Altenstein

Die Vergangenheit präsentieren : Jedes Jahr rund 20 000 Besucher in der Burgruine Altenstein

Es muss einfach etwas dran sein an einer Gegend, wenn selbst Menschen wie Nicolaus Kapp sich auf Anhieb in sie verlieben. Sein Berliner Dialekt ist unverkennbar, Großstädter war er, sein Herz allerdings schlägt längst für seine Wahlheimat. Und das ist seit etlichen Jahren das Gebiet der Haßberge.
Burgruine Altenstein
Urlaub in Franken; Zeil am Main; Ha?berge- Burgenland; Foto: Barbara Herbst Foto: Barbara Herbst

Es muss einfach etwas dran sein an einer Gegend, wenn selbst Menschen wie Nicolaus Kapp sich auf Anhieb in sie verlieben. Sein Berliner Dialekt ist unverkennbar, Großstädter war er, sein Herz allerdings schlägt längst für seine Wahlheimat. Und das ist seit etlichen Jahren das Gebiet der Haßberge.

Ganz oben thront er. Auf Altenstein. Vor Jahrhunderten wurden um diesen Ausblick noch Kriege geführt. Was übrig blieb, ist eine Ruine – aber selbst die zieht viele Menschen in ihren Bann, so wie Nicolaus Kapp. Er wohnt in einem idyllischen Häuschen, das zur Vorburg gehört. Rund 20 000 Besucher führen er und seine fünf Kollegen jedes Jahr durch die Anlage, die als eine der größten und eindrucksvollsten Burgruinen Frankens gilt.

 

1232 wurde sie erstmals urkundlich. Der Landkreis, Markt Maroldsweisach, aber auch der rührige Heimat- und Burgverein haben sich für den Erhalt der Anlage eingesetzt. Und der Einsatz trägt reiche Früchte. Altenstein ist ein wichtiger Baustein eines ehrgeizigen Projekts des Landkreises Haßberge: Der Deutsche Burgenwinkel (siehe Grafik) soll hier Gestalt annehmen.

Der Landkreis will mit seinen touristischen Pfunden wuchern, denn mehr als ein Drittel aller ehemaligen Ritter- und Adelssitze Unterfrankens liegt im Gebiet der Haßberge – rund 60 Burgen und Schlösser. Nicht wenige sind entstanden aus der Tatsache, dass die Region an der Nahtstelle zwischen den konkurrierenden früheren großen fränkischen Bistümern Bamberg und Würzburg lag.

Und einige Hundert Jahre später will sich die Region mit ihren historischen Relikten von den beiden Tourismuszentren absetzen und orientiert sich dabei auch nach Thüringen. Dort nämlich soll, gerade einmal 25 Kilometer entfernt, auf der Veste Heldburg das Deutsche Burgenmuseum entstehen. Aber auch in Altenstein selbst soll ein solches kleines museales Infozentrum auf die Historie des Landkreises Appetit machen. Denn aufgearbeitet wurde das, was der Landkreis an Burgen, Schlössern, Ruinen und mystischen Orten hat, schon seit Jahren. So etwa mit dem Burgen- und Schlösserweg und dem Burgenkundlichen Lehrpfad.

 

An dessen Route liegt nur einen Steinwurf von Altenstein entfernt die Burgruine Lichtenstein. Sie gilt als eine der am besten erforschten Burgen in Deutschland. Ein mystischer Ort auf dem Lehrpfad: die Burgruine Rotenhan, eine von wenigen echten Felsenburgen in Deutschland. Der Burgenkundliche Lehrpfad war in Zusammenarbeit mit dem Büro für Burgenforschung des Mittelalterarchäologen Joachim Zeune entstanden, der auch an der Sanierung der Burgruinen Altenstein und Lichtenstein beteiligt war.

Nicht von ungefähr kam es so auch, dass Altenstein und Lichtenstein sowie die benachbarten Schlösser Eyrichshof und Rentweinsdorf in die Route der Deutschen Burgenstraße im Jahr 2008 aufgenommen wurden – als einzige Bauwerke in ganz Unterfranken.

Ruinen, aber auch herrlich erhaltende Bauwerke sollen dann Besuchern des Burgenwinkels imponieren. So unter anderem das Wahrzeichen der Haßberge, die Bettenburg mit ihrem Landschaftspark, oder aber auch das Schloss in Burgpreppach. Mystisch, romantisch und auch prachtvoll – so soll im Burgenwinkel die Vergangenheit präsentiert werden.

Burgruine Altenstein
Dr. Peter Schabe (3. von links) von der Deutschen Stiftung Denkmalschutz ließ sich auf der Burgruine Altenstein die umfa... Foto: Landratsamt Haßberge/Moni Göhr
 

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