publiziert: 18.08.2009 14:54 Uhr
aktualisiert: 18.08.2009 14:55 Uhr
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Schrift vergrößern Text    Schrift verkleinern Text Herzogenaurach (dpa)
Schaeffler sichert Finanzierung -

Befreiungsschlag für Schaeffler: Nach monatelangen Verhandlungen hat sich der durch die Conti-Übernahme hoch verschuldete Autozulieferer mit den Banken auf ein Finanzierungskonzept über zwölf Milliarden Euro geeinigt.

  • Maria-Elisabeth Schaeffler Marie-Elisabeth Schaeffler ist Hauptaktionärin der Schaeffler-Gruppe.
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Damit sei die Finanzierung der Schaeffler-Gruppe für die nächsten Jahre gesichert, teilte das Unternehmen am Dienstag in Herzogenaurach mit. Zugleich soll Schaeffler eine neue Rechtsform erhalten und in ein kapitalmarktfähiges Unternehmen ungewandelt werden.

«Wir haben mit der Einigung über das Finanzierungskonzept einen zentralen Meilenstein erreicht, um die Schaeffler-Gruppe in den nächsten Jahren erfolgreich weiter zu entwickeln», sagte Finanzvorstand Klaus Rosenfeld laut Mitteilung. «Zugleich erfüllen wir mit dem Konzept eine weitere wichtige Voraussetzung für eine mögliche Zusammenführung der Schaeffler-Gruppe mit der Continental AG.»

Das Herzogenauracher Familienunternehmen war wegen des Erwerbs der Mehrheit an dem ebenfalls hoch verschuldeten Hannoveraner Autozulieferer Conti in eine finanzielle Schieflage geraten und ist mit zwölf Milliarden Euro verschuldet. Die Herzogenauracher halten knapp die Hälfte der Conti-Aktien, weitere 40 Prozent sind bei Banken geparkt.

Mit im Boot sind bei der Einigung die fünf Gläubigerbanken Commerzbank, UBS, Royal Bank of Scotland, Unicredit sowie Landesbank Baden-Württemberg (LBBW). Die Vereinbarung sieht vor, dass Schaeffler eine am Kapitalmarkt orientierte Struktur erhält.

«Es handelt sich um eine Rechtsform, die der Schaeffler-Gruppe den Zugang zu allen geeigneten Formen der Eigen- und Fremdkapitalaufnahme ermöglicht», sagte ein Sprecher. Details wollte das Unternehmen nicht nennen. Nach Informationen aus unternehmensnahen Kreisen muss nicht sofort eine Umwandlung in eine Aktiengesellschaft erfolgen; denkbar seien auch Zwischenschritte wie die Wandlung in eine GmbH.

Auf dieser Basis würden die bisherigen Kreditverbindlichkeiten in zwei Tranchen aufgeteilt: einen Kredit, der auf das operative Geschäft abgestellt werde, und einen Kredit, der auf der Holding- Ebene verbleibe. Die Laufzeit des ersten Kredits beträgt den Angaben zufolge bis zu viereinhalb Jahre, die des zweiten bis zu sechs Jahre. Nach Angaben aus dem Unternehmensumfeld werden die Schulden etwa je zur Hälfte aufgeteilt. Das Finanzierungskonzept soll in mehreren Schritten bis Mitte 2010 umgesetzt werden.

Continental und Schaeffler lieferten sich monatelang einen erbitterten Machtkampf. Erst in der vergangenen Woche einigten sie sich schließlich auf einen grundlegenden Umbau der Conti-Spitze. Neuer Conti-Vorstandschef wurde der Schaeffler-Manager Elmar Degenhart. Er löste Karl-Thomas Neumann ab, der nach nicht einmal einem Jahr «einvernehmlich ausgeschieden» ist. Zugleich soll aber auch der Schaeffler-Berater Rolf Koerfer mittelfristig seinen Posten als Aufsichtsratschef bei Conti aufgeben.

Continental-Aktien sind am Dienstagmittag nach oben gesprungen. Die Anteile an dem Autozulieferer verteuerten sich an der MDax-Spitze um 13,12 Prozent auf 25,17 Euro.

    
    

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