Eltmann

Der Bergfried der Wallburg, das Wahrzeichen von Eltmann

Die Wallburg thront als Wahrzeichen von Eltmann hoch über der Stadt im Landkreis Haßberge. Einst befand sich dort eine trutzige Burganlage. Heute steht nur noch der Bergfried.
Wallburg

Der Bergfried wird im Volksmund „Krautstücht“ genannt. Gemeint ist damit ein Holzgefäß zum Einlegen von Kraut. „Der Stücht ist wie ein Eimer, dieser hat unten keine Öffnung, damit nichts herausläuft“, weiß Willi Lediger, Heimatforscher und Kenner der Wallburg. Genauso habe es sich mit dem Bergfried verhalten. Auch dieser hatte unten keinen Zugang. Um den Turm besser verteidigen zu können, war die Tür in luftiger Höhe angebracht.

Der Zugang erfolgte über eine abwerfbare Holzbrücke vom Herrenhaus. Erst im Jahr 1840 wurde mit Hammer und Meißel eine Tür in den Turm geschlagen, so dass auch ebenerdig ein Zugang bestand. Der Spottname „Krautstücht“ ist geblieben.

 

Der Name Wallburg deutet auf eine frühgeschichtliche Wallanlage hin, wofür es noch keinen Nachweis gibt. Zerstört wurde die Burg 1525 im Bauernkrieg und im Schwedenkrieg 1642 und 1648. In ihrer Blütezeit im 17. Jahrhundert war ein dreigeschossiges Herrenhaus an den Turm angeschlossen. Aber schon im 18. Jahrhundert wurde die Burg aufgegeben. Die Burggebäude dienten als willkommener Steinbruch und sind bis auf den Bergfried und geringe Mauerreste verschwunden. Ende des 19. Jahrhundert baute die Stadt Eltmann den Bergfried zum Aussichtsturm um.

Heute gibt es neben dem Turm auch noch einen Brunnen, der allerdings rekonstruiert wurde. „Der Brunnenschacht ist noch etwa vier Meter tief“, weiß Lediger. Früher soll er mal um die 30 Meter tief gewesen sein, schätzt er. Lediger weist darauf hin, dass es bei einer Höhenburg meist unmöglich war, in die Grundwasserschichten vorzudringen. Im Falle der Wallburg habe man deshalb die Kalkofenquelle vom Hügel gegenüber angezapft und mit einem Röhrensystem nach dem Gesetz der „kommunizierenden Röhren“ in den Wallberg geleitet.

 

Die Anlage der Wasserleitung musste unter größter Geheimhaltung erfolgen, damit im Falle einer Belagerung der Feind die lebenswichtige Verbindung nicht kappen konnte. Doch einer Sage nach soll bei einer Belagerung ein Feind mit Hilfe eines blinden Pferdes die Wasserleitung gefunden haben. Dem armen Tier hatte man zuvor drei Tage kein Wasser gegeben. So wurde die Burg ausgeliefert, geplündert und teilweise verbrannt.

Unwahr sind für Lediger Gerüchte, dass es Geheimgänge von der Burg hinab nach Eltmann oder gar zur benachbarten Burg in Schmachtenberg gegeben hätte. Dies seien Geschichten, so Lediger, die meist unter dem Siegel strengster Verschwiegenheit erzählt worden waren. Beim Weitererzählen seien die Gänge wohl immer länger und tiefer geworden und hätten sich auch noch wunderbar vermehrt. Als sicher gilt, dass der Brunnenschacht mit dem Wasserstollen zugleich als Fluchtweg genutzt werden konnte. Aber bis heute sind keine gangbaren Reste dieses Fluchtwegs erhalten.

 

Als die Wallburg im Jahre 1777 als Amtssitz der fürstbischöflichen Hofkammer aufgehoben wurde, fiel fast die gesamte Anlage der Spitzhacke zum Opfer. Etliche Bürgerhäuser in Eltmann wurden mit Steinen der Wallburg neu errichtet. Lediglich der alte Bergfried widerstand allen Abrissversuchen. „Doch dies war nicht der guten Vermauerung zu verdanken“, sondern „es fehlte mit dem Abriss des Herrenhauses schlicht und einfach der Zugang zum Turm“. Der alte Zugang war zwar noch in luftiger Höhe sichtbar, doch für die abrisswütigen Eltmanner nicht mehr ohne Mühe zu erreichen. „Dies war der einzige Grund, warum uns der Turm noch erhalten geblieben ist.“

Öffnungszeiten

Der Bergfried von Eltmann ist ein lohnendes Ausflugsziel. Er ist immer samstags und sonntags bei schönem Wetter ab 14 Uhr bis zum Einbruch der Dunkelheit geöffnet. Eine stabile Holztreppe führt bis hoch auf die Aussichtsplattform, die 1890 einen neuen Zinnenkranz bekam. Von dort haben die Besucher einen lohnenswerten Ausblick auf Eltmann und das Maintal.

Anfahrt Von Schweinfurt über die A 70 bis Ausfahrt Eltmann. Von dort den Wegweisern zur Walburg folgen.

  

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