Finanzen

aktualisiert: 15. Januar 2012, 19:44 Uhr
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Leitartikel: Die Bonitätsprüfer haben recht
Ja, Europa muss Angst haben. Der Spiegel, den die US-Ratingagentur Standard & Poor's den Europäern vorhält, ist weder ein Kampfinstrument noch eine Kriegserklärung. Die Bonitätsprüfer haben ganz einfach recht. Bisher steht nichts – keine Fiskalunion, keine Schuldenbremse in den Verfassungen und auch keine Rettung Griechenlands, Portugals oder Irlands oder gar Italiens. Und die guten Nachrichten vom Donnerstag, als Rom und Madrid milliardenschwere Anleihen an den Mann bringen konnten, reichen eben nicht aus. »mehr
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Du_di_ned_oo (2935 Kommentare) am 15.01.2012 21:46
haben die US-Experten recht?Darüber ob berechtigt oder nicht darüber gehen die Meinungen offensichtlich sehr weit auseinander.Wenn ich z.B. den SZ-Kommentar lese: Ratingagentur Standard & Poor's Götter im Anzug Die Herabstufung der Euro-Länder läutet eine ganz neue Qualität in der Auseinandersetzung zwischen krisengeschüttelten Regierungen und selbsternannten Bonitätsprüfern ein: Die Ratingagentur Standard & Poor's will kräftig mitmischen und schreckt dabei nicht davor zurück, Länder des Euro-Klubs auf eine Höhe mit Entwicklungsländern zu stellen. Das ist absurd, das ist lächerlich. http://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/ratingagentur-standard-poors-goetter-im-anzug-1.1258602 Klar erscheint mir: - die durch gigantische Rettungsschirme teuer erkaufte Zeit wurde kaum genutzt um die Ursachen anzugehen. Hier gebe ich Herrn Drewes ausdrücklich recht. - die EZB ist vom Stablilitätsanker zur Bad-Bank verkommen. - alle möglichen Versprechungen wurden gebrochen und dadurch Vertrauen verspielt. - die Ratingagenturen plamierten sich in der Vergangenheit vielfach (Banken gingen mit Top-Rating pleite, Schrottpapiere erhielten 'AAA' etc. - es gibt massive wirtschaftliche und politische Interessenkonflikte - ein neutrales objektives Rating ist daher derzeit eine Illusion - Rating bedeutet letztlich eine Voraussage über die zukünftige Wirtschaftskraft um die Zinslast zu bewältigen. Die Treffergenauigkeit der Prognosen von Wirtschaftwissenschaftler (und mögen sie sich noch so weise nennen...) sind vorsichtig formuliert bescheiden. - warum USA und GB trotz einer immensen Verschuldung und einer daniederliegenden Wirtschaft noch praktisch überall Top-Ratings erhält ist für mich auch nicht nachvollziehbar. USA: S&P Rating: AA+ Moody's: Aaa Fitch: AAA Großbritannien: S&P Rating: AAA Moody's: Aaa Fitch: AAA http://diepresse.com/home/wirtschaft/international/664765/AAA-bis-Ramsch_So-kreditwuerdig-sind-USA-und-EULaender Aus meiner Sicht hätten Rating-Agenturen viel viel früher reagieren müssen. Denn das Herunterstufen verschärft die Notlage eines Landes massiv. Insofern ist es eine Art von sich selbst erfüllender Prophezeiung. Wenn ein Land noch halbwegs handlungsfähig ist, und erste die Wirkungen eines Down-Grades dazu führen, daß ein Land die notwendigen Maßnahmen einleitet, dann ergibt Rating Sinn. Es ergibt jedoch keinen Sinn ein Land welches gerade schon abstürzt hinterherzurufen man würde seine Bonität nun herabstufen, Dies wirkt absolut kontraproduktiv. Aber so war es wohl auch vorgesehen. Fragen die man sich auch stellen sollte: - warum hat Goldman Sachs dabei Griechenland geholfen die wirklichen Verhältnisse zu verschleiern? - warum haben wir so viele Ex-Goldman-Sachs Leute an den Schalthebeln der Macht? |
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closs (1300 Kommentare) am 15.01.2012 22:09
In jedem Fall ist es gut, so zu tun,als hätten die Ratingagenturen recht. Denn nur so lässt sich Europa in die Einheit treiben. Aber gleichzeitig darf man nicht aus dem Auge verlieren, dass Ratingagenturen - zumindest gegenwärtig - eben KEINE unabhängigen Institute sind, sondern (mindestens auch) "Cruise Missiles" der Wallstreet. Mit Spannung darf deshalb erwartet werden, wie Bewertungen aussehen, wenn dieser Bewertungsmarkt wirklich mal wettbewerbsmäßig besetzt ist - etwa durch weitere anerkannte Ratingagenturen in China oder Europa. Aber das dauert halt. |
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