EISINGEN

Wo Sonja Edle von Hoeßle Klößchen statt Stahlschleifen macht

Sonja Edle von Hoeßle macht Skulpturen – und in der Küche Bärlauchnocken. Foto: Joachim Fildhaut

Das Gericht ist so einfach wie ihre Skulpturen erscheinen. Und wenn man dem Garniervorschlag der Künstlerin mit Werkstatt in Eisingen folgt, dann erhält man auf dem Teller auch ein starkfarbiges Gemälde – und eine Farben-Malerin ist die gebürtige Wiesbadenerin schließlich auch.

Bekannt ist Sonja Edle von Hoeßle – einer ihrer Vorfahren wurde für medizinische Verdienste in der Schweiz erblich geadelt – für ihre Endlosschleifen aus Cortenstahl. Die zeichnen Linien durch den Raum, die nach wenigen markanten Formen in sich selbst zurücklaufen. In Würzburg steht eine neben dem Alten Kranen, in Eisingen ein rundes Dutzend auf dem Erbachshof.

Ein paar Schritte vom Hoeßle-Freilandmuseum entfernt beginnt ein Wäldchen mitten auf dem Grundstück, und darin gediehen in den letzten Wochen ganze Teppiche von Bärlauch-Pflanzen. Die Künstlerin ist begeistert vom relativ neuen Domizil: „Früher lag eine gute Bärlauchstelle an meiner Jogging-Strecke. Aber es ist noch schöner, die Zutaten für eins meiner Lieblingsgerichte direkt hinterm Haus zu finden.“ Außerdem gefällt es Sonja Edle von Hoeßle, dass Bärlauch eine definitiv saisonale Zutat ist. Obwohl: Ein paar Portionen Nocken friert sie gerne tief, für nach der Saison.

Bärlauch-Gnocchi sind die salzige, erwachsene Variante eines ihrer liebsten Gerichte als Kind – Topfenknödel „mit ordentlich Zucker, Butterbrösel und Zimt“, schwärmt sie heute noch. Ein weiterer Grund für diese Auswahl: „Ich esse fast gar kein Fleisch.“

Das wird gebraucht:

500 g Magerquark

50 g Bärlauch

1 Ei und 2 Eigelb

130 g Dinkelmehl (Typ 1050)

1 TL Salz

Pfeffer und Muskatnuss, frisch gemahlen

So wird's gemacht:

Angerichtet ist das Rezept sehr schnell. Allerdings gibt es zwei Wartezeiten. So kommt das Quarkpäckchen über Nacht in ein Sieb, damit seine Molke abtropfen kann. Und der Nockenteig muss drei Stunden im Kühlschrank ruhen.

Aber zunächst einmal den Bärlauch waschen und gut trockenschütteln, die großen Stiele entfernen und die Blätter fein schneiden. Den Quark in eine Schüssel geben. Ei und Eigelb verrühren und unter den Quark mischen. Bärlauch und Gewürze zufügen, das Mehl darüber sieben und alles gründlich vermischen. Den Teig etwa drei Stunden im Kühlschrank ruhen lassen.

Vom Teig mit einem Teelöffel Nocken (ovale Klößchen) abstechen und in reichlich Salzwasser etwa drei Minuten köcheln, bis sie an der Oberfläche schwimmen. Dann mit einer Schaumkelle herausheben und gut abtropfen lassen. Die Nocken vor dem Servieren kurz in Olivenöl anbraten.

Dazu passt Tomatensoße und frisch geriebener Parmesan. Bei Tomatensoße habe sicher jeder seine persönlichen Rezepte und Vorlieben, sagt Sonja Edle von Hoeßle. Sie selbst richtet die Nocken gerne mit unversoßten Tomaten an: „Die Nocken müssen ja nicht in Soße schwimmen, die kann man gut so essen.“ Und zwar mit einer Art Ragout: „Einfach ein gutes Pfund Kirschtomaten halbieren, mit der Schnittfläche nach oben auf ein Backblech legen und bei 180 Grad Backtemperatur in den Ofen schieben. Wenn die Tomaten weich sind, leicht salzen, mit etwas Origano würzen und Olivenöl darüber träufeln.“

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