SCHMACHTENBERG

Burgruine Schmachtenberg: „Mosaikstein der Zeiler Geschichte“

Durch den sogenannten „Babbelhaatsch“ kam die Burgruine 1993 auf die Agenda des Zeiler Stadtrates: „Das ist ein jährlich stattfindender Ortstermin, zu dem die SPD-Stadtratsfraktion alle Gemeindemitglieder einlädt, um den Stadträten gegenüber Sorgen und Wünsche zu äußern“, erklärt der Zeiler SPD-Vorsitzende Ludwig Leisentritt. Und damals wünschten sich eben viele, die Burgruine zu sanieren.

Die Burgruine Schmachtenberg – ein wichtiger Bestandteil der Kultur in Zeil. Foto: FOTO stefan burkard

„Ich betreibe seit 50 Jahren Heimatgeschichte und die Burgruine ist ein wichtiger Bestandteil davon“, sagt Ludwig Leisentritt, „besonders, weil sie ihm Rahmen des Wein-Wanderweges touristisch viel genutzt wird.“ Über 100 Jahre lang habe sich an der Burgruine nichts getan und die Wurzeln hätten das Mauerwerk schon stark angegriffen, als sich die Wertschätzung der Schmachtenburg 1993 nachhaltig veränderte: „Die Stadtratsfraktion lädt Bürger jedes Jahr zum sogenannten Babbelhaatsch ein.

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Burgruine Schmachtenberg

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176 000 Euro investiert

Dieser stellt so etwas wie ein Zwiegespräch zwischen den Mandatsträgern und den Bürgern dar“, so Leisentritt. Vor 15 Jahren sei der Ort für dieses Gespräch die Burgruine gewesen und ein Großteil der Gemeindemitglieder war sich darin einig, dass man diese wieder „in einem schöneren Licht präsentieren“ sollte.

Bei Landrat Rudolf Handwerker und Bürgermeister Christoph Winkler stieß Ludwig Leisentritt mit seinem Vorstoß, die Burgruine zu sanieren, „auf offene Ohren“. Seit diesem Zeitpunkt haben Träger wie der Freistaat Bayern, der Bezirk Unterfranken, die Sparkasse Haßfurt und die Stadt Zeil über 176 000 Euro in die Ruine investiert. „Wir wollen die Ruine konservieren, damit die Nachwelt auch noch etwas davon hat“, erklärt Leisentritt. Der Heimatkundler, der vor zwölf Jahren einen Stadt- und Kirchenführer geschrieben hat, ist nicht nur bezüglich der Burg historisch interessiert: „Dieser Bau ist ein Mosaikstein der Zeiler Geschichte, wir haben hier sehr viel zu bieten.“

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Fest auf der Schmachtenburg

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Das Besondere an der Schmachtenburg ist für Leisentritt die Anordnung als Kastellburg: Statt sich dem Gelände anzupassen, errichtete man die Burg als Quadrat mit vier Rundtürmen an den Ecken. „Und das zu einem Zeitpunkt, als es mit der Burgenbauerei quasi vorbei war“, sagt Leisentritt. Die Schmachtenburg sei daher als reines Machtzeichen des Bamberger Bischofs erbaut worden, habe als dessen Amtssitz und nicht als strategisches Militärzentrum gedient.

Ludwig Leisentritt (im Vordergrund) im mittelalterlichen Gewand beim Burgfest auf der Burgruine Schmachtenberg. Foto: archivFOTO rudi brantner

Keine Ritterromantik

„Auch war dies keine Raubritterburg, von der aus die wichtige Handelsstraße zwischen Bamberg und Schweinfurt überfallen wurde, und Ritterspiele fanden ebenfalls nicht statt“, räumt Leisentritt „mit solch romantischen Vorstellungen“ auf. Auch ein weiteres hartnäckiges Gerücht möchte der Heimatforscher entlarven: „Der Keller der Burgruine ist kein unterirdischer Gang, der bis zum Zeller Berg und zur Wallburg führt.“ Das immense historische Wissen hat sich Leisentritt über Jahre hinweg angeeignet, besonders in seiner Tätigkeit als Stadtarchivar.

Die Burgruine Schmachtenberg bekam im Juni dieses Jahres große öffentliche Aufmerksamkeit, als das Burgfest stattfand. „Der Bürgermeister und ich hatten uns in ein mittelalterliches Burgengewand gehüllt und es herrschte ritterliches Treiben“, erinnert sich Leisentritt grinsend. Er hofft, dass es in Zukunft noch mehr solcher Veranstaltungen geben wird.

 

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