WÜRZBURG

Mainfranken: Topregion mit Zukunftschancen

Mainfrankens schönste Seiten: Wer in den Weinbergen über Sommerhausen steht, hat einen weiten Blick nach Würzburg. Foto: Michael Ehlers

Stattgrün leuchten die Blätter der Reben in den Weinbergen, gemächlich plätschert der Main vor sich hin. Die Menschen tummeln sich um das kühle Nass. Ob in Würzburg, Schweinfurt oder Hassfurt – solche Bilder gibt es dieser Tage vielerorts in der Region und sie zeigen: Mainfranken ist lebenswert. Doch nicht nur das. Eine aktuelle Studie der Prognos-AG, die am Donnerstag bei der Mediengruppe Main-Post vorgestellt wurde, bestätigt: Mainfranken ist eine Topregion mit Zukunftschancen.

Ob die Lage auf dem Arbeitsmarkt, die Situation im Bildungsbereich oder die Sicherheitslage – überall schneidet Mainfranken bei der Sonderauswertung des jüngsten Prognos-Zukunftsatlas sehr gut ab. Bayern – und somit auch Mainfranken – gehöre wie Hessen und Baden-Württemberg zu den Bundesländern mit der größten Zukunftsfähigkeit, so Projektleiter Roderich Hagmann. „Die Studie bestätigt, dass wir mit unseren Annahmen und Vermutungen auf dem richtigen Weg sind“, sagt Asa Petersson, Geschäftsführerin der Regionalentwicklungsgesellschaft Region Mainfranken GmbH.

Die Studie:

Nimmt man die Ergebnisse genauer unter die Lupe, wird deutlich: Besonders gut ist die Lage auf dem Arbeitsmarkt. Die Arbeitsplatzdichte ist mit 52,6 Prozent höher als in der Bundesrepublik mit 50,3 Prozent. „Wir haben einen starken Mittelstand, das ist ein Vorteil in Krisenzeiten“, so Petersson. Zudem sei die ausgewogene, vielfältige Wirtschaftsstruktur der Region ein großer Vorteil, so Rudolf Trunk, stellvertretender IHK-Hauptgeschäftsführer.

Angesichts dieses Angebots ist es wenig verwunderlich, dass die Arbeitslosenquote in der Region bei nur 3,3 Prozent liegt. Im Bundesdurchschnitt ist sie mit 6,5 Prozent im Juni fast doppelt so hoch. Erfreulich sei die starke Orientierung in den Zukunftsfeldern wie Maschinenbau, Forschungsdienstleistungen und Gesundheitswesen, berichtet Asa Petersson: „Rund ein Drittel der Beschäftigen arbeiten in diesem Bereich. Wir sind gut gerüstet“.

Ein sicherer Arbeitsplatz und wirtschaftlicher Wohlstand sind das eine – ein sicheres Leben das andere. „Für die meisten ist es selbstverständlich, dass sich Kinder frei bewegen können“, sagt Petersson. In diesem Bereich aber müssen sich die Mainfranken keine Sorgen machen, die Region gilt als sicherster Regierungsbezirk in Bayern. All das sind Standortvorteile im Wettbewerb um Unternehmen und Fachkräfte. Rudolf Trunk warnt jedoch davor, sich auf den Lorbeeren auszuruhen: „Wir haben die Region auf einem hohen Niveau halten können, doch andere Regionen haben aufgeholt“.

Und es gibt auch Problemfelder in der Region. Die Folgen des demografischen Wandels und das Risiko eines Fachkräftemangels sind nicht zu leugnen. Nun gehe es darum zu entscheiden, wie entgegengewirkt werden kann. Zum einen müssten junge Menschen, die zum Studium nach Würzburg kommen, hier gehalten werden, fordert Petersson. „Die vielen jungen Menschen sind ein hohes Potenzial, das wir nutzen müssen.“ Zum anderen gehe es darum, Menschen aus anderen Regionen und dem Ausland anzuwerben.

Zudem sieht die Geschäftsführerin der Region Mainfranken GmbH in einem weiteren Feld noch Luft nach oben: Die Gründungsintensität sei vergleichsweise niedrig. „Wir hoffen durch den Bau des neuen Technologie- und Gründerzentrums TGZ in Würzburg, Menschen bei der Gründung von Unternehmen besser unterstützen zu können.“ Eine Hoffnung die erfüllt werden könnte.

Denn dass Mainfrankens Gründerszene doch einiges zu bieten hat, zeigte sich beim diesjährigen Businessplan-Wettbewerb Nordbayern: Am Mittwochabend wurde das Würzburger Start-Up payever in Fürth zum Gesamtsieger gekürt. Mit dem Team von green spin schaffte es ein weiteres Start-Up aus Würzburg unter die sieben besten Gründer-Teams aus Nordbayern. Angesichts solcher Resultate kann Mainfranken positiv in die Zukunft blicken – einer Zukunft als Topregion.

