Sugenheim

Historische Militaria sowie eine große Spielzeugsammlung locken jährlich viele Besucher nach Schloss Sugenheim

Es war eine Ruine“, sagt Manuela Kube. Sie spricht von dem Alten Schloss in Sugenheim (Lkr. Neustadt an der Aisch), das sie und ihr Mann Jan im Jahr 1975 kauften. Die beiden Kunsthändler erfüllten sich damit den Traum vom eigenen Schloss mit Museum.
Schloss Sugenheim

Die Ruine kann man nur noch vermuten, wenn man heute vor dem mächtigen, trutzigen Baukörper steht, der als „Veste zu Sugenheim“ 1376 erstmals urkundlich erwähnt wurde. Die gotische Wasserburg mit vier Ecktürmen war dann mehr als ein halbes Jahrtausend im Besitz derer von Seckendorff.

Nach dem Zweiten Weltkrieg war das Schloss von Flüchtlingen bewohnt. Ab den 1960er Jahren stand es ganz leer und verfiel zunehmend. Die Mauern waren feucht, die Fenster teilweise völlig verfault, als die Kubes das Schloss übernahmen. Nach umfangreichen Renovierungsarbeiten, „vom Dach bis zum Fundament“, feierte man 1983 die Einweihung.

In einem Teil des ersten Obergeschosses stellte das Ehepaar neben einer Sammlung von historischen Militaria auch eine Spielzeugsammlung aus. Heute füllen Puppen, Puppenstuben, Puppenküchen, Schaukelpferde, Blechspielzeug, Spiele, Kinderbücher und Zinnfiguren die über 30 Vitrinen. Im zweiten Obergeschoss wohnen die Kubes. 14 Zimmer – inklusive eines Mini-Balkons – hat die großzügige Schlosswohnung.

Zweimal im Jahr veranstalten die Kubes Auktionen, bei denen militärhistorische Antiquitäten unter den Hammer kommen. Jan Kube ist seit fast 20 Jahren Experte für Militaria bei der Sendung „Kunst und Krempel“ des Bayerischen Rundfunks. Immer an seiner Seite, ob vor oder hinter der Kamera: seine Frau Manuela. „Wir machen alles zusammen, auch unsere Hobbys“, verrät sie.

Die Kubes betreiben seit 1969 ein international bekanntes Spezialgeschäft für Orden, Militaria und alte Waffen in München, das auch heute noch besteht. Schon aus dieser Zeit stammt auch die Sammelleidenschaft. „Wenn uns jemand Militaria brachte, habe ich gleich gefragt, ob sie auch altes Spielzeug hätten“, berichtet Manuela Kube.

Und tatsächlich ist sie so an viele interessante Stücke gekommen. Andere hat sie bei Auktionen ersteigert. Auch für ihre diesjährige Sonderausstellung: „Eigner Herd ist Goldes Wert“. Gezeigt werden 81 Spielherde mit Zubehör. Der älteste – ein Märklin-Herd – stammt aus dem Jahr 1859.

Die Sammlung des Ehepaares umfasst derzeit 2500 Exemplare. Das lockt etwa 5000 bis 10 000 Besucher pro Jahr in den kleinen Ort. Für Kinder ist das Museum freilich nur bedingt interessant, kann dort doch nicht gespielt werden: All die schönen Spielsachen verbergen sich hinter Vitrinen. „Kinder haben nur etwas davon, wenn sie mit ihren Großeltern kommen und sie ihnen Geschichten von früher erzählen“, sagt Manuela Kube.

Für die eigenen Enkel macht die Schlossherrin auch Ausnahmen. „Bei unserem ersten Enkel haben wir öfters die Vitrinen geöffnet und zwei Tage durchgespielt.“ Die Schlossherrin lacht: „Wir sind eben eine sehr verspielte Familie.“

 

Manuela Kube kann zu jedem Stück ihrer Sammlung eine Geschichte erzählen. Zum Beispiel über die prachtvollen Puppenstuben mit den schwülstigen Möbeln, feingewebten Gardinen und sogar Palmen. „Mit solchen Spielsachen haben die Kinder nur unter Aufsicht gespielt.“ So war es sicher auch mit dem kleinen Biedermeier-Hutsalon, in dem kunstvoll geflochtene Puppenstrohhüte verkauft wurden. Aber auch Jungs kommen in der Ausstellung mit Eisenbahnen, Zinnsoldaten und Rennautos auf ihre Kosten.

Den Garten hinter dem Schloss bekommen Besucher fast nie zu Gesicht. Dort hat sich das Ehepaar ein japanisches Teehaus mit angrenzendem Goldfischteich gebaut. „Zur Entspannung“, sagt die Schlossherrin. Bei all der Arbeit, die im und um das Schloss anfällt, haben die beiden Entspannung wahrlich verdient.

 

Schlagworte

Lädt

Schlagwort zu
„Meine Themen“

hinzufügen

Sie haben bereits
/ 15 Themen gewählt

bearbeiten

Sie folgen diesem Thema bereits

entfernen

Um "Meine Themen" nutzen zu können müssen Sie der Datenspeicherung zustimmen

zustimmen
0 0