aktualisiert: 07.03.2010 19:13 Uhr
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BERLIN
Wieder eine Geburtstagsparty bei Merkel
Nach Deutsche-Bank-Chef Ackermann darf diesmal IG-Metall-Chef Huber mit der Kanzlerin feiern
Es war einer der Aufreger im Bundestagswahlkampf 2009: Bundeskanzlerin Angela Merkel hatte zum 60. Geburtstag von Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann ins Kanzleramt zu Tisch gebeten. Als das feierliche Abendessen mehr als ein Jahr später – mitten in Bankenkrise und Bundestagswahlkampf – publik wurde, war die Aufregung groß: „Party im Kanzleramt“, „Merkel hofiert Ackermann“ – so tönte es aus allen Ecken.
Inzwischen ist der Wahlkampf zwar vorbei, die politische Stimmung wegen der bevorstehenden NRW-Wahl und des bescheidenen Bildes der schwarz-gelben Koalition aber nach wie vor brisant. Über schwarz-grüne Bündnisse wird spekuliert. Die FDP wirft der Kanzlerin eine schleichende Sozialdemokratisierung ihrer Partei vor. Schwarz-Gelb muss sich andererseits aus dem Arbeitgeberlager unschöne Vorwürfe wie „orientierungslos“ oder „plakativ statt seriös“ anhören.
Da passt es gut, dass wieder mal ein runder Geburtstag zu feiern ist – diesmal der von einem kämpferischen Arbeiterführer. Für den 17. März darf IG-Metall-Chef und SPD-Mitglied Berthold Huber gemeinsam mit der Kanzlerin etwa 30 Gäste aussuchen, mit denen er im Kanzleramt auf Staatskosten speisen will. Anlass ist auch hier wieder der 60. Geburtstag, den Huber am 15. Februar begangen hat.
„Die Bundeskanzlerin wird Gäste aus dem Bereich der Gewerkschaften, von Betriebsräten sowie der Metall- und Elektroarbeitgeber einladen zu einem Abendessen zu Ehren von IG-Metall-Chef Berthold Huber. Dabei wird es einen Gedankenaustausch zu aktuellen Themen der Sozialpolitik geben“, ließ die Kanzlerin am Wochenende über eine Sprecherin offiziell wissen.
Die Gästeliste wird – wie üblich in solchen Fällen – nicht bekannt gegeben. DGB-Chef Michael Sommer, Metall-Arbeitgeber Martin Kannegiesser, VW-Chef Martin Winterkorn und Siemenschef Peter Löscher sind laut „Süddeutsche Zeitung“ geladen. Dazu kommen auch die Betriebsratsvorsitzenden von Opel und Porsche, die sich im Kampf gegen die Folgen der Wirtschaftskrise besonders engagiert zeigten.
Für Angela Merkel ist es eine willkommene Gelegenheit, wieder mal zu zeigen, wie breit sie politisch aufgestellt ist. Dass sie wiederholt und demonstrativ ihren Vizekanzler und FDP-Chef Guido Westerwelle in der Sozialstaatsdebatte ausgebremst hat, dürfte auch ihrem Standing bei den Gewerkschaften guttun. Erst jüngst wieder lobte Merkel die „maßvollen Lohnforderungen“ der IG Metall.
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