Mainfranken im Prognos-Zukunftsatlas

Für den jüngsten Zukunftsatlas verglich die Prognos-AG alle 402 Kreise und kreisfreien Städte Deutschlands. Vorherige Atlanten gab es es 2004, 2007 und 2010. Die Studie zeigt anhand von 29 verschiedenen Indikatoren die jeweiligen Zukunftschancen.

Grundlage der Studie sind relative Faktoren zugrunde, um unterschiedliche Gebiete wie Berlin und Zweibrücken zu vergleichen. Die verschiedenen Faktoren wie Kaufkraft, Arbeitslosenquote und Schulabbrecherquote sind in die Themenfelder Demografie, soziale Lage und Wohlstand, Arbeitsmarkt sowie Wettbewerb und Innovation zusammengefasst.

Die Rechnungen basieren auf öffentlich zugänglichen Zahlen, wie sie die Agentur für Arbeit, statistische Landesamtämter oder das statistische Bundesamt zur Verfügung stellen. 

Rückblick

  1. Karten: Michael Fitz – „Jetzt auf gestern“
  2. Karten: „Der kleine Prinz“ im Theater Sommerhaus
  3. Karten: „Rhöner Abend“ in der Kulturhalle
  4. Über die schwierige politische Partnersuche
  5. Wächter der antiken Stätten
  6. Winterwandern bei Rübezahl
  7. Bundesland Franken kein Thema
  8. Franken: "Das nächste Dorf ist schon Ausland"
  9. Wie man in der Rhön das Rad erfand
  10. Fränkische Dörfer
  11. Ganz und gar der Gans verschrieben
  12. Mit Volldampf in die Neuzeit
  13. Das letzte große Vermächtnis von Riemenschneider
  14. Allein unter Franken
  15. Ludwigs Liebe zu Rhöner Bädern
  16. Kultmarke Levi's: Träume aus blauer Baumwolle
  17. Volksmusik sucht junges Volk
  18. Ein ungewöhnlicher Judas
  19. Gottesstaaten in Franken
  20. Eine haarige Heilige
  21. Auf jeden Fall kein Bayer
  22. Verfassung: Bayern ist ein Kind Frankens
  23. Als in Franken der Hexenwahn wütete
  24. Aufständische und Mordbrenner
  25. Das Creglinger Lichtwunder
  26. Historische Trachten: Geschichte zum Anziehen
  27. Firma Riemenschneider: Des Würzburgers große Werke
  28. Franken im Mittelalter: Erst Randzone, dann Zentrum
  29. Zum Wohl, Franken!
  30. Mutig, tapfer, gierig und frech
  31. Mainfranken: Topregion mit Zukunftschancen
  32. Trotz Hitze: Würzburger bleiben Kiliani treu
  33. Jubiläumsweinfest: Gerolzhofen schwelgt in Superlativen
  34. Mundart: Streiter fürs Fränkische
  35. "Tag der Franken": Seehofer im „gelobten Land“
  36. Stolze Franken und ein fröhlicher Ehrengast
  37. Ein Remis beim Bieranstich
  38. Horst Seehofer beim Tag der Franken
  39. Bierkönigin Tina-Christin begeistert von Ochsenfurt
  40. Tag des Bieres bei der Brauerei Oechsner
  41. Nach alter Väter Sitte karten
  42. Ein Tag voller Musik
  43. Tag des Weines in Ochsenfurt
  44. "Tag der Franken": Was wo stattfindet
  45. Schafkopf: Wo die Franken sehr fränkisch sind
  46. "Tag der Franken": Hier können Sie parken
  47. Die Altstadt wird zur Genussmeile
  48. Das Liebesleben der Regenwürmer
  49. Aus dem Leben einer Zuckerrübe
  50. Kulturtage in einem lebendigen Städtchen

Schlagworte

  • Sara Sophie Fessner
  • Arbeitslosenquote
  • Arbeitsmarkt
  • Bachelorarbeiten
  • Franken-Spezial
  • Maschinenbau
  • Region Mainfranken
  • Roderich
  • Weinberge
  • Weinstöcke
  • Wohlstand
Lädt

Schlagwort zu
„Meine Themen“

hinzufügen

Sie haben bereits
/ 15 Themen gewählt

bearbeiten

Sie folgen diesem Thema bereits

entfernen

Um "Meine Themen" nutzen zu können müssen Sie der Datenspeicherung zustimmen

zustimmen
0 0