publiziert: 21.10.2008 17:42 Uhr
aktualisiert: 12.12.2008 12:58 Uhr
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Ein Kitzinger will den Staat bremsen

Markus Franz reicht Verfassungsbeschwerde gegen Rettungspaket für Banken ein

Ein 21-jähriger Unternehmer aus Kitzingen will das milliardenschwere Hilfspaket der Bundesregierung zur Rettung der Banken stoppen. Markus Franz, Chef einer dreiköpfigen Internet-Firma in Jena, legte am Wochenende Verfassungsbeschwerde gegen das am vergangenen Freitag verabschiedete Gesetz ein.

  • Hält nichts vom Milliarden-Rettungspaket für die Banken: Markus Franz, hier bei einer Präsentation in Kitzingen 2005.
    FOTO Weichhan
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Eine Sprecherin des höchsten deutschen Gerichts bestätigte den Eingang der Beschwerde. Ob und wenn ja, wann der Fall verhandelt werde, konnte sie nicht sagen. Inzwischen hörte Markus Franz, Chef der Sugoma KG in Jena aus Karlsruhe: Wegen der Eilbedürftigkeit des Themas sei mit einer Entscheidung binnen zwei Wochen zu rechnen.

„Warum schmeißen wir 400 Milliarden Euro zum Fenster raus, ohne zu wissen, wie das Geld wirkt?“ fragt Franz. Er führt zwei Argumente für seinen Eilantrag in Karlsruhe an: Das am Freitag verabschiedete Gesetz verstoße gegen den Grundsatz der Gleichbehandlung, die Milliardenhilfe verschaffe der Finanzindustrie einen unzulässigen Vorteil. Und das Rettungspaket habe einen wesentlich größeren Umfang als der Bundeshaushalt, kollidiere also ebenfalls mit dem Grundgesetz.

Der 21-jährige Markus Franz aus Mainbernheim fiel schon als Schüler des Armin-Knab-Gymnasiums in Kitzingen durch ungewöhnlichen Ideenreichtum und unternehmerische Energie auf. Er sei „ein Phänomen,“ sagte Schulleiterin Margit Hofmann vor drei Jahren über den Mann, der eine Suchmaschine entwickeln will, die besser als Marktführer Google funktioniert. Inzwischen ist er auch freier Berater für Unternehmen und Gesellschafter der Firma BF Blogform Search GmbH in Berlin, mit Michael Maier, ehemals Chefredakteur von „Stern“ und „Netzeitung“ als Geschäftspartner.

Seit die Nachricht von seiner Verfassungsbeschwerde kursiert, ist der 21-Jährige ein gefragter Gesprächspartner. „Das Medieninteresse hat uns regelrecht erschlagen,“ sagt Markus Franz. Und: „Wir bekommen extrem viele zustimmende E-Mails. “

Über die Erfolgschance seiner Beschwerde macht er sich keine Illusionen. Er rechne sich gute Chancen aus, dass die Beschwerde vom Verfassungsgericht zumindest angenommen wird, sagt er. Er weiß aber auch: „Die Wahrscheinlichkeit ist ziemlich hoch, dass wir scheitern.“

Von unserem Redaktionsmitglied Manfred Schweidler
    
    

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