aktualisiert: 01.03.2013 18:06 Uhr
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WÜRZBURG
Druck auf Koenig & Bauer nimmt ab
Würzburger Traditionsunternehmen will wieder Dividende ausschütten
Zweistelliges Umsatzwachstum und verdreifachtes Ergebnis: Die massiven Kostensenkungen der vergangenen Jahre zahlen sich aus bei Deutschlands zweitgrößtem Druckmaschinenbauer Koenig & Bauer AG (KBA). Nach vorläufigen Zahlen hat das Unternehmen im Geschäftsjahr 2012 den Konzernumsatz um gut zehn Prozent auf annähernd 1,3 Milliarden Euro gesteigert und damit das selbst gesteckte Ziel von 1,2 Milliarden Euro übertroffen. Das operative Ergebnis konnte KBA mit 30 Millionen Euro sogar verdreifachen gegenüber dem Vorjahr.
Operativer und freier Cashflow waren ebenfalls deutlich positiv, so dass Geld für die Aktionäre übrig bleibt: Ihnen winkt für 2012 wieder eine Dividende. Die Höhe will KBA-Vorstandschef Claus Bolza-Schünemann aber erst nach Mitteilung der offiziellen Geschäftszahlen am 22. März bekannt geben. Auch die Höhe des Gewinns im zurückliegenden Geschäftsjahr ließ KBA zunächst offen.
Laut Sprecher Klaus Schmidt profitiert KBA zwischenzeitlich auch von seiner breiteren Aufstellung im Markt. Rund ein Drittel des Umsatzes erzielte der Würzburger Druckmaschinenbauer mittlerweile in Bereichen, die weniger vom Strukturwandel in der Druck- und Medienindustrie betroffen sind. Im zyklischen Geschäft mit Rollen- und Spezialdruckanlagen dagegen wurden 2012 deutlich weniger große Aufträge vergeben als im Vorjahr. Im Jahresvergleich schrumpfte der Auftragseingang im Konzern um 28 Prozent. Bei Bogenoffsetmaschinen wuchsen die Neubestellungen im Berichtsjahr zweistellig. Die Zahl der Beschäftigten sank im vergangenen Jahr noch einmal um rund 200 auf 6187. Sein Sparprogramm will KBA fortsetzen, um die Ertragskraft in den Sparten Bogen- und Rollenoffsetmaschinen zu verbessern. Im laufenden Geschäftsjahr gehören dazu unter anderem die konzernweite Neuausrichtung der Einkaufs- und Produktionsaktivitäten inklusive der Schließung des Zweigwerkes Trennfeld zum Jahresende 2013.
Für die Hauptstandorte Würzburg und Radebeul gelten seit Jahresbeginn Ergänzungstarifverträge, die zu mehr Flexibilität und einer besseren Profitabilität im traditionellen Geschäft von KBA beitragen sollen. Bereits am Donnerstag hatte KBA eine Akquisition in Italien angekündigt. Die „gesunden Finanzen“ erlaubten es, in Wachstumsmärkte zu investieren, teilte KBA-Sprecher Schmidt mit. Koenig & Bauer plant im laufenden Geschäftsjahr die Mehrheitsübernahme des Feindruck-Spezialisten Flexotecnica, einer Tochtergesellschaft des auf Verpackungs- und Publikationstiefdruckanlagen spezialisierten italienischen Unternehmens Officine Meccaniche G. Cerutti S.p.A. (OMGC).
Der Kaufpreis für diesen Anteilserwerb wird laut Schmidt im oberen einstelligen Millionenbereich liegen. Der Aufsichtsrat der KBA hat dem Erwerb bereits zugestimmt. Was fehlt, ist die Zustimmung der Kartellbehörden. An der Börse kamen die vorläufigen KBA-Zahlen gut an. Die Aktien eröffneten am Freitag über zwei Prozent im Plus, nachdem sie am Donnerstag rund fünf Prozent verloren.

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