publiziert: 28.07.2009 16:05 Uhr
aktualisiert: 28.07.2009 16:08 Uhr
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Schrift vergrößern Text    Schrift verkleinern Text Herzogenaurach/Schweinfurt (dpa)
250-Millionen-Sparpaket sichert Jobs bei Schaeffler

Der hoch verschuldete Automobilzulieferer Schaeffler will nach massiven Zugeständnissen der Arbeitnehmer vorerst auf Entlassungen verzichten.

  • Protest bei Schaeffler Schaeffler hat Einsparungen in Höhe von 250 Millionen Euro angekündigt.
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Die Verhandlungen mit den meisten örtlichen Betriebsräten stünden kurz vor dem Abschluss, die entsprechenden Vereinbarungen sollten bis zum Monatsende unterzeichnet sein, teilte ein Unternehmenssprecher am Dienstag mit und bestätigte einen Bericht der «Frankfurter Allgemeinen Zeitung». Ziel seien konzernweite Einsparungen in Höhe von 250 Millionen Euro.

Bereits geeinigt habe sich die Schaeffler-Führung mit dem Betriebsrat am Standort Schweinfurt. Das «Maßnahmepaket zur Senkung der Personalkosten» sei am Dienstag bei einer Betriebsversammlung vorgestellt werden. Es sieht Einsparungen in Höhe von 50 Millionen Euro vor. Die Summe soll nach Schaeffler-Angaben unter anderem mit dem verstärkten Einsatz von Altersteilzeit, Arbeitszeitverkürzungen ohne Lohnausgleich und Kurzarbeit erbracht werden. Auch setzt das Management auf Aufhebungsverträge, bei denen Beschäftigte auf eigenen Wunsch das Unternehmen verlassen.

Im Gegenzug will die Schaeffler-Führung bis zum 30. Juni 2010 auf betriebsbedingte Kündigungen verzichten. Falls sich die Märkte bis dahin nicht erholt hätten, seien danach betriebsbedingte Kündigungen und die Ausgliederung von Beschäftigten in Transfergesellschaften möglich, heißt es in einer Schaeffler-Mitteilung vom Dienstag. «Um weitergehende Maßnahmen auszuschließen, brauchen wir jedoch eine weitere Belebung der Nachfrage auf den internationalen Märkten», erläuterte Personalgeschäftsführer Klaus Widmaier.

Bereits in der Vorwoche war eine Einigung mit den Beschäftigten des Werks im mittelfränkischen Gunzenhausen erzielt worden. In den nächsten Tagen sollen Vereinbarungen unter anderem an den Standorten Ingolstadt, Eltmann und dem Stammsitz Herzogenaurach folgen.

Der Betriebsratsvorsitzende am Standort Schweinfurt, Norbert Lenhard, sprach von «erheblichen Belastungen» für die Beschäftigten. Dennoch gewinne der Betriebsrat mit der Vereinbarung Zeit für sozialverträgliche Lösungen. Auch die IG Metall zeigte sich nach Unterzeichnung der Schweinfurter Vereinbarung erleichtert: «Die Kündigungsabsichten sind vom Tisch. Es gibt keinen Automatismus zur Einrichtung einer Transfergesellschaft. Die geltenden Tarifverträge werden nicht angetastet.»

Schaeffler hatte sich bei der Conti-Übernahme verhoben und leidet inzwischen auch unter Auftragseinbrüchen wegen der Absatzkrise der Autoindustrie. Auf dem Unternehmen lasten nach der Conti-Übernahme Schulden von rund zwölf Milliarden Euro. Für das laufende Jahr rechnet die Schaeffler-Geschäftsführung mit einem Jahresumsatz von 7,5 Milliarden Euro - nach 8,9 Milliarden Euro im vergangenen Jahr. Das Schaeffler-Management geht davon aus, das die Märkte erst im Jahr 2012/13 wieder das Niveau von 2008 erreichen werden.

    
    

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