publiziert: 13.07.2012 18:33 Uhr
aktualisiert: 13.07.2012 18:33 Uhr
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Mit Technologie zur eigenen Firma

Seit mehr als zehn Jahren: Innovations- und Gründerzentrum in Würzburg
  • Foto: Bernhard Rauh
    Im Innovations- und Gründerzentrum: Raino Petriçeviæ (links) von RPR-engineering und Christian Gemperlein von bike ahead composites mit Carbon-Leichtlauf-Rädern.
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Deutschland als Land ohne Rohstoffe braucht Existenzgründer, die den Mut und den Willen haben, sich selbstständig zu machen. Deshalb haben sich das „Netzwerk Nordbayern“, die Stadt Würzburg und das Innovations- und Gründerzentrum (IGZ) zusammengetan und nun eine Reihe von viel versprechenden Gründungsprojekten vorgestellt. Dabei handelt es sich nicht um bereits bewährte und weniger innovative Gründungsmuster, sondern ausschließlich um wirklich neue, technologieorientierte Unternehmensgründungen. Sie stammen meist aus Wissenschaftsprojekten der hiesigen Universität oder der Hochschule für angewandte Wissenschaften.

Ein Beispiel für ein solches neues Unternehmen ist die Firma „RPR Engineering“, die Sensoren entwickelt hat, „die über die Messung von Dehnungen und Schwingungen den Zustand von Faserverbundbauteilen aus Carbon überwachen“, wie es in der Eigendarstellung heißt. Das klingt auf den ersten Blick unspektakulär, doch auf den zweiten Blick wird das Marktpotenzial sichtbar. Mit diesen Sensoren gelingt es, Automobil-Komponenten, Windkraftanlagen und Flugzeugbauteile aus dem modernen Werkstoff Carbon auf verborgene Spannungsrisse und andere Fehler hin zu untersuchen. Jung-Unternehmer Dr. Raino Petriçeviæ konnte dies anhand einer Carbon-Fahrradfelge eindrucksvoll demonstrieren.

Mit einem innovativen Herstellungsverfahren kann Christian Gemperlein mit seiner Firma „bike ahead composites“ aufwarten. Der Würzburger Diplom-Ingenieur hat das eben erwähnte Carbon-Leichtbau-Laufrad konstruiert, das nur knapp 1200 Gramm auf die Waage bringt und vollständig hier in Deutschland hergestellt wird. Es vereint Steifigkeit mit einer optimalen Haltbarkeit und Wartungsarmut. Das Zentrieren und auch Speichenbrüche gehören damit nach Gemperleins Ansicht der Vergangenheit an.

Ein ganz anderes Projekt haben vier Gründer aus der Universität Würzburg vorgestellt. Ihre Firma nennt sich „invoice System“ und soll es Handwerkern und kleinen Betrieben ermöglichen, vor Ort beim Kunden Rechnungen auszustellen und auf Wunsch auch sofort per elektronischem Zahlungsverfahren bezahlen lassen zu können. Dies sorgt für weniger Bürokratie und verkürzt den gesamten Abrechnungsvorgang. Auf einen extra Bürotag könnten Schornsteinfeger, Heizungsfirmen, Schlüsseldienste und andere Betriebe somit verzichten.

Die hier aufgeführten Gründer und weitere neun Start ups, die ihr Unternehmen präsentiert haben, stünden wohl nicht so erfolgreich da, wenn es nicht das Angebot des IGZ gäbe. Dieses größte Gründerzentrum in Unterfranken hat als Gesellschafter die Stadt und den Landkreis Würzburg, die Sparkasse Mainfranken und die IHK Würzburg-Schweinfurt und unterstützt Gründungsneulinge beim Schritt in das Unternehmertum. Gefördert werden vor allem technologieorientierte Firmen durch kostengünstige Labor- und Büroflächen sowie durch kostenlose Beratungsleistungen und Qualifizierungs-Veranstaltungen, um nur einige Hilfestellungen zu nennen. Flankiert werden diese Angebote von den vielen kostenlosen Tipps und Beratungen des „Netzwerk Nordbayern“. Für dieses Konzept spricht, dass in den letzten zehn Jahren von 45 betreuten Unternehmen lediglich drei heute nicht mehr am Markt sind.

Von unserem Mitarbeiter Bernhard Rauh
    
    

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