Dessau/Berlin

Warum Kassenbons immer noch nicht ins Altpapier dürfen

Warum Kassenzettel immer noch nicht ins Altpapier gehören       -  Wohin mit den Kassenzetteln? Auf jeden Fall nicht ins Altpapier.
Foto: Andrea Warnecke/dpa-tmn/dpa | Wohin mit den Kassenzetteln? Auf jeden Fall nicht ins Altpapier.

Und plötzlich sind sie überall: Kassenbons gibt es seit der Bonpflicht nicht mehr nur im Supermarkt. Und meistens landen sie im Müll - das sollte allerdings nicht der Papiermüll sein, wie das Umweltbundesamt erklärt. Und auch Kinder sollten mit Kassenbons möglichst nicht spielen, rät das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR).

Grund dafür ist, dass die Bons aus Thermopapier mit sogenannten Farbentwicklern bestehen. Bisher war das meistens ein Stoff namens Bisphenol A (BPA). Dieser gilt inzwischen jedoch als „besonders besorgniserregend” für Umwelt und Gesundheit.

Seit Anfang 2020 dürfen daher keine Thermopapiere mit BPA mehr in Umlauf gebracht werden. Stattdessen kommen Alternativen wie Bisphenol S zum Einsatz. Ob diese gefährlich sind - und wenn ja, wie sehr - ist derzeit aber noch unklar, wie das BfR erklärt.

Bis die Prüfung der Ersatzstoffe abgeschlossen ist, sollten Eltern ihre Kinder daher vorsichtshalber nicht mit Kassenbons oder anderen kleinen Zetteln aus Thermopapier spielen lassen - Fahrscheinen und Parktickets aus dem Automaten etwa. Denn dabei besteht die Gefahr, dass Kinder die Zettelchen in den Mund nehmen, und so vergleichsweise große Mengen der noch ungeprüften Stoffe aufnehmen.

Aus ähnlichen Gründen rät das UBA, die gesammelte Zettelwirtschaft in den Restmüll zu werfen. Im Altpapier besteht die Gefahr, dass möglicherweise kritische Stoffe in Recyclingprodukten wie Toilettenpapier landen - und so schließlich wieder Mensch und Umwelt belasten.

Bei einigen Supermärkten hat aber schon ein Umdenken eingesetzt, denn es gibt auch chemiefreies Papier. Die Bons von Edeka und Netto kommen nach eigenen Angaben aus nachhaltiger Waldwirtschaft und lassen sich mit dem Altpapier entsorgen. Auch Aldi setze seit Jahren auf phenolfreies Papier aus nachhaltiger Forstwirtschaft. Die Kassenzettel von Rewe seien zwar seit 2012 aus phenolfreiem Papier. Sie gehören laut einem Unternehmenssprecher trotzdem nicht in die Papier-, sondern in die Restmülltonne. Rossmann kündigte an, ab Januar 2020 auf phenolhaltige Stoffe zu verzichten und weiter nach Alternativen zu suchen.

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dpa
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