publiziert: 07.07.2010 15:01 Uhr
aktualisiert: 16.07.2010 17:48 Uhr
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Schrift vergrößern Text    Schrift verkleinern Text Berlin (dpa)
Umweltamt: Stromversorgung ließe sich umstellen

Bis zum Jahr 2050 lässt sich die deutsche Stromversorgung nach einer Studie des Umweltbundesamtes (UBA) vollständig auf erneuerbare Energien umstellen.

  • Turbine für Gezeitenkraftwerk Enregie-Technologien der Zukunft sind Photovoltaik, Wasserkraft sowie Wind- und Solarenergie.
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«Das ist bereits mit der heute verfügbaren Technik möglich. Deutschland kann jederzeit und vollständig aus erneuerbaren Energien versorgt werden», sagte UBA- Präsident Jochen Flasbarth am Mittwoch in Berlin. Der Aufbau der notwendigen Infrastruktur benötige allerdings Zeit.

Bislang ist die Stromerzeugung für mehr als 40 Prozent der Treibhausgasemissionen in Deutschland verantwortlich. Um den CO2- Ausstoß auf Null zu verringern, müsste eine vollständige Umstellung von herkömmlichen auf erneuerbare Energien erfolgen, sagte Flasbarth. «Je früher und entschlossener wir handeln, desto mehr Zeit bleibt uns für die notwendigen technischen und gesellschaftlichen Anpassungen», erklärte der UBA-Chef.

Technologien der Zukunft seien etwa die Photovoltaik, Wasserkraft sowie Wind- und Solarenergie. Die Studie sei die erste, die die technisch-ökologische Machbarkeit der kompletten Stromversorgung auf Basis erneuerbarer Energien darstelle. Auf Grundlage der Jahre 2006 bis 2009 seien die Zahlen durchgerechnet worden - unter Einbeziehung von besonderen Wetterextremen wie einer Windflaute vor drei Jahren.

Flasbarth betonte, dass man konservativ gerechnet habe. «Wir haben keine Technologiesprünge unterstellt, obwohl man angesichts von vier Dekaden Unterschied davon ausgehen kann.» Fachbereichsleiter Harry Lehmann erklärte: «Wir sind heute bei den erneuerbaren Energien bei der Diesellok angekommen.» Es sei noch viel Platz für Entwicklungen.

Eine Kostenbetrachtung sei nicht vorgenommen worden - «allerdings fühlen wir uns auf der sicheren Seite, wenn wir sagen, dass die Kosten für die Umstellung geringer sind als die Kosten für den Klimawandel», sagte Flasbarth. Auch rechne man mit enormen Arbeitsplatzeffekten durch den Ausbau erneuerbarer Energien.

2050 sei ein realistischer Zeitpunkt, um das langfristige Ziel zu erreichen. Das Umweltbundesamt sieht die schwarz-gelbe Regierung auf dem richtigen Weg. «Der Koalitionsvertrag ist eindeutig und gut. Ich sehe keine Unverträglichkeit unseres Ziels mit dem, was sich die Bundesregierung vorgenommen hat», sagte Flasbarth. Eine Verlängerung der Laufzeiten von Atomkraftwerken sei allerdings weder förderlich noch hilfreich. Der Umbau der Stromerzeugung erfordere entschlossenes politisches Handeln.

Das UBA untersucht die vollständige Umstellung der Stromerzeugung auf erneuerbare Energien in drei Grundszenarien. Die nun vorgelegte Studie basiert auf dem «Regionenverbund», der einen deutschlandweiten Stromaustausch unterstellt. Demnächst sollen zudem zwei Alternativen vorgestellt werden: die Szenarien «Großtechnologie» (europaweite Zusammenarbeit) sowie «Autarkie» (lokale Stromerzeugung).

    
    

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