Finanzen

aktualisiert: 21.10.2011 17:10 Uhr
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WÜRZBURG
So sicher ist unser Geld
Seit Wochen spitzt sich die internationale Schuldenkrise zu. Unter anderem Kanzlerin Angela Merkel versprach indes: Das Geld der deutschen Anleger sei sicher. Doch viele fragen sich nun erst recht, ob das auch stimmt. Wir geben Antworten.
Frank Lehmann hat mit der US-Pleitebank Lehman Brothers nichts zu tun, jedenfalls nicht familiär. Der ARD-Börsenexperte ist bei Finanzfragen aber stets für markige Sprüche gut. So auch kürzlich in der ZDF-Talkrunde von Maybrit Illner. Gefragt, wie er denn die aktuelle Lage einschätze, sagte Lehmann schlicht: „Ach, Frau Illner, heute ist alles vorstellbar.“ Das klang fast resigniert.
Vor dem Hintergrund von Griechenland und Euro fragen sich viele immer intensiver, ob ihr Geld wirklich sicher ist. Fragen und Antworten zu einem brisanten Thema.
- Wie ist Geld auf der Bank abgesichert?
Deutsche Sparer stehen im internationalen Vergleich sehr gut da. So sind Guthaben auf einer deutschen Bank mit einem gesetzlichen Einlagenschutz bis zu 100 000 Euro staatlich abgesichert. Hinzu kommt der Einlagensicherungsfonds deutscher Banken, der Kundengelder gar in Millionenhöhe absichert. Auch Sparkassen und Volks- und Raiffeisenbanken haben ähnliche Sicherungen.
- Was ist die beste Anlagestrategie?
„Einen Vollkaskoschutz gibt es nicht“, sagt Niels Nauhauser von der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg. In einem so schwierigen Umfeld seien alle Anlageklassen riskant. „Der beste Schutz besteht darin, das Vermögen möglichst breit zu streuen.“
- Was ist mit Staatsanleihen?
Sparguthaben beim deutschen Staat – das sind etwa Bundesschatzbriefe, Bundesobligationen oder Bundesanleihen – sind ebenfalls extrem sicher, denn Deutschland gilt weltweit als einer der sichersten Schuldner, denn eine Staatspleite und damit der Verlust des Kapitals sind aus heutiger Sicht auszuschließen. Allerdings bezahlt der Anleger diese Sicherheit mit einer niedrigen Rendite.
- Welche Anlagen gehören ins Depot?
Neben festverzinslichen Anlagen wie Staatsanleihen oder Festgeld sollten Verbraucher auch in Aktien beziehungsweise Investmentfonds investieren, empfiehlt Nauhauser. Auch Rohstoffe wie Gold und möglicherweise auch Immobilien gehörten zu einem breit aufgestellten Depot. Dabei darf jedoch nicht vergessen werden, dass jede Anlageklasse ein eigenes Risiko in sich birgt. Bei Aktien müsse man stets auch mit Kursverlusten rechnen.
- Warum klettert der Goldpreis weiter?
Gold funktioniert bei Finanzkrisen wie eine Art Versicherung. Weil Gold aber auch stets in Dollar gehandelt wird, besteht hier zusätzlich ein gewisses Währungsrisiko.
- Droht womöglich ein Crash an der Börse?
Genaue Vorhersagen sind hier nicht möglich. Erfahrungen aus der Vergangenheit aber zeigen: Negative Nachrichten zur Schuldenkrise haben immer wieder für Rückschläge am Aktienmarkt gesorgt. Noch setzt sich jedoch der Aufwärtstrend durch. Das könnte sich ändern, wenn die Schuldenkrise auch in den USA weiter eskaliert und die Wirtschaft in eine neue Rezession treibt – ähnlich wie bei der Finanzkrise von 2008. Damals war der Deutsche Aktienindex DAX von einem Rekordstand über 8100 Punkten Mitte 2007 bis unter 4000 Punkte Anfang 2009 abgestürzt.
- Was bedeutet eine Abwertung des Euro für den deutschen Verbraucher?
Auch wenn der Wechselkurs mitunter stark schwankt: Der Euro ist durchaus stabil. So hat er nach Angaben des Bundesverbandes deutscher Banken in Deutschland seit seiner Einführung im Durchschnitt weniger als zwei Prozent jährlich an Kaufkraft verloren. Im Vergleich dazu lag der durchschnittliche jährliche Kaufkraftverlust der D-Mark in ihrem 50-jährigen Bestehen mit etwa 2,8 Prozent deutlich höher. Kursschwankungen sind normal, der Euro hat in seiner zwölfeinhalbjährigen Historie einige Auf und Abs hinter sich. Für Verbraucher bedeutet das, dass Güter und Dienstleistungen, die im Ausland eingekauft werden, von Zeit zu Zeit teurer oder billiger werden. Ein Hinweis von Nauhauser: „Wer sein Geld in einer ausländischen Währung anlegt, profitiert von einem Wertanstieg dieser Währung und trägt das Risiko von Währungsverlusten.“
- Müssen Verbraucher sich Sorgen um ihre Altersvorsorge machen?
