WÜRZBURG

Sportwissenschaftler über neue Fitness-Trends

Der Würzburger Sportwissenschafts-Professor Harald Lange testet neue Sportgeräte
Harald Lange Foto: Daniel Peter

Professor Harald Lange, Sportwissenschaftler an der Uni Würzburg, verrät, was die neuen Fitnesstrends bringen.

Frage: Jahrelang schossen klassische Fitnessstudios wie Pilze aus dem Boden. Jetzt sind Crosstraining, Street Work-out oder Fitness-Apps angesagt. Ein neuer Trend?

Harald Lange: Im Grunde wird hier ein alter Trend wiederbelebt: das Zirkeltraining aus den 1970er Jahren. Dabei fokussiert man beim Training nicht nur einzelne Muskelgruppen, sondern man versucht, das komplette Spektrum – Kraft, Ausdauer, Beweglichkeit, Koordination – zu trainieren.

In Fitnessstudios wird mit Gewichten trainiert. Die genannten Trainingsformen kommen mit dem eigenen Körpergewicht aus. Können Sie diesen Unterschied erklären?

Lange: Mit klassischem Krafttraining, bei dem mit hohen Gewichten einzelne Muskeln intensiv trainiert werden, kann man laut vielen Studien sehr gute Erfolge auch im Breiten- und Gesundheitssport erzielen. Crosstraining ist das genaue Gegenteil. Man versucht dabei, einen recht hohen Ausdaueranteil in das Training zu bekommen: Die Belastung ist nicht so stark, dafür aber länger.

In der Methodik achtet man darauf, dass man viele verschiedene Muskelgruppen immer wieder beansprucht, so dass der Grat der lokalen Ermüdung immer weiter hinausgezogen wird, aber der Grat der gesamten Körperermüdung nach ein oder zwei Stunden erreicht wird.

Für wen ist so ein Training das Richtige? Für jemanden, der abnehmen, oder für jemanden, der Muskeln aufbauen will?

Lange: Für beide. Wir sprechen hier von ganzheitlichem Training, einem Ganzkörpertraining. Da kann man die Muskeln zwar nicht so spürbar wachsen lassen wie im klassischen Krafttraining. Die Qualität des Muskelaufbaus ist aber viel umfassender: Durch den hohen Ausdaueranteil wird die Muskulatur weitaus leistungsfähiger, als wenn man nur an Kraftmaschinen trainieren würde.

Viele, die mit Fitness-Apps trainieren, tun das alleine. Worauf sollte man da achten? Die App ersetzt ja keinen Trainer.

Lange: Ein professioneller Trainer hat vor allem drei Funktionen: Er sorgt für eine Systematik im Training, er berät den Sportler – auch in Ernährungsfragen – und er achtet auf die richtige Ausführung der Übungen. Das ist vor allem dann wichtig, wenn das Gewicht hoch ist. Bei Übungen mit dem eigenen Körpergewicht tritt diese Funktion des Trainers aber ein Stück weit in den Hintergrund.

Der Sommer ist vorbei. Wie hält man sich in der kalten Jahreszeit am besten fit?

Lange: Indem man versucht, auch im Winter draußen Sport zu treiben. Wandern, Walking, Laufen geht auch, wenn es kalt ist. Gut ist auch, wenn man auch im Alltag so viele Wege wie möglich zu Fuß zurücklegt. Dabei helfen die Schrittzähler in Fitnessuhren oder vielen Smartphones. Die können wie übrigens Fitness-Apps generell durchaus motivierend wirken. Und Motivation ist alles. Foto: D. Peter

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