publiziert: 13.08.2012 17:56 Uhr
aktualisiert: 13.08.2012 18:27 Uhr
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Krise erwischt Solarworld

Tiefrote Zahlen

Das Photovoltaikunternehmen Solarworld hat nach einem drastischen Verlust im ersten Halbjahr seine Pläne für einen positiven Jahresabschluss begraben. „40 Prozent Preisverfall in einem halben Jahr, das steckt kein Unternehmen so schnell weg“, sagte Unternehmenschef Frank Asbeck. Solarworld hat infolge des Preisrückgangs im ersten Halbjahr einen kräftigen Umsatzrückgang um mehr als ein Drittel verbucht. Dazu kamen Wertberichtigungen auf Vorräte und auf zu teuer eingekaufte Rohstoffe. Unterm Strich blieb ein Verlust von fast 160 Millionen Euro. Wann es bei dem Unternehmen wieder bergauf gehen soll, dazu äußerte sich Asbeck am Montag nicht.

Als Hauptgrund für den Preisdruck macht Asbeck die chinesische Konkurrenz aus, gegen die er sowohl in den USA als auch auf europäischer Ebene mit Antidumping-Klagen zu Felde zieht. „Die niedrigen Preise am Markt orientierten sich nicht an den Produktionskosten, sondern daran, wer sie sich – mit staatlicher Hilfe – länger leisten kann“, sagte Asbeck. „Was wir sehen, ist ein Wettstreit der tiefen Taschen.“ Solarworld erwartet Mitte September die Annahme der Klage in Brüssel. Im Oktober, so Asbeck, würden zudem die in den USA vorläufig verhängten Zölle gegen China verschärft. In beiden Fällen hatte das Bonner Unternehmen die Klagen maßgeblich vorangetrieben.

Solarworld hatte erst vor wenigen Wochen seine Finanzierung auf neue Beine gestellt. Wichtige Kreditbedingungen wurden im Juli neu ausgehandelt. „Die Zahlen haben keine Auswirkungen auf die weitere Unternehmensfinanzierung“, sagte Asbeck. Mit Investitionen in die Forschung im Volumen von 50 Millionen Euro will Solarworld unter anderem die Leistungsfähigkeit seiner Anlagen verbessern. Über den technologischen Fortschritt seien so jährlich Preisreduktionen von acht bis zehn Prozent möglich, schätzt Asbeck. Auch beim Materialeinsatz will das Unternehmen weiter sparen. Am Personal will der Vorstandschef nicht weiter sparen. „Es sind keine wesentlichen weiteren Anpassungen vorgesehen“, sagte er.

Der Konzernchef hatte vor einigen Wochen angekündigt, so lange auf Gehalt und Dividende – Asbeck hält 28 Prozent am Unternehmen – zu verzichten, bis das Unternehmen wieder profitabel ist. Die schlechten Zahlen zum Halbjahr bringen ihn nach eigenen Aussagen dennoch nicht aus der Ruhe. „Meine Entscheidung soll ausdrücken, dass ich an das Unternehmen glaube. Und ordentlich gesegelt wird nur im Sturm.“

dpa
    
    

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