Nicht unbedingt. Bei der Riester-Rente etwa müssten die Anbieter garantieren, dass zu Beginn der Rentenphase alle eingezahlten Beiträge zur Verfügung stehen, erklärt Nauhauser. Riskanter seien Fondssparpläne und fondsgebundene Rentenversicherungen. Hier könnten sich Verluste auf den Aktienmärkten bemerkbar machen. Dieses Risiko trage der Kunde. Kursverluste kann es bei klassischen Kapitallebens- oder Rentenversicherungen nicht geben. Allerdings kann hier die Rendite geschmälert werden. Der Grund: Ein Großteil der Einlagen wird in festverzinsliche Wertpapiere investiert.
- Was sagen Experten?
„In Europa kann man von einer echten Krise sprechen“, sagt Ferdinand Fichtner vom Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) in Berlin. Sollten auch andere Länder in Schwierigkeiten geraten, könne das weitreichende Folgen haben. „Die Politik wird aber alles unternehmen, um einen Flächenbrand zu vermeiden.“ Verbraucher müssten sich grundsätzlich keine Sorgen um ihre Ersparnisse machen: „Die Auswirkungen auf Deutschland werden vermutlich eher klein bleiben.“ Auch Hans Fehr von der Uni Würzburg spricht im Interview mit dieser Zeitung von einem überschaubaren Risiko für Sparer.
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Die neuesten Kommentare
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Du_di_ned_oo (2935 Kommentare) am 22.07.2011 01:03
Höhere FinanzmathematikWenn die Börsenkurse fallen,regt sich Kummer fast bei allen, aber manche blühen auf: Ihr Rezept heißt Leerverkauf. Keck verhökern diese Knaben Dinge, die sie gar nicht haben, treten selbst den Absturz los, den sie brauchen - echt famos! Leichter noch bei solchen Taten tun sie sich mit Derivaten: Wenn Papier den Wert frisiert, wird die Wirkung potenziert. Wenn in Folge Banken krachen, haben Sparer nichts zu lachen, und die Hypothek aufs Haus heißt, Bewohner müssen raus. Trifft's hingegen große Banken, kommt die ganze Welt ins Wanken - auch die Spekulantenbrut zittert jetzt um Hab und Gut! Soll man das System gefährden? Da muss eingeschritten werden: Der Gewinn, der bleibt privat, die Verluste kauft der Staat. Dazu braucht der Staat Kredite, und das bringt erneut Profite, hat man doch in jenem Land die Regierung in der Hand. Für die Zechen dieser Frechen hat der Kleine Mann zu blechen und - das ist das Feine ja - nicht nur in Amerika! Und wenn Kurse wieder steigen, fängt von vorne an der Reigen - ist halt Umverteilung pur, stets in eine Richtung nur. Aber sollten sich die Massen das mal nimmer bieten lassen, ist der Ausweg längst bedacht: Dann wird bisschen Krieg gemacht. Richard Kerschhofer, Wien 2008. (und nicht Kurt Tucholsky ,,,) |
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grayjohn (1547 Kommentare) am 22.07.2011 11:06
ChapeauDas hat er schön gesagt. |
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schonda (1146 Kommentare) am 19.07.2011 09:00
Wodurch Schulden ?Keiner will die Frage beantworten : " WO ist unser vieles, erarbeitetes Geld geblieben " ? Die richtige Antwort: " Gestohlen von Banken, Versicherungen, Wirtschaft, u. die bestimmte Sorte der Eliten u. (ausländischer) Hochfinanz die seit ewigfen Zeiten nichts anderes machen, als das Volk zu betrügen u. sich weltweit nur bereichern ! Verschwendet von korrupten, unfähigen, Lobby-abhängigen Politikern, die an nichts anderes als an Selbst-Bereicherung denken u. jedes Jahr mehr Geld aus Bürgern rauspressen. Das Gold ist z.B. nicht teuerer geworden, sondern die Währungen sind weniger Wert geworden (Inflation). Der viel zu kompliziert gestaltete (wurde extra so gemacht) Riester, dient nur den Versicherungen, denn ein Grossteil der Einzahlung geht für Provisionen usw., drauf. Uns wird vorgegaukelt sparen zu müssen, weil die Zeiten schlecht sind, dabei wurde uns unser Wohlstand von den bekannten Dieben u. Betrügern mit Hilfe der Politik GESTOHLEN ! |
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punkbone (700 Kommentare) am 19.07.2011 12:27
und nun?warum stehen Sie nicht auf und gehen auf die Straße?Glaube kaum das Merkel und Co. diesen Kommentar lesen, da können wir hier noch so viel meckern. |
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