Rieneck

Die über 860 Jahre alte Burg lebt - Burg Rieneck als internationales Begegnungszentrum

Burg Rieneck lebt – auch wenn der älteste Teil des Gebäudes schon über 860 Jahre auf dem Buckel hat. Wir schreiben das Jahr 2009: Viertklässler schießen beim Ritterturnier Armbrust, Jugendliche schaukeln im Burg-Hochseilgarten über dem Sinntal, und das Burggespenst Kunigunde geistert durch die Gänge.
Burg Rieneck

Burg Rieneck lebt – auch wenn der älteste Teil des Gebäudes schon über 860 Jahre auf dem Buckel hat. Wir schreiben das Jahr 2009: Viertklässler schießen beim Ritterturnier Armbrust, Jugendliche schaukeln im Burg-Hochseilgarten über dem Sinntal, und das Burggespenst Kunigunde geistert durch die Gänge.

Vor 50 Jahren haben die Pfadfinder Burg Rieneck eingenommen. Erst haben sie das Schloss gepachtet, 1967 dann gekauft. Heute gehört die Burg dem Verband Christlicher Pfadfinderinnen und Pfadfinder (VCP) und ist dessen internationale Schulungs- und Begegnungsstätte. Betrieben wird sie von einem gemeinnützigen Verein, dem Bildungs- und Erholungswerk Burg Rieneck (BEW).

Doch nicht nur Pfadfindergruppen erleben dort seit 50 Jahren Abenteuer. „Der Anteil der Pfadfinder auf der Burg liegt zwischen 20 und

25 Prozent“, sagt der 24-jährige Theologiestudent Johannes Keller, der sich seit Jahren als Pfadfinder für die Burg engagiert. Momentan absolviert er dort ein studienbegleitendes Praktikum. Die restlichen Gästegruppen auf Rieneck (Lkr. Main-Spessart) sind Schulklassen, Musik- und Konfirmandengruppen, aber auch Tagungsgäste.

„Mit Pfadfindergruppen allein kann die Burg nicht überleben“, so Keller. Denn das hieße: Hochbetrieb in den Ferien, das restliche Jahr stünden die Zimmer leer. Das könnte sich der Betreiberverein nicht leisten, erklärt Sandra Hauernherm, stellvertretende Burgleiterin und zuständig für die Programmleitung: „Wir finanzieren uns zum großen Teil aus den jährlich etwa 25 000 Übernachtungen.“

Das älteste Burggebäude ist der „Dicke Turm“, ein 19 Meter hoher Bergfried, dessen Mauern vier bis acht Meter stark sind. Ludwig I., Graf von Loon und Rieneck, ließ diesen um 1168 an der nordöstlichen Grenze seiner Grafschaft erbauen. Heute wird der Turm nur noch für Erlebnisführungen genutzt.

 

Die Burganlage bestand zunächst nur aus Bergfried und dem von Befestigungsmauern umgebenen Burghof. „Die Burg hatte eine strategisch wichtige Aufgabe, denn die umgebenden Territorien Mainz, Würzburg und Fulda scheinen immer wieder ein bisschen ihre Hände nach den rieneckischen Gebieten ausgestreckt zu haben“, sagt Hauernherm. Der Turm war für die Belagerung in Kriegszeiten gedacht. Es gab keinen Eingang im Erdgeschoss, dafür aber zwei Zugänge in höheren Etagen, zu denen man mit Hilfe von schnell zu beseitigenden hölzernen Treppen gelangte. Einzigartig auf dem europäischen Festland ist die Turmkapelle in der dritten Etage. Sie ist in die Außenmauer des Turms eingelassen.

Um 1200 scheint die Burgbesatzung gewachsen zu sein. Um die Anlage stärker zu befestigen, wurde der heute 29 Meter hohe achteckige „Dünne Turm“ gebaut. Die Burg bildete wohl auch einen Anziehungspunkt für die Bevölkerung der Umgebung. Der am Burgberg liegende Ort Rieneck wird seit Anfang des 13. Jahrhunderts als Stadt bezeichnet. Nach dem Tod des kinderlosen Grafen Philipp III. von Rieneck 1559 wurde die Burg nicht mehr regelmäßig bewohnt und verfiel zusehends.

„Im 19. Jahrhundert war es dann unheimlich schick, eine Burg zu besitzen“, erzählt Sandra Hauernherm. Für das gehobene Bürgertum habe ein eigenes Rittergut zum guten Ton gehört. Insgesamt sieben Privateigentümer hatte die Burg bis ins frühe 20. Jahrhundert. „Das Faszinierende ist nicht die Burg an sich. Burgen gibt's viele. Auch schönere, größere“, sagt Johannes Keller. Das Tolle an Burg Rieneck, so der 24-Jährige, seien die Leute, die sich ehrenamtlich engagieren. „Die Pfadfinder“, sagt stellvertretende Burgleiterin Hauernherm, „empfinden die Burg als ihre Burg.“ Und das schon seit über 50 Jahren.


 

Öffnungszeiten Frei zugänglich für Besucher ist der „Dicke Turm“. Sonn- und feiertags ist er immer geöffnet, an anderen Tagen können Besucher im Büro nach dem Schlüssel fragen. Führungen nach vorheriger Verabredung.

Die restliche Burg steht nur Hausgästen offen.

Kontakt

Pfadfinderburg Rieneck, Schlossberg 1, 97794 Rieneck, Tel. (0 93 54) 90 23 17, E-Mail: info@burg-rieneck.de

Internet: www.burg-rieneck.de

 

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