Eyrichshof

Prächtige Anlage aus der Renaissance - Schloss Eyrichshof im Landkreis Haßberge

Eines der schönsten Schlösser im Landkreis Haßberge steht im Eberner Stadtteil Eyrichshof. Das gleichnamige Renaissanceschloss ist im Besitz der Freiherren von Rotenhan und wird von den Eigentümern bewohnt.
Schloss Eyrichshof
Gartenfest Schloss Eyrichshof Foto: Johannes Siethoff

Eines der schönsten Schlösser im Landkreis Haßberge steht im Eberner Stadtteil Eyrichshof. Das gleichnamige Renaissanceschloss ist im Besitz der Freiherren von Rotenhan und wird von den Eigentümern bewohnt.

 

Es war im 14. Jahrhundert. Das Schloss Eyrichshof gab es zu dieser Zeit noch nicht. Die Familie von Rotenhan bewohnte damals die Felsenburg Rotenhan ganz in der Nähe des jetzigen Stammsitzes auf einem Hügel, die 1324 vom Würzburger Bischof belagert und schließlich zerstört wurde. Der Legende nach soll dabei eine Henne der Burgherrin das Leben gerettet haben, indem sie jeden Tag ein Ei legte und damit ihre Herrin versorgte. Aus Dankbarkeit versprach die Burgherrin nach der Belagerung, dass der neue Stammsitz der Familie von Rotenhan genau dort entstehen soll, wo die Henne ihr erstes Ei legte.

Am neuen Standort entstand im Lauf der Jahrhunderte ein prächtiges Schloss. Das heutige Aussehen geht auf das 16. Jahrhundert zurück, nachdem der Familiensitz nochmals in den Bauernkriegen zerstört worden war. Größere Umbauten wurden zur Barockzeit vorgenommen, Mitte des 18. Jahrhunderts wurde ein neuer Nordflügel errichtet.

 

Heute wird das Schloss von den Freiherren von Rotenhan bewohnt. Das Schlossinnere ist nur zu besonderen Gelegenheiten zu besichtigen, beispielsweise beim einmal jährlich stattfindenden Gartenfestival, wo sich an drei Tagen Tausende Besucher im Park tummeln. Auch Führungen durch die Prunkräume des Schlosses werden dann angeboten. Dabei geht es in die drei Prunksäle des Schlosses. „Man merkt dem Schloss an, dass es bewohnt wird“, erklärt Nikolaus von Badewitz, ein Verwandter der Familie, der beim Gartenfestival 2009 die Führungen übernahm. Tatsächlich verströmt das Schloss keinen kühlen Ausstellungscharme, sondern die Räume wirken gemütlich und sind mit Liebe zum Detail eingerichtet.

 

Prunkstück ist eine Hochzeitstür aus der Renaissance mit prächtigen Intarsienarbeiten im Rittersaal. „Ein unglaublich schönes Stück“, meint von Badewitz und erklärt, dass diese als Mitgift bei einer Hochzeit ins Schloss gekommen ist. Allerdings sei die Tür recht klein.

Im Giebelfenster des hofseitigen Treppenturms steht die Holzbüste eines bärtigen Mannes, den das Volk scherzhaft und liebevoll „Bartele von Eyrichshof“ nennt. Diese Figur soll als mahnendes Abbild zur Beaufsichtigung der Dienstleute dort postiert worden sein.

Schön ist auch der Gobelin-Saal im dritten Stock, der auch für private Feiern vermietet wird. „Damit erschließt die Familie Rotenhan eine zusätzliche Finanzquelle“, erklärt von Badewitz, denn der Erhalt eines Schlosses verschlingt seinen Worten zufolge sehr viel Geld. Man sei vor Überraschungen nie sicher. Mal verschiebe sich ein Pfeiler, mal senke sich eine Decke.

Lohnend ist vom Gobelin-Saal der Blick in die Parkanlagen. Dabei sticht die Orangerie ins Auge, die erst vor ein paar Jahren fertig gestellt worden ist. Sie wurde als Festgebäude errichtet, mehr als 150 Jahre lang aber anderweitig genutzt. In dem Gebäude befanden sich die Schule und der Kindergarten von Eyrichshof, für Kriegsgefangene wurde das Gebäude umgebaut, und zuletzt hatte der Gärtner in dem Raum seine Utensilien. Dann öffnete in den 80er Jahren Eyrich von Rotenhan im Gartensaal eine Zwischendecke und fand eine herrliche Stuckdecke aus dem 17. Jahrhundert.

Begeistert von seinem Fund beschloss er, die Stuckdecke und die Orangerie zu renovieren. Es war ein kleines Lebenswerk. 18 Jahre sollten vergehen, bis mit Hilfe des Denkmalschutzes die Orangerie im Jahr 2003 wieder im alten Glanz erstrahlte – im alten Glanz aber mit neuer Funktion. Es wurden dort exklusive Wohneinheiten eingerichtet.

 

Zutritt : Das Schloss wird von den Eigentümern bewohnt und ist nur bei besonderen Ereignissen zugänglich. Öffentliche Führungen werden zum Beispiel beim jährlichen Gartenfestival angeboten.

Musik im Schloss : Zur Tradition gehört auch ein jährliches Konzert im Rahmen der Reihe „Musik in fränkischen Schlössern“. Das Konzert findet in diesem Jahr am Samstag, 17. Oktober, ab 17 Uhr statt. Es spielt das Trio Vitae, anschließend gibt es ein festliches Dinner.

  

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