publiziert: 08.08.2012 19:37 Uhr
aktualisiert: 08.08.2012 19:39 Uhr
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Krise bremst Exportgeschäft

Länder wie Spanien oder Italien kaufen weniger Produkte aus Deutschland
  • Neuwagen eines deutschen Herstellers: Die Nachfrage aus dem Mittelmeerraum geht wegen der Schuldenkrise zurück.
    Foto: dpa
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Die Eurozone steckt in der Rezession, kriselnde Länder wie Italien und Spanien kaufen weniger Produkte „Made in Germany“. Die Schuldenkrise hinterlässt allmählich Bremsspuren bei den deutschen Exporteuren. Die boomende Nachfrage aus Ländern außerhalb der EU verhindert jedoch Schlimmeres.

Im ersten Halbjahr gingen mehr deutsche Waren nach Asien, Amerika, Russland oder Australien als in die Länder der Eurozone. Während der Export in den Euroraum um 1,1 Prozent schrumpfte, gab es im Handel mit Drittländern ein kräftiges Plus von 11,1 Prozent. „Zwar hat sich auch in Asien das Wachstum teilweise abgeschwächt, ist dabei aber noch so stark, dass die Rückgänge bei den Exporten in die Euroländer mehr als kompensiert werden“, erklärt der Präsident des Außenhandelsverbands BGA, Anton Börner.

Schon seit geraumer Zeit verlagert sich das Geschäft zusehends von Europa nach Asien. „Durch die Krise hat diese Entwicklung an Tempo gewonnen“, heißt es beim BGA. Selbst wenn sich das Wachstum im Boomland China in diesem Jahr etwas abkühlen und die Weltwirtschaft insgesamt einen Gang zurückschalten sollte, ist Deutschlands Exportunternehmen nicht bange. „Zahlreiche Länder in Südamerika und Asien wachsen kräftig. Die Perspektiven für das Gesamtjahr sind weiterhin positiv“, ist der BGA zuversichtlich.

Der Verband rechnet 2012 mit einem Exportwachstum von gut vier Prozent. Das ist zwar weniger als die zunächst prognostizierten sechs Prozent. Dennoch wäre es ein weiteres Rekordjahr im Außenhandel.

Selbst in der von der Schuldenkrise gebeutelten Eurozone gibt es Lichtblicke. Die Exporte nach Frankreich stiegen in den ersten fünf Monaten aktuellen Zahlen zufolge um 4,2 Prozent und bei den Ausfuhren in die Niederlande – dem zweitwichtigsten Handelspartner in der Eurozone – gab es ein Plus von 6,6 Prozent. Düster ist die Bilanz hingegen beim Export nach Italien (minus 6,9 Prozent) und nach Spanien (minus 9,2 Prozent).

Der wichtigste Markt für deutsche Ausfuhrgüter ist mit einem Anteil von rund 60 Prozent nach wie vor die Europäische Union. Dort gab es im ersten Halbjahr immerhin noch ein Plus von 0,6 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

Trotz der gewachsenen Bedeutung der Drittländer für den deutschen Export, der Wachstumsmotor der deutschen Wirtschaft wird nach Einschätzung von Ökonomen nicht völlig ungeschoren durch die Turbulenzen der Euro-Schuldenkrise kommen. Die Aussichten für die deutsche Wirtschaft gerade im Exportsektor hätten sich merklich abgekühlt, sagt etwa auch Commerzbank-Expertin Ulrike Rondorf. Der Export könnte als Schrittmacher der Konjunktur ausfallen und die deutsche Wirtschaft im dritten Quartal nach ihrer Einschätzung schrumpfen.

Der Grund: Die Bestellungen aus dem Ausland – insbesondere aus dem Euroraum – fließen nicht mehr so reichlich. Im Juni hatte die deutsche Industrie 1,7 Prozent weniger Aufträge verbucht als im Mai. Die Nachfrage aus der Eurozone sank dabei deutlich um 4,9 Prozent.

Von dpa-Korrespondentin Friederike Marx
    
    

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