. „Der Arbeitgeber muss seine Interessen und die Wünsche der Mitarbeiter in Einklang bringen“, erläutert ver.di-.Bezirkssekretär Peter Baumann aus Würzburg. Wo ein Betriebsrat vorhanden ist, hat dieser ein Mitbestimmungsrecht bei der Aufstellung von Urlaubsgrundsätzen. Etwa, inwieweit Familien mit Kita- oder Schulkindern ein gewisser Vorrang eingeräumt wird. „Das heißt aber nicht, dass andere Mitarbeiter zu Ferienzeiten nie zum Zuge kommen können“, stellt Baumann klar.
In die bayerischen Sommerferien fällt nur ein einziger Feiertag, Mariä Himmelfahrt am Mittwoch, 15. August. Wem neun Tage Erholung reichen, bekommt für vier Tage Urlaub also vom 11. bis 19. August frei. Eine vergleichbare Alternative gibt's am Tag der Deutschen Einheit (3. Oktober) – auch da bringen vier Urlaubstage neun Tage Freizeit. Das ist zudem eine gute Option für alle, die nicht an Ferienzeiten gebunden sind.
Richtig gut geht die Sache dann Weihnachten 2012 aus: Mit zwei bis vier Urlaubstagen – je nachdem, ob Weihnachten und Silvester in Ihrer Firma als frei, als halbe oder als ganze Urlaubstage gerechnet werden – ergeben sich elf freie Tage vom 22. Dezember bis Neujahr 2013. In der Bilanz (siehe Grafik) ergeben sich 71 Tage Freizeit, für die mindestens 30, höchstens 32 Tage Urlaub nötig sind.
Ob das anstrebenswert ist, ist eine andere Frage: Im Betrieb wäre so ein Plan ohne „Foulspiel“ kaum durchzusetzen. Zudem bedeutet Urlaub in den Ferien ja auch viel mehr Chaos auf der Anreise, am Urlaubsort – und höhere Preise sowieso. Es könnte also cleverer sein, auf Nischen auszuweichen: Auf dass die Ferien tatsächlich erholsam und entspannend werden!
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