publiziert: 23.04.2009 17:17 Uhr
aktualisiert: 23.04.2009 18:10 Uhr
» zur Übersicht Main-Post Wirtschaft
    
    
Artikel
 

Schrift vergrößern Text    Schrift verkleinern Text HANNOVER
Schlechte Stimmung bei der Conti-Hauptversammlung

Drinnen Streit mit Schaeffler, draußen Proteste – Zulieferer bangt um seine Zukunft

(dpa) In einem dramatischen Appell an Großaktionär Schaeffler hat Conti-Vorstandschef Karl-Thomas Neumann ein rasches Konzept für die Zukunft der beiden angeschlagenen Konzerne gefordert.

    
Mehr zum Thema
 01.09.2010  Schaeffler sieht die Krise überwunden  »mehr
 19.08.2009  Schaeffler kann wieder nach vorne blicken  »mehr
 18.08.2009  Vorerst gerettet: Schaeffler einigt sich mit Banken  »mehr
 Chronologie  Ringen zwischen Conti und Schaeffler  »mehr
 12.08.2009  Conti-Machtkampf beendet: Neumann und Koerfer gehen  »mehr
 10.08.2009  Einigung im Conti-Machtkampf rückt näher  »mehr
 07.08.2009  Schaeffler droht weitere Niederlage  »mehr
 05.08.2009  Millionenschweres Sparpaket bei Schaeffler  »mehr
 02.08.2009  Conti-Chaos: Kritik an Schaeffler  »mehr
 29.07.2009  Mögliche Kapitalerhöhung bei Conti umstritten  »mehr
 Showdown in Hannover  Conti und Schaeffler streiten über Kapitalerhöhung   »mehr
 28.07.2009  250-Millionen-Sparpaket sichert Jobs bei Schaffler  »mehr
 22.07.2009  Conti greift Schaeffler an  »mehr
 21.07.2009  Wirbel im Machtkampf zwischen Conti und Schaeffler  »mehr
 Übersicht  Wer zur Schaeffler-Gruppe gehört  »mehr
 07.06.2009  Wulff: Konkretes Modell für Schaeffler und Conti  »mehr
 20.05.2009  Fusion von Schaeffler und Conti im Gespräch  »mehr
 12.05.2009  Schaeffler legt Konzept vor  »mehr
 23.04.2009  Schlechte Stimmung bei der Conti-Hauptversammlung  »mehr
 21.04.2009  Schaeffler baut Macht im Conti-Aufsichtsrat aus  »mehr
 07.04.2009  Schaeffler vereinbart Milliarden-Kreditlinie  »mehr
 01.04.2009  Hoffnung für Schaeffler  »mehr
 24.02.2009  Familie Schaeffler will Verantwortung behalten  »mehr
 8.2.2009  Schaeffler verteidigt Bitte nach Staatshilfe  »mehr
 8.2.2009  Schaeffler-Familie findet trotz intensiver Suche keine Investoren  »mehr
 19. Dezember 2008  Brüssel gibt Schaeffler grünes Licht  »mehr
 21. August 2008  Herzogenaurach übernimmt Hannover  »mehr
    


Ein weiteres Abwarten in der extrem schwierigen wirtschaftlichen Lage berge das Risiko einer „unkontrollierten Entwicklung“, sagte Neumann am Donnerstag bei der Hauptversammlung. Schaeffler und Continental sind hoch verschuldet, die Branchenkrise hat die beiden Autozulieferer voll erwischt. Neumann kündigte an, innerhalb von maximal 100 Tagen selbst ein tragfähiges Zukunftskonzept vorlegen zu wollen.

Neumann sagte, es sei etwa offen, ob sich Conti auf das Geschäft als Autozulieferer konzentrieren solle und was dann aus der Reifensparte werde. Offen sei zudem, wie das Automobilgeschäft alleine in der aktuellen Krise ohne die Beiträge der Reifensparte die Zukunftsthemen finanzieren solle. Schaeffler und Conti hatten zwar vereinbart, über eine Zusammenlegung der Automobilsparten zu sprechen und die Conti- Reifensparte auszugliedern – ein Konzept und ein Zeitplan aber liegen bislang nicht vor. Schaeffler hatte sich bei der auf Pump finanzierten Übernahme des drei Mal größeren Continental-Konzerns im Zuge der Finanz- und Autokrise überhoben. Die hoch verschuldete Gruppe bittet um Staatshilfen.

Scharfe Kritik an Schaeffler äußerte Frank-Holger Lange von der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz. Schaeffler versuche, eigene Interessen auf dem Rücken von Conti durchzusetzen. Das Vorgehen sei „egoistisch, selbstherrlich und verantwortungslos“, sagte Lange. Der Conti-Konzern war im vergangenen Jahr in die roten Zahlen gerutscht und hat seinen Sparkurs deutlich verschärft. Neumann bezeichnete die umstrittene Schließung von Reifenwerken am Stammsitz Hannover sowie im nordfranzösischen Clairoix angesichts des dramatischen Markteinbruchs erneut als wirtschaftlich alternativlos.

Von den Schließungen sind insgesamt rund 1900 Beschäftigte betroffen. Vor dem Tagungssaal protestierten rund 2000 Beschäftigte gegen die Pläne, darunter rund 1200 Conti-Arbeiter aus Frankreich. Die Demonstration blieb friedlich. Im Vorfeld waren Randale französischer Conti-Arbeiter befürchtet worden. Neumann sagte zu den Protesten: „Arbeit für alle bei der Continental lässt sich nicht herbeidemonstrieren.“

    
    

Diesen Artikel

  • Webnews einstellen
  • Teilen
Kontakt Redaktion     An Bekannten versenden     Druckversion
    
    

Die neuesten Kommentare

Es wurden noch keine Kommentare geschrieben...
Zum Kommentar abschicken bitte vorher einloggen
Benutzername Passwort
 
     
Sie sind noch kein Mitglied auf mainpost.de? Dann jetzt gleich »hier registrieren
    
Anzeige
    

Börsendaten

    
    

Main-Post-Riester-Tipp 

Riester-Rente
Bis zu 50% staatliche Förderung! Jetzt Angebot anfordern »mehr