publiziert: 03.02.2009 17:52 Uhr
aktualisiert: 03.02.2009 18:13 Uhr
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Überraschende Einsichten zur Finanzkrise

Es gab schon viele Expertenrunden zur Krise, doch wohl kaum eine war so unterhaltsam wie diese

Längst alles gesagt in Sachen Finanz- und Wirtschaftskrise? Vielleicht bei Illner, Will und Co. – nicht aber an der Uni Würzburg. Eine Podiumsdiskussion am Montagabend brachte einige überraschende Einsichten.

Längst bekannte Argumente, wohl temperiert vorgebracht und allenfalls mit einer Prise Parteipolitik gewürzt – das ist die meist schale Kost der TV-Polittalkshows. Ganz anders am Montagabend (2. Februar) im vollbesetzten Audimax der Würzburger Universität.

Unter dem Motto „Finanzdebakel und Rezession – Wege aus der Krise“ diskutierten die Würzburger Professoren Peter Bofinger und Ekkehard Wenger, Sparkasse-Mainfranken-Chef Rudolf Fuchs und der Frankfurter Wirtschaftsjurist Joachim Kayser über die Krise.

Bofinger und Wenger zum erstem Mal gemeinsam auf einem Podium – das schon versprach einen gewissen Reiz. Und Wenger, bundesweit bekannt als Aktionärsrechtler und Konzernkritiker, machte seinem Ruf als Enfant Terrible der deutschen Wirtschaftswissenschaftler alle Ehre.

Er habe „so gewisse Schwierigkeiten mit dem Wort Finanzkrise“, legt er los. Es handle sich vielmehr „um eine Art Casino- und Zockerbudenkrise“, poltert er – und zeigt eine Grafik mit dem abgestürzten Aktienkurs der Deutschen Bank. Wenger kommt in Fahrt, hantiert mit seinen Folien.

Ein einfaches Vorstandsmitglied der Deutschen Bank verdiene im Jahr 5,5 Millionen Euro, rechnet er vor. „Von Herrn Ackermann und seinen 13 Millionen Euro wollen wir gar nicht reden“, führt er süffisant aus, „sonst meint noch jemand, ich hätte was gegen ihn“. Begeistertes Gejohle unter der etwa zur Hälfte studentischen Zuhörerschaft.

Privatanleger ohne Einfluss

Auf Privatanleger, die den „Selbstbereicherungsprozess der Multi-Millionen-Abkassierer“ gestoppt hätten, komme es längst nicht mehr an, grantelt er und setzt einen drauf: Institutionelle Anleger ermöglichten eine „schamlose persönliche Bereicherung“, vergleichbar „mit den Raubzügen eines internationalen Verbrechersyndikats“.

Wengers zur Vorlesung ausgeufertes Statement sorgt, je nach Gusto, für Heiterkeit oder...

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Von unserem Redaktionsmitglied Michael Deppisch
    
    

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Die neuesten Kommentare

franka1 (949 Kommentare) am 30.08.2009 12:41

Internationale Vernetzung

Herr Bofinger hat Recht, wenn er fordert, die intern. Vernetzung müsse zurückgefahren werden. Ich gehe noch weiter! Die großen Firmengebilde müsen zerschlagen werden. Denn geht ein kleiner Betrieb kaputt, kann der Rest weiterexistieren. Desweiteren muß endlich wieder mal kalkuliert werden, und zwar von unten nach oben. Es kann doch nicht rückwärts kalkuliert werden, wie vor einigen Jahren in ihrer Zeitung zu lesen war. Ich muß als Hersteller doch erst wissen, was mich das Teil kostet und dann kann ich den Vk.-Preis festlegen, und nicht erst fragen, was bekomme ich für mein fertiges Teil. Dies sind meine Gedanken zur momentanen Situation.